Türkei soll von Deutschland bei Umgang mit der Geschichte lernen

riet laut einem Bericht der DWN der SPD-Außenpolitiker Mützenich.

"Deutschland wisse aus eigener Erfahrung, wie mühevoll und schmerzlich die Aufarbeitung der eigenen Geschichte sei. „Heute wünschen wir uns eine Türkei, die in vergleichbarer Offenheit und Größe einem dunklen Kapitel ihrer Geschichte gerecht wird“, sagte Mützenich." http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/06...

Zunächst finde ich es gut, dass Herr Mützenich zur Versöhnung zwischen Armeniern und Türken aufruft.

Auch ich halte "die Aufarbeitung der eigenen Geschichte" für mühevoll und schmerzlich. Allerdings sicherlich von einem anderen Standpunkt aus als Herr Mützenich. Es ist nicht leicht, sich vorurteilsfrei und ohne Dogmatismus die eigenen Geschichte zu "erarbeiten", weil man sich gleichzeitig auch einen Teil eigener Identität erarbeitet.

Das in der Schule und Medien vermittelte Geschichtsverständnis reicht nicht, und stellt lediglich einen unzureichenden Aspekt, eine stets "propagandistische" und subjektive Sichtweise dar, die man glauben und übernehmen kann, oder auch nicht. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen souveränen Staat handelt oder um einen "besetzten." Im ersten Fall wird Geschichte eher "beschönigt", im zweiten Fall geschieht natur- und erfahrungsgemäß das Gegenteil. Eine ganz und gar objektive Sichtweise gibt es ohnehin nicht. Wir waren schließlich nicht dabei, und selbst wenn wir Zeugen gewesen wären, ebenfalls propagandistisch von der einen oder anderen Seite beeinflusst.

Allerdings sympathisiere ich beim Erarbeiten der Geschichte mit Poppers Falsifikationsprinzip bzw. dem "Kritischen Empirismus".

Und der ist in Deutschland verboten.