PecuniaOlet

Warum ich ein Bankenhasser bin

Bereits als fünfjähriges Kind hatte ich immer ein beklemmendes Gefühl, wenn ich mit meiner Oma oder meinen Eltern eine Bank betrat. Die Atmosphäre dort war mir stets unangenehm.

Als ich als Zwanzigjähriger beim sogenannten "Prämiensparen" zehntausend Mark gewann, rief mich ein Bankmitarbeiter, den ich nicht kannte, an, und bat mich, ich solle doch so freundlich sein und mit dem Gewinn den Dispo eines Verwandten ausgleichen. 

Ein Jahr später fehlten auf meinem Konto mehrere tausend Mark. Als ich die Auszüge prüfte, stellte ich fest, dass Zahlungen mit Schecks getätigt wurden. Da ich noch niemals mit Schecks bezahlt hatte, fragte ich den Bankmitarbeiter, was das bedeutet. Er antwortete, dass eine "dritte Person", die ich zwar kannte, die jedoch keinerlei Vollmacht über mein Konto hatte, die Schecks in meinem Namen angefordert hatte. Da flippte ich aus, brüllte in der Bank herum, und machte die verantwortliche Angestellte zur Schnecke. Ein Kunde hinter mir forderte mich auf, die Frau nicht so anzubrüllen, und ich antwortete ihm, dass er keine Ahnung habe worum es ginge, und dass Banken ohnehin das größte Dreckspack wären, das man sich vorstellen könne - einschließlich mancher Mitarbeiter. Ich holte mir schließlich das Geld von der "dritten Person" zurück und erstattete keine Anzeige.

Als ich einmal aus geschäftlichen Gründen kurzfristig einen Kontokorrentkredit benötigte, der über zwei  Immobilien abgesichert wurde, die zusammen mit dem Kontokorrent eine Gesamtfinanzierung von ca. 40 Prozent ausmachten, verlangte die Bank 18 Prozent Zins! 2005! Da ich bei dieser Bank die Finanzierung hatte, war ich leider auch,,obwohl das absoluter Wucher war, als Selbstständiger auf eben diese Bank angewiesen.

Als Student klingelte es plötzlich bei mir an der Haustüre, und es standen zwei Kriminalbeamte vor der Türe, die mich eines Banküberfalls beschuldigten. Sie nahmen mich mit aufs Revier, verhörten mich, und schossen "Ganovenfotos". Angeblich war ich aufgrund einer Zeugenaussage in den Kreis der Verdächtigen geraten. Ich aber hatte keine Zeugen, die mir bestätigen konnten, wo ich mich zum Zeitpunkt des Überfalls aufgehalten hatte. Daher fielen mir ganze Felsklumpen vom Herzen, als eine Bankmitarbeiterin anhand des Fotos angab, dass ich es nicht gewesen sein konnte. Wer der angebliche Zeuge, der mich beschuldigt hatte, war, weiß ich bis heute nicht.

Seit ich aber weiß, dass Banken kein Geld verleihen, sondern es mittels Bilanzverlängerung schöpfen, ist gänzlich jeglicher Rest an Respekt verschwunden.

Vor mehreren Jahren machte mich mein ältester Sohn auf die Seiten der Wissensmanufaktur von Andreas Popp aufmerksam. Erst ab diesem Zeitpunkt begann ich das Wesen des Geldes zu begreifen, beschäftigte mich aber gleichermaßen mit den Argumenten der "Gegenseite" und der Zinsbefürworter, um meine Empörung nicht zum Leitbild meiner Erkenntnis zu machen.

Seither weiß ich: Das beklemmende Gefühl, das mich als Fünfjähriger beim Betreten einer Bank überkam, war eine Art prophetischer Intuition.

Kinder fühlen die Wahrheit.