South Stream - Bau ist ins "Stocken" geraten (?)

Böhme Zeitung, Soltau am 17.06.14 - „Willkommener Streit" Agentur Meldung / Niedersächsisches Tageblatt

Zum letzten Absatz, ab: Vor allem aber hoffen (…) für den zuletzt ins Stocken geratenen Bau der
südlichen Ukraine-Umgehung South Stream.
Man könnte meinen, der Bau hätte, aus sich selbst heraus, entschieden eine Pause einzulegen. Oder,
da ein Bau - ansich bekanntlich - nicht handlungsfähig ist, es sei einem Vermessungsingenieur bei
der Trassenplanung die Richtung etwas verrutscht und dies müsse, nur eben mal, korrigiert werden.
Es verhält sich jedoch etwas ernster, um nicht zu sagen schier ungeheuerlicher: Die Bauarbeiten der
South Stream-Pipeline, die die Europäische Union mit russischem Gas ab 2015 beliefern würde,
wurden, auf Druck der Vereinigten Staaten, von Bulgarien unterbrochen! Diese Entscheidung,
schädigt zuallererst die EU und wurde, man glaubt es kaum, zusätzlich durch den Präsidenten der
Europäischen Kommission, José Manuel Barroso unterstützt. Damit handelt er gegen die ausgewiesenen
Interessen der EU Staaten und stellte sich bedingungslosen in den Dienst Washingtons.
Die angereisten US-Senatoren Ron Johnson, John McCain und Chris Murphy verlangten vom
bulgarischen Premierminister Plamen Oresharski , dass er, unter Verletzung seiner vertraglichen
Verpflichtungen, den Bau der South Stream-Pipeline einstelle. Sie kritisieren, für den Bau des
bulgarischen Teils der Pipeline ein Konsortium gewählt zu haben, an dem die russische Gesellschaft
Stroitransgaz teilnimmt, die aber unter US-Sanktionen steht. Auch kündigte Barroso, gegen
Bulgarien, die Eröffnung eines Verfahrens der Union, wegen angeblichen Unregelmäßigkeiten bei
den Ausschreibungen für South Stream an.
Ferner üben die Vereinigten Staaten Druck auf die europäischen NATO-Staaten aus, damit sie die
Importe von russischem Öl und Gas reduzieren, die etwa ein Drittel der EU-Energie-Importe
ausmachen. Mit einem Ton der Erpressung sagte die Botschafterin der Vereinigten Staaten in Sofia,
Marcie Ries: "Wir warnen die bulgarischen Unternehmer: sie sollen vermeiden, mit Unternehmen
zu arbeiten, die Sanktionen seitens der USA bekamen“.