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Löwenherz Erwache!

Wollte man bei Rudeln wildlebender Löwen die "freie" Marktwirtschaft und den „Liberalismus“ einführen und dabei einige Epochen überspringen, so müsste man als ersten Schritt das Wild, das Löwen zu jagen pflegen, die Schatten spendenden Bäume, unter denen sie ruhen, sowie die Wasserstellen und die Plätze, an denen sie schlafen und ihren Nachwuchs aufziehen, mit Waffengewalt konfiszieren.

Dann würde man den "Anführern" klar machen:

„Okay, Ihr seid jetzt endlich frei und könnt von nun an auf liberale Weise zu wirtschaften beginnen. Das Wild, das Ihr jagt, das Wasser, das ihr trinkt und die schattenspendenden Bäume, unter denen Ihr ruht, sind von nun an unser Eigentum. Da Ihr sie zum Leben und Jagen weiterhin benötigt, überlassen wir sie Euch für eine gewisse Zeit als Kredit. Als Gegenleistung müsst Ihr zukünftig aber ein Vielfaches des Wildes jagen, das ihr vorher zum Leben brauchtet, und die Überschüsse bei uns abliefern. Weigert  Ihr Euch oder leistet  nur in unzureichendem Maße, sperren wir Euch die Jagdlizenz, bzw. Euren Kredit, und Ihr werdet von der Gemeinschaft ausgeschlossen. Für Euer Überleben müssen dann Eure Mitlöwen sorgen und den Anteil für Euch erjagen. Einzelne mögen auch auf der Strecke bleiben. Wie Ihr das untereinander regelt, ist uns egal.Das Ganze nennt man übrigens "Staat".

Allerdings habt Ihr einen großen Vorteil: Nach oben gibt es keine Begrenzung und Ihr seid in freier Konkurrenz. Diejenigen unter Euch, die deutlich mehr erbeuten als der Durchschnitt, erhalten von uns erweiterte Jagdlizenzen und die Möglichkeit, ein Revier als Eigentum zu erwerben. Dadurch wird das Revier der anderen zwar zu klein, um sich ausreichend eigene Beute zu sichern, Ihr könnt sie jedoch in Eurem erweiterten Revier für Euch jagen lassen, so dass Ihr sie irgendwann nur noch beaufsichtigen müsst, und Euch die eigentliche Anstrengung zukünftig erspart bleibt. Dann seid Ihr fast welche von uns, und Ihr werdet Eure Mitlöwen mit Freude knechten, denn Eure Nachkommen werden es Euch danken und Euch in Ehre halten. Strengt Euch an, denn wer zuerst kommt mahlt zuerst. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem es trotz aller Leistung zunehmend schwerer – irgendwann unmöglich - wird, an eigene Reviere zu kommen.

Irgendwann wird der Wildbestand hier natürlich nachlassen, und so werdet Ihr zur Erfüllung Eurer Pflichten uns gegenüber gezwungen sein, in die Reviere Eurer Nachbarrudel einzudringen, um dort Beute zu machen. Es wird zu langen und aufreibenden Kriegen kommen, aber keine Sorge: Wir werden sie Euch mittels Anleihen an die Leistungskraft Eurer zukünftigen Löwenimperien finanzieren. Aufgrund des Nahrungsmangels in den von Euch bekämpften und erbeuteten Revieren, werden andere Löwen als Fl��chtlinge in Eurer Revier Einlass begehren. Das ist für jene unter Euch mit bereits eigenen Revieren von großem Vorteil. Denn Macht und Wohlstand Eurer Untergebenen wird aufgrund des ständigen Nachschubs an hungrigen Mäulern niemals zu groß werden, und Eure und unsere Gewinne steigen wegen geringer Löhne. Außerdem wird es zu Streit und Zerwürfnis kommen, so dass zu keinem Zeitpunkt eine geballte und einige Macht Euch zu gefährden vermag.

