Reisebericht

Ibiza im Schnee

Schnee auf Ibiza ist normalerweise ein Fall für die Drogenpolizei. Und wenn die Landschaft weiß bedeckt ist, sind es meistens Meere von weißen Blumen.

Seit fast 20 Jahren gab es das nicht mehr

Aber den echten Schnee? Hier? Neee – Ok, vielleicht mal ein paar Flocken, die aber meist schon getaut sind, bevor sie den Boden richtig erreicht haben. Aber in der Nacht zum 26. Januar kam alles anders: Da legte sich das weiße Winterkleid auf die Pityusen.

Seit 19 Jahren gab es das nicht mehr. Die Temperaturen fielen auf bis zu -5 Grad Celsius. Am Flughafen wurde die niedrigste Temperatur seit 1965 gemessen. Viele Kinder und Jugendliche haben zum ersten Mal überhaupt so viel Schnee live gesehen. Und selbst die meisten Erwachsenen können sich nicht daran erinnern, die „Weißen Inseln“ jemals so weiß von echtem Schnee erlebt zu haben. Ein Wintermärchen, das alle in Aufregung und viele in Begeisterung versetzt hat. Eine Sensation – die Tageszeitungen haben wochenlang seitenweise Leserfotos veröffentlicht.

Was war passiert? Wir waren zwischen drei Wetter-Systemen gefangen: Einem riesigen Hochdruckgebiet über dem Nord-Atlantik, das viel feuchte und extrem kalte Luft aus dem Norden über Frankreich zum Mittelmeer trieb. Dann ein kleineres Hoch über der iberischen Halbinsel. Und ein Tiefdruckgebiet über Süd-Italien. Das Hoch über der iberischen Halbinsel drehte sich mit dem Uhrzeigersinn.

Das Tiefdruckgebiet drehte sich gegen den Uhrzeigersinn. Die Balearen lagen genau zwischen den beiden. Dadurch entstand ein Trichter, der die Luft genau über Barcelona und die Balearen gelenkt hat. Das Italien-Tief hat die Luft dabei mit noch mehr Feuchtigkeit versorgt. So kamen schwere Schneewolken zu uns.

Das Ergebnis: Winter-Wunderland auf den Pityusen. Allerdings dauerte das Schnee-Spektakel nur einen halben Tag. Denn die Sonne hat hier immer noch das Sagen. Bis Mittag war die weiße Pracht an den meisten Stellen schon wieder geschmolzen.

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