Forschung bestätigt: das menschliche Bewusstsein überlebt den biologischen Tod

Was geschieht nach dem Tod mit unserer »Seele«? Darüber gibt es verschiedene religiös oder philosophisch begründete Theorien.

Anhänger unterschiedlicher Religionen beispielsweise glauben an einen »Himmel« oder eine andere angenehme Form des Lebens nach dem Tod für alle, die auf der Erde ein gutes, tugendhaftes, moralisches Leben geführt haben.

Wissenschaftler lehnen solche Vorstellungen größtenteils ab, hauptsächlich deshalb, weil Wissenschaft prinzipiell auf dokumentierten und wiederholbaren Beweisen basiert. Die Frage, was nach dem Tod des Körpers mit dem menschlichen Bewusstsein geschieht, ist jedoch etwas ganz anderes.

Dessen eingedenk unternahmen Wissenschaftler an der Southampton University in Großbritannien die größte jemals durchgeführte Studie darüber, was nach dem Tod mit dem Bewusstsein geschieht. Sie kamen zu dem Schluss, man wisse zwar nicht wie oder warum, vieles deute aber darauf hin, dass nach dem physischen Tod eine Zeit lang noch eine Form von Bewusstsein und Aufmerksamkeit bestehe. Bewusstsein und Körper sind also offenbar irgendwie verbunden, können aber nach dem, was wir Menschen Tod nennen, einen getrennten, nicht-physiologischen Weg einschlagen.

Geleitet wurde die Untersuchung von Dr. Sam Parnia; die Studie wurde in der medizinischen Fachzeitschrift Resuscitation veröffentlicht. Durchgeführt wurde sie an über 2000 Menschen in Großbritannien, den USA und Australien, die einen Herzstillstand erlitten hatten.

»Hinweise darauf, dass das Bewusstsein nicht ausgelöscht wird«

Die Wissenschaftler folgten bei der Studie einer rigorosen Methode, um alle Fälle auszuschließen, die möglicherweise auf individuellen Eindrücken beruhten, die zwar wertvoll sein konnten, aber nicht von wissenschaftlichem Interesse waren.

Es zeigte sich, dass 40 Prozent der Menschen, die einen Herzstillstand überlebten, in der Zeit, bevor ihr Herz wieder zu schlagen begann, über eine Art Bewusstsein verfügten.

»Bisher deutet alles darauf hin, dass das Bewusstsein in den ersten Minuten nach dem Tod nicht ausgelöscht wird. Ob es nachher verschwindet, wissen wir nicht, aber unmittelbar nach dem Tod ist das Bewusstsein nicht verloren«, sagte Parnia.

»Wir wissen, dass das Gehirn nicht arbeiten kann, wenn das Herz zu schlagen aufgehört hat. … Aber in diesem Fall scheint das Bewusstsein nach dem Herzstillstand bis zu drei Minuten bestanden zu haben, obwohl das Gehirn normalerweise 20 bis 30 Sekunden, nachdem das Herz aufgehört hat zu schlagen, seine Tätigkeit einstellt.«

»Das ist bedeutsam, da verbreitet die Vorstellung herrscht, bei Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Tod handele es sich wohl um Halluzinationen oder Illusionen, die entweder auftreten, bevor das Herz stoppt oder nachdem es erfolgreich wieder zum Schlagen gebracht wurde«, betonte Parnia weiter, »aber nicht um eine Erfahrung, die mit ›realen‹ Vorgängen korrespondiert, während das Herz nicht schlug. Darüber hinaus stimmten in diesem Fall detaillierte Erinnerungen an visuelle Sinneseindrücke mit bestätigten Vorgängen überein.«

»Potenziell reversibler Prozess«

Parnia berichtete, insgesamt seien 2060 Herzstillstandpatienten untersucht worden. 330 von ihnen überlebten. 140 von ihnen gaben an, während der Wiederbelebung teilweise bei Bewusstsein gewesen zu sein.

»39 Prozent … beschrieben ein Gefühl von Aufmerksamkeit, konnten sich aber nicht explizit an Vorgänge erinnern«, sagte er, ein Hinweis darauf, dass »möglicherweise mehr Menschen ursprünglich mental aktiv sind, dann aber das Gedächtnis verlieren, entweder infolge der Schädigung des Gehirns oder aufgrund sedativer Medikamente«.

»Jeder Fünfte sagte, er habe ein ungewöhnliches Gefühl von Friedlichkeit empfunden, während fast jeder dritte angab, die Zeit sei entweder langsamer oder schneller abgelaufen«, zitiert Bioethics.Georgetown.edu den Forscher weiter. »Einige erinnerten sich, ein helles Licht gesehen zu haben, einen goldenen Blitz oder den Schein der Sonne. Andere erinnerten sich an ein Gefühl von Angst, von Ertrinken oder an den Eindruck, durch dunkles Wasser gezogen zu werden. 13 Prozent sagten, sich hätten sich von ihrem Körper getrennt gefühlt, genauso viele gaben an, ihre Sinne hätten verstärkt gewirkt.«

Am Ende sagte Parnia, er glaube, dass der Tod »entgegen der Wahrnehmung kein spezifischer Moment, sondern ein potenziell reversibler Prozess ist, der eintritt, wenn Herz, Lunge und Gehirn nach einer schweren Krankheit oder einem Unfall ihre Tätigkeit einstellen«.

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