DCM pleite

DCM AG stellte Insolvenzantrag


Gleich nach der Enthüllung von Nutzflächen-Schummeleien im Hochhaus des Süddeutschen Verlages in München, dem Fuggerstadt-Center in Augsburg und den Zentralen von T-Online und T-Systems in Darmstadt zog die DCM Deutsche Capital Management AG aus München die Reißleine. 

Die DCM AG stellte am 2. April 2013 beim Amtsgericht München einen Eigenantrag auf Insolvenz wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. 

Mehrheitsaktionär Johann Deinböck, der das Emissionshaus für geschlossene Fonds 1986 gründete, hatte anfangs keine Probleme, bei Banken Kredite für seine Büro- und Gewerbeimmobilien zu finden. Insbesondere überzeugte er die Banker und Anleger mit fünfjährigen Mietgarantien. 

Doch mit den Anschlussfinanzierungen haperte es. Deinböck, der für alle 20 Fonds die Fondsverwaltung übernahm, ging mit zehn seiner besten Fonds im Jahre 2011 an die Börse (Prime Office REIT-AG), dafür tauschten rund 20.000 Anleger im Jahre 2007 ihre Immobilienbeteiligungen in Aktien um. 

Für die restlichen problembehafteten Fonds fand er im Sommer in Stephan Schäfer (33) und Jonas Köller (31) von der S&K in Frankfurt zwei Deppen, denen er die Verantwortung als Bestatter andrehen konnte. 

Die beiden zahlten Deinböck für dessen DCM Verwaltungs GmbH und DCM Service GmbH sogar 7 Millionen Euro, weil sie glaubten, sich gemütlich zurücklehnen und die die Gebühren für die Verwaltung eines vorgeblichen Milliarden Euro Immobilienbestandes kassieren zu können. 

Obwohl Schäfer von Ex-Baulöwe Utz-Jürgen Schneider beraten worden war, bemerkten die Frankfurter Lausbuben nicht, wie sie Deinböck mit dem Trick von vermieteten Nutzflächen, die es in Wirklichkeit gar nicht gab (Schneider-Trick) aufs Kreuz gelegt hat. 

Aber nachdem nun die Börsentochter Prime Office REIT-AG wegen Überschuldung um ihren steuerbegünstigten REIT-Status bangen musste und das Eigenkapitals der DCM AG im Januar 2013 laut Creditreform von 2 Millionen Euro auf 12.000 Euro geschrumpft sein soll, kam zuerst eine Kündigungswelle und nun der Insolvenzantrag. 

Sollte das Amtsgericht München dem Antrag auf Insolvenz stattgeben und wieder Rechtsanwalt Axel Bierbach von der Kanzlei MHBK aus München berufen, der schon die Insolvenz des DCM-Fonds Fuggerstadt-Center und der S&K-eigenen SHB-Fonds-Mutter FIHM AG aus München betreut, sind Interessenkonflikte mit Gläubigern der DHM AG vorprogrammiert. Denn Bierbach lässt sich selbst von dem langjährigen DCM-Juristen Rechtsanwalt Wolfram Freiherr von Canstein vertreten. Im Fall des Fuggerstadt-Centers übernahm er offenbar blind von Canstein die Nutzfläche von 35.000 Quadratmeter, obwohl diese laut Bauantrag- und Bauvollendungsunterlagen nur 23.845 Quadratmeter betrug. Nun denn... 

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