Vollgeld-Infobrief: Ital. Bankenkrise, Bargeld-Video, Zukunfts-Projekte, Unterstützungsaufruf

Italienische Bankenkrise

Die Tinte zum Beschluss für die Europäische Bankenunion ist kaum getrocknet, da fängt der nächste Krisenherd an zu brodeln - diesmal sind es die italienischen Banken.
Wieder sollen die Banken mit Steuergeldern gerettet werden, obwohl zuletzt lauthals verkündet wurde, dass dies in Zukunft nicht mehr geschehen werde. So fordert beispielsweise der Chefvolkswirt der Deutschen Bank Folkerts-Landau in der WELT am SONNTAG 150 Milliarden € für die Banken und moniert dabei, dass die Staaten so verschuldet seien. Aber dass die von ihm geforderten 150 Mrd. € die Staatverschuldung weiter erhöhen würden, erwähnt er dabei nicht. Die ZEIT berichtet derweil darüber, dass italienische Banken derzeit noch stärker den italienischen Staat finanzieren als vor der Finanzkrise 2008: "Auf dem Höhepunkt der Euro-Krise wurden Italiens Banken praktisch zum Kreditgeber letzter Instanz für den italienischen Staat. Hielten die Banken 2008 noch etwas über 100 Milliarden Euro an Staatsanleihen, waren es 2015 mehr als 400 Milliarden."
Einmal mehr zeigt sich, dass das Verbot direkter Kredite von der Zentralbank an den Staat in Verbindung mit der Geldschöpfung der privaten Banken zu einer unseligen Kumpanei zwischen Staat und Banken führt: Die Banken leihen dem Staat unbegrenzt Geld und im Gegenzug werden sie dann gerettet. Das Handelsblatt meldete zwar am 16.07. "Keine Staatshilfe in Sicht", aber das halten wir für höchst zweifelhaft.

Monetative Bargeld-Video

Umso wichtiger ist es, anschaulich darzustellen, warum das Geldsystem so krisenanfällig ist. Wir haben dazu ein 4-minütiges Video erstellt, in dem wir die Zusammenhänge zwischen Bargeld-Abschaffung, Staatsverschuldung und der Krise des Geldsystems anschaulich darstellen. Um unser Anliegen zu unterstützen, schlagen wir Ihnen Briefe an die Bundesbank und an öffentliche Behörden vor. Das Video und Briefentwürfe dazu finden sie hier. Außerdem können Sie die Kampagne unterstützen, indem Sie das Video in Ihren sozialen Kreisen und online Netzwerken verbreiten.

Neues auf unserer Homepage

In den letzten Wochen haben wir weiter am Design unserer Homepage geschraubt und insbesondere den Bereich "Häufige Fragen (FAQ)" grundlegend überarbeitet. Dieser ist nun in die folgenden Bereiche gegliedert:Als nächstes möchten wir auch die Startseite neu gestalten und dafür weitere kurze Einführungsvideos produzieren.

Wir brauchen Ihre Unterstützung!

Die Bankenkrise in Italien verdeutlicht einmal mehr die Instabilität unserer Finanz- und Geldordnung. Wenn Banken erst von der Aufblähung von Vermögenspreisen Profit schlagen und danach im Crash vom Staat gerettet werden; wenn Staaten hoffnungslos überschuldet und Zentralbanken ohnmächtig sind, dann läuft etwas grundlegend falsch.
Unser Verein setzt sich für die notwendige Reform unserer Geldordnung ein, damit diese Missstände behoben werden und das Geldsystem wieder der Gesellschaft dient. Derzeit sind wir noch ein relativ kleiner Verein, stoßen mit rein ehrenamtlicher Arbeit immer stärker an unsere Grenzen und können nicht alle Potenziale ausschöpfen. Daher planen wir, in Zukunft Arbeit für den Verein auch zu bezahlen. Weiterhin soll ehrenamtliche Arbeit der Schwerpunkt unseres Vereins sein, doch dafür brauchen wir ein professionelles organisatorisches Grundgerüst. Vorerst beträfe dies vor allem die beiden Autoren dieses Rundbriefs (Lino Zeddies und Klaus Karwat, mehr über uns finden Sie hier).

Daher möchten wir Sie herzlich um finanzielle Unterstützung bitten.

Auf unserer Homepage haben wir dazu auch ein neues Spendenformulareingerichtet. Egal ob 5€, 30€ oder 100€ - jede Spende hilft. Regelmäßige Spenden wären für uns besonders hilfreich, um eine nachhaltige und belastbare Finanzierung für die Zukunft sicherzustellen. Vielleicht ein kleiner Prozentsatz von Arbeits- oder auch Kapitaleinkünften, die Sie derzeit nicht benötigen? Sie können Spenden und Beiträge an uns steuerlich absetzen, da wir gemeinnützig sind.
Auch über neue Mitglieder freuen wir uns sehr – neuerdings gibt es für diese auch ein Willkommens-Buchgeschenk.
Wir haben unseren Finanzbericht 2015 auf unserer Homepage offen gelegt, um maximale Transparenz über die Verwendung und Herkunft unserer Finanzmittel zu gewährleisten.
Spenden

Projekt-Pläne für die Zukunft


Abschließend möchten wir Ihnen noch ein paar Projekte vorstellen, an denen wir gegenwärtig arbeiten:

- ein Workshop am IÖW Berlin (Institut für ökologische Wirtschaftsforschung) zu "Geldsystem, Wachstumszwang und Nachhaltigkeit"

- unsere Jahrestagung am 12.11.2016 in Frankfurt/Main zum Thema "Zukunft des Geldsystems: Bargeld/Digital Cash/Fintechs"

- die Erstellung von neuen Flyern und einer neuen Einführungs-Broschüre zur Vollgeldreform

- ein kurzes Video zu einer Befragung zum Geldsystem in einer Fußgängerzone. Daran anknüpfend planen wir die Durchführung einer repräsentativen Umfrage zur Funktionsweise des Geldsystems als Grundlage für Forderungen nach mehr Aufklärung.

- die Ausrichtung einer Versammlung des International Movement for Monetary Reform (IMMR) im Februar 2017 in Berlin zum Ideenaustausch der weltweiten Vollgeldinitiativen

- die Vorbereitung des Vollgeld-Wochenendes mit Mitgliederversammlung vom 31.3. - 2.4. 2017 in Berlin

Falls die italienische Bankenkrise die nächste Welle der europäischen Krise einleitet, wird dies die Gefahr politischer Eskalationen weiter vergrößern. Es ist dramatisch zu verfolgen, wie in Europa der Zusammenhalt und die Demokratie immer mehr an den Verwerfungen des Finanzsystems zerbrechen. Die jüngsten Entwicklungen in der Türkei haben gezeigt, in wie kurzer Zeit ein vermeintlich stabiler Staat abstürzen kann.
Wir sind überzeugt, dass wahre Demokratie erst dann verwirklicht werden kann, wenn die demokratischen Institutionen auch die Macht über die Geldschöpfung in den Händen halten. Helfen Sie dabei mit!