stern-RTL-Wahltrend: AfD steigt weiter auf 7 Prozent - Forsa-Chef Güllner: CSU würde bei Landtagswahl nur noch 43 Prozent holen

stern-RTL-Wahltrend: AfD steigt weiter auf 7 Prozent - Forsa-Chef 
Güllner: CSU würde bei Landtagswahl nur noch 43 Prozent holen

Die AfD wäre, wenn am Sonntag der Bundestag neu gewählt würde, mit 
Sicherheit im Parlament vertreten. Denn die rechtspopulistische 
Partei legt im stern-RTL-Wahltrend zum ersten Mal in diesem Jahr auf 
7 Prozent zu - das sind gleich zwei Prozentpunkte mehr als in der 
Vorwoche. Die Unionsparteien CDU/CSU rutschen auf 39 Prozent, die 
Grünen und die Linke verlieren ebenfalls jeweils einen Prozentpunkt 
und kommen nun beide auf 9 Prozent. Die SPD gewinnt einen Punkt hinzu
auf jetzt 25 Prozent, während die FDP weiterhin bei 5 Prozent 
verharrt. Auf die sonstigen kleinen Parteien entfallen 6 Prozent. Der
Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen steigt auf 33 Prozent und
ist damit größer als bei der Bundestagswahl 2013, als sich 28,5 
Prozent der Wahlberechtigten enthielten. 

"Mit 39 Prozent liegt die Union 2,5 Prozentpunkte unter ihrem 
Ergebnis bei der Bundestagswahl vor zwei Jahren", sagt Forsa-Chef 
Manfred Güllner. "Aber während die CDU in den alten Bundesländern nur
1,6 Prozentpunkte einbüßt, geht ihr Anteil in Ostdeutschland um mehr 
als das Doppelte - nämlich 3,5 Punkte - zurück." Noch höher sei der 
Verlust der bayerischen CDU-Schwesterpartei CSU, die gleich 5,3 
Prozentpunkte verloren habe. "Die Attacken des Ministerpräsidenten 
Horst Seehofer gegen die Kanzlerin", so Güllner, "treiben Wähler am 
rechten Rand der CSU in hohem Maße der AfD zu, die sich im Vergleich 
zur Bundestagswahl 2013 um 4,7 Punkte auf 9 Prozent verbessern kann."
In Ostdeutschland käme sie sogar auf 12 Prozent.

Würde jetzt in Bayern der Landtag neu gewählt, käme Seehofers CSU nur
noch auf 43 Prozent, 4,7 Prozentpunkte weniger als bei der 
Landtagswahl vor zwei Jahren. Die SPD könnte mit 19 Prozent (minus 
1,6 Prozentpunkte) rechnen, während die Grünen auf 11, die FDP auf 4,
die Linke auf 3 und die Freien Wähler auf 5 Prozent kämen - 4 Punkte 
weniger im Vergleich zur Landtagswahl 2013. Und die AfD wäre mit 6 
Prozent erstmals im bayerischen Landtag vertreten. Forsa-Chef 
Güllner: "Damit bestätigt sich die alte Erfahrung, dass man mit 
rechten Themen immer das radikalere Original - in diesem Fall die AfD
- stützt und das eigene Lager schwächt."

Bei der Kanzlerpräferenz - wenn also die Spitze des Kanzleramts 
direkt gewählt werden könnte - verliert Angela Merkel im Vergleich 
zur Vorwoche 2 Prozentpunkte auf nun 47 Prozent. Ihren schwächsten 
Wert in diesem Jahr verdankt sie vor allem auch dem fehlenden 
Rückhalt bei den Anhängern der CSU, von denen sich nur noch 63 
Prozent für sie entscheiden würden. Der Wert des SPD-Chefs Sigmar 
Gabriel steigt um einen weiteren Punkt auf 15 Prozent - er liegt 
damit aber immer noch 32 Prozentpunkte hinter Merkel.
In den vergangenen zehn Wochen sank die Popularität der Kanzlerin 
deutlich - um neun Prozentpunkte. "Dennoch bleibt ihre Position 
vergleichsweise stark", sagt Forsa-Chef Manfred Güllner, "denn mit 
nun 47 Prozent liegt Merkel zwar drei Punkte unter ihrem bisherigen 
Durchschnitt, aber noch weit vor den Werten Helmut Kohls in seiner 
16-jährigen Kanzlerschaft." Außerdem habe sie Sympathie-Dellen bisher
immer überwunden: "Im September 2011, ebenfalls in der Mitte einer 
Legislaturperiode, kam sie auf nur 37 Prozent, und zwei Jahre später 
erzielte die Union ein Wahlergebnis von 41,5 Prozent."

Datenbasis: Das Forsa-Institut befragte vom 28. September bis 2. 
Oktober 2015 im Auftrag des Magazins stern und des Fernsehsenders RTL
2505 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine 
computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die 
statistische  Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten.