Grußwort von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel auf der Festveranstaltung „130 Jahre General Electric in Deutschland“

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
Jubiläum
Grußwort von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel auf der Festveranstaltung „130 Jahre General
Electric in Deutschland“ am 8. Juli 2013 in Berlin:


Sehr geehrter Herr Immelt,
sehr geehrter Herr Beccalli-Falco,
sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister, lieber Herr Wowereit,
sehr geehrte Frau Wirtschaftssenatorin, liebe Frau Yzer,
liebe Kolleginnen und Kollegen aus den Parlamenten,
vor allen Dingen Sie, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von General Electric hier am Standort
Berlin,
 
das ist eine beeindruckende Gruppe, wie man hier sehen kann. Wir freuen uns, dass sich General
Electric (GE) entschieden hat, sein 130. Jubiläum in Deutschland am Standort Berlin zu feiern. Das
hat ja auch – der Regierende Bürgermeister hat es gerade gesagt – gute Gründe. Von der von Thomas
Edison erfundenen Glühbirne war der Unternehmer Emil Rathenau im wahrsten Sinne des Wortes
elektrisiert. Er hatte die Lizenz erworben, um die Erfindung aus Amerika anzuwenden und Glühbirnen
in Deutschland zu produzieren. Darauf folgten eine 130-jährige Begeisterung für Fortschritt und
Technik und eine gute transatlantische Zusammenarbeit – von Beginn an bis heute; über viele Höhen
und Tiefen hinweg.
 
Nebenbei gesagt: Die Glühbirne ist jetzt in Europa auf dem Index. Das heißt, damit könnten wir
heute keine Wertschöpfung mehr betreiben. Aber ich konnte mich bei unserem Rundgang ja davon
überzeugen, was für spannende Dinge Sie hier machen. Es herrscht ein ausgesprochen interessantes
Verhältnis von Ingenieuren zu Facharbeitern. Wir haben auch über das duale Ausbildungssystem in
Deutschland gesprochen, über die dualen Studiengänge, die es heute gibt, und über betriebsinterne
Qualifikationen, die hier stark angewendet werden.
 
Das hier ist ein spannender Standort, weil hier nicht so sehr serienmäßig produziert wird, sondern
für jeden Anbieter das hergestellt wird, was wirklich gebraucht wird – ob es nun um
Windturbinenbetreiber, Fotovoltaikhersteller oder eben auch um Hochschulen wie die Technische
Hochschule Aachen gehen mag. Bildung und Weiterbildung werden hier ganz großgeschrieben. Die
Grundsteinlegung für das Technische Trainingszentrum ist ein weiteres Bekenntnis von General
Electric zum Standort Berlin. Ich habe mit Freuden gehört, was der Senat zu tun gedenkt. Meine
Anwesenheit allein hilft dabei noch nicht, aber ich wünsche Berlin auf diesem Weg sehr viel Erfolg
und versuche gegebenenfalls auch auf europäischer Ebene alles zu tun, um unterstützend tätig zu
sein.
 
Der CEO von General Electric hat soeben gesagt, dass Deutschland ein wichtiger Standort für GE ist.
Es ist alles andere als selbstverständlich, dass das so ist. General Electric ist in vielen Ländern
dieser Welt vertreten und ist an einigen Stellen ja auch durchaus ein Wettbewerber großer deutscher
Unternehmen. Aber dass man sich immer wieder entschlossen hat, hier zu investieren – sei es in
München, sei es in Berlin –, zeigt: Deutschland ist ein Standort, an dem man auf die Fähigkeiten,
die Fertigkeiten, den Elan, die Kreativität und die Begeisterung der Menschen zählt und an dem man
glaubt, dass man hier mit dabei sein sollte, wenn es um die weitere Entwicklung der industriellen
Produktion geht.
 
Wir haben uns in Deutschland mit der Energiewende natürlich ein sehr spannendes Thema vorgenommen.
Ich weiß, dass auch bei General Electric diskutiert wird: Kann das gut gehen, was Deutschland da
macht – so ein hoher Anteil erneuerbarer Energien? Wir wissen auch, dass wir einige rechtliche
Rahmenbedingungen noch anpassen müssen. Aber wir haben uns dieses ambitionierte Vorhaben der
Energiewende auch deshalb vorgenommen, weil wir davon überzeugt sind, dass daraus spannende
Zukunftsarbeitsplätze entstehen, wie wir sie auch hier bei General Electric vorfinden. Ich schließe
mich dem Wunsch an, dass möglichst viele derjenigen, die noch nicht fest angestellt sind, hierzu
noch eine Chance bekommen.
 
Wir haben es hier mit einem guten Stück transatlantischer Kooperation zu tun. Wir wollen, dass
diese transatlantische Kooperation gestärkt wird – durch Unternehmen, aber auch durch bessere
Rahmenbedingungen. Deshalb streben wir ein transatlantisches Freihandelsabkommen an. Dass heute die
Verhandlungen darüber in Washington beginnen, im Übrigen auch parallel zu Diskussionen über die
Frage des Datenschutzes – diese Frage hat in Deutschland eine sehr, sehr hohe Bedeutung –, ist ein
gutes Zeichen. Die praktische Arbeit von Ihnen trägt dazu bei, uns zu zeigen, wo es noch
Schwierigkeiten gibt, wo es schon sehr gut geht und worauf wir achten müssen.
 
Ich möchte dem CEO von General Electric noch zurufen: Berlin zeigt sich nicht nur mit diesem
Standort von seiner besten Seite, sondern auch mit dem Wetter. Schon als wir den amerikanischen
Präsidenten zu Gast hatten, haben wir für ein bisschen Wärme gesorgt. Es gilt in Deutschland als
ein besonderer Vorzug, wenn schönes Wetter ist; wir haben das nicht jeden Tag. Also nehmen wir auch
das als ein gutes Omen für 130 weitere gute Jahre von General Electric in Deutschland. Herzlichen
Dank und Ihnen allen alles Gute.