"Nimm das Recht weg

 – was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande" , schrieb Augustinus in seinem "De civitate dei"

Dass die spätere Kirche dann sich zu einer ähnlich gearteten, patriarchalen Räuberbande entwickeln würde, konnte er zu jener Zeit wohl noch nicht ahnen.

Und was macht denn der "Staat". Er nimmt (sich) das Recht, den Bürgern das Recht zu verweigern bzw. es zu seinen Zwecken - jenen der Herrschenden - zurecht zu biegen, abzuändern oder außer Kraft zu setzen.

Und die allergrößte Chuzpe: Dabei lässt er sich auch noch vergotten. Oder was haben die ganzen höchst feierlichen Zeremonien zum Hissen, Einholen und Falten der Flagge, das Strammstehen und Hand an die Brust Legen, das feierliche Geloben, die Staatsakte usw. denn anderes zu bedeuten, als dem Staat gottähnliche und metaphysische Würde zuzuerkennen?

Merkel wurde sich dieses Götzendienstes anscheinend für einen lichten Moment bewusst, als sie die ihr gereichte Flagge wie angewidert aus der Hand legte. Die feierliche  "Blutsbrüderschaft" wurde nämlich unter ihrer Regierung vollends ad absurdum geführt. Wo bleiben da Achtung und Ehrfurcht? Vor den Banken und supranationalen Konzernen? Okay, die spielen ja auch Gott (wie unlängst ein Bankster blank und fein zugestand: "Ich bin ein Banker, der Gottes Werk verrichtet"). Oder auch Monsanto, welche die Früchte der Natur in Pervertierung schöpferischer Natur moneypulierend und -vermehrend gottgleich für sich beansprucht.

Was ist der Staat anderes als ein blutleerer und fleischloser, kalter Mechanismus im Sinne der Macht, dessen seelenlose Pflichterfüller an die schwarzen Reiter aus dem "Herrn der Ringe" erinnern, denen durch schweres Rüstzeug geschützt im Auftrag eiskalter, geistiger Macht das Schwert geführt wurde, deren Rüstung jedoch nichts Schützenswertes barg - sie waren innen hohl - das blanke Nichts und schwarzes Grausen.

Mut zum Mensch-Sein. Mut zur Anarchie. Mut zur Menschlichkeit und Freiheit!

Der Staat ist ein Meister des Teufels.

Der Mensch dient ihm alleine aus Angst, Feigheit und Dummheit.

"Darüber hinaus versucht jede Autorität, „sich ewige Dauer zu verschaffen, indem sie die ihr anvertraute Gesellschaft immer dümmer und folglich ihrer Regierung und Leitung immer bedürftiger mach[t]“.

Michail Bakunin, Anarchist - "Gott und der Staat", S.56