Bafin-Präsident Hufeld hält Garantiezins der Lebensversicherungen für zu hoch


DÜSSELDORF. Der Präsident der deutschen Finanzaufsicht Bafin, Felix Hufeld, spricht sich für einen deutlich niedrigeren Garantiezins für Lebensversicherungen aus. „Es versteht sich von selbst, dass 1,25 Prozent Zinsen auf Dauer nicht zu halten sind, wenn die Zinsen so niedrig bleiben, wie sie aktuell sind“, sagte Hufeld im Interview mit dem Handelsblatt (Freitagausgabe). „Ich persönlich hätte eine gewisse Sympathie für einen deutlicheren Schritt“, sagte er.

Das Ministerium setzt den Garantiezins jeweils nach Empfehlungen der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) und der Bafin fest. Die DAV plädiert für eine moderate Absenkung ab 2018 auf 1,0 Prozent. Das letzte Wort hat das Bundesfinanzministerium.

Der Garantiezins bestimmt, welche Rendite Lebensversicherer ihren Kunden maximal versprechen dürfen. Da es wegen der niedrigen Notenbankzinsen! immer schwerer wird, diese Rendite zu erwirtschaften, wurde der Garantiezins mehrfach gesenkt. Der Druck auf die Versicherungsbranche sei enorm, betonte Hufeld, dessen Behörde auch die Versicherer beaufsichtigt.

Mit Blick auf diverse Skandale in der Bankenbranche spricht sich der Bafin-Chef für härtere Strafen aus: „Wenn Sie mich fragen, ob ich aus einem 5.000-Euro-Bußgeld gern ein Fünf-Millionen-Euro-Bußgeld machen würde, dann sage ich: unbedingt!“ Im vergangenen Jahr habe die Bafin wegen Verstößen gegen Geldwäscheregeln Bußgelder von insgesamt mehr als 40 Millionen Euro verhängt, „darunter das höchste Einzelbußgeld, das eine Finanzaufsicht jemals in Deutschland verhängt hat“.