SPIEGEL GESCHICHTE: Autoren der „Wanderhure“ wünschen sich mehr Anerkennung

Die Autoren der Mittelalter-Romanserie „Die Wanderhure“ wünschen sich mehr Res- pekt für ihre Arbeit. Das sagten Iny Klocke und Elmar Wohlrath, die unter dem Pseudo- nym Iny Lorentz schreiben, im Interview mit dem Magazin SPIEGEL GESCHICHTE. „Na- türlich“ seien sie gekränkt, wenn ihre Arbeit nicht respektiert werde, sagt Klocke, „sonst wären wir keine Menschen“.

Die Autoren berichten im Interview, wie sie für ihre im Mittelalter spielenden Bücher re- cherchieren. Sie lesen Bücher – allein 14 000 Titel haben sie in einer eigenen Biblio- thek – studieren Quellen oder besuchen Museen und seien dabei sehr akribisch: „Oft brauche ich aus einem Buch nur eine halbe Seite, aber wenn ich die nicht habe, fehlt mir grundsätzliches Wissen“, so Wohlrath.

Hätte sie die Möglichkeit, im Mittelalter zu leben, dann am liebsten als Frau eines Kauf- manns, erzählt Klocke: „Frauen im Mittelalter hatten sehr viele Rechte im Vergleich zu später.“ Auf die Idee zu ihrem Bestseller „Die Wanderhure“ seien sie gekommen, als sie auf das Zitat eines Minnesängers über das Konstanzer Konzil im frühen 15. Jahr- hundert stießen: „Er schrieb sinngemäß: ,Als wir in die Stadt hineinritten, gab es drei Hurenhäuser, als wir sie verließen, gab es nur noch eines, aber das reichte vom Rat- haus bis zu den Stadtmauern‘“, so Wohlrat. „Meine Frau wollte wissen: Wieso ist diese Stadt so moralisch verkommen.“

Mit ihren 35 Romanen haben Klocke und Wohlrath insgesamt eine Auflage von über 10 Millionen erzielt, drei Folgen der „Wanderhure“ wurden bereits verfilmt.

Das ganze Interview mit Iny Klocke und Elmar Wohlrath lesen Sie in der aktuellen Aus- gabe von SPIEGEL GESCHICHTE: „Herrscher, Ketzer, Minnesänger. Die Menschen im Mittelalter“.