Selbstverständlich versorgen wir gleichwohl Eure Feinde mit Krediten, um unser System auch dort zu installieren. Schließlich soll freier Wettbewerb herrschen. Und außerdem: Schlussendlich wird zusammenwachsen, was zusammen gehört, und es wird Frieden einkehren. Bald nämlich wird die gesamte Löwenschaft weltweit unserem System und unseren Werten untergeordnet sein, und einige wenige Auserwählte unter Euch, werden mit uns gemeinsam sich unendlicher Macht erfreuen.

Die Nachkommen derer aber, die heute unter kühlem Schatten breitgefächerter Wipfel dem Müßiggang frönen, vergorene Früchte essen oder ihrer verlorenen Freiheit nachjammern, derweil sie uns verfluchen, und unsere Beseitigung herbei sehnen, werden für ewig in unserer Schuld stehen. Und sie werden krank und mürbe werden, weil sie ihrem Wesen nicht mehr entsprechen können, und sich selbst werden sie Fremde sein. Die Einfältigen aber sind Eure Zukunft. Dies ist die Auslese. Denn sie vermögen sich an unnötigen Dingen, die sie nicht wirklich brauchen, zu erfreuen, während sie für ihren nackten Lebensunterhalt ein Vielfaches ihrer Zeit aufzuwenden bereit sind als in ursprünglicher Freiheit. Sie haben sich nie selbst genügt, weil sie zu geringen Geistes sind, um sich selbst genügen zu können. Deflationären Geist streben sie stets durch Inflation ihres Besitzes auszugleichen.

Sorgt für treue und loyale Organisatoren, lasst sie unter ihnen ihre Aufseher selbst wählen und nennt es Demokratie, Friede und Wohlstand. Sie werden Euch aus der Hand fressen und ihre Sklaverei lieben."

Menschen haben (wie jedes andere Lebewesen) ein Naturrecht „kostenlos“ ek-sistieren zu dürfen. Das bedeutet, sich mit seiner eigenen Hände Arbeit und/oder mit gegenseitiger Hilfe, eine einfache „Bleibe“ bzw. „Wohnstätte“ errichten zu dürfen, ohne dass „Dritte“, insbesondere Banken, daran verdienen. Ein angemessenes und bedarfsgerechtes Grundstück darf niemanden etwas kosten! Alles darüber hinaus schon. Desgleichen haben sie ein Naturrecht, sich (ebenfalls wie andere Lebewesen) mit ihrer eigenen Hände Arbeit ohne Entrichtung eines „Tributs“ in Form von „Mehrwert“, selbst mit Lebensmitteln versorgen zu dürfen. 

Lebenslang einen beträchtlichen Teil des Einkommens für Zinsen zahlen zu müssen, lediglich um zu wohnen, ist Raub! Nichts weniger.

Das muss Basis jeglichen friedlichen gesellschaftlichen Zusammenlebens sein!

Was sie mit diesem Naturrecht dann „machen“, das heißt, ob sie ihr Recht gegen Zahlung einer „Leibrente“ an Dritte (z.Bsp. Unternehmen) „veräußern“, weil sie lieber ihre Lebensmittel kaufen und Miete etc. zahlen, bleibt jedem selbst überlassen.

Erst dann und in Verbindung mit freiem Wettbewerb von Währungen und „Geld- bzw. Zahlungssystemen, ist „freie“ Marktwirtschaft und Liberalismus möglich. Alles andere ist Show und Possenspiel. Kein Mensch darf angesichts heutigen Überflusses und Produktivität der Gefahr von Obdachlosigkeit, Hunger und sozialer Verelendung ausgesetzt werden. Wir werfen nur in Deutschland jährlich über elf Millionen Tonnen an Lebensmitteln weg, und produzieren Autos und andere Produkte für die Halde. Wir spekulieren mit Lebensmitteln, während andere verhungern.

Zivilisation geht anders!