Indien: Journalisten unter Lebensgefahr

Indien ist stolz auf seine demokratische Tradition und eine vielfältige Medienlandschaft, doch 2013 wurden dort mindestens neun Journalisten wegen ihrer Arbeit getötet. Mafiagruppen, Demonstranten und Anhänger politischer Parteien gehen gezielt gegen Journalisten vor, mitunter aber auch Polizei und Armee. Die Gewalt wird nur selten verfolgt. Journalisten, die sich keinen Gefahren aussetzen wollen, üben sich deswegen zunehmend in Selbstzensur.

Die indische Journalistin Tongam Rina ließ sich nicht einschüchtern. Sie hat über Umweltskandale, korrupte Lokalpolitiker und Frauenrechte geschrieben. Im Juli 2012 schossen Unbekannte die investigative Journalistin vor der Redaktion ihrer Zeitung Arunachal Times in der nordindischen Stadt Itanagar nieder. Rina erlitt lebensgefährliche Verletzungen und musste monatelang behandelt werden.

Seit 2013 lebt die Journalistin mit einem Stipendium der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte in Deutschland. Kurz vor ihrer Rückkehr nach Indien lädt Reporter ohne Grenzen zu einem Gespräch mit Tongam Rina ein: Welchen Gefahren sind Journalisten in Indien ausgesetzt? Welche Themen erregen besonderen Anstoß? Auf welche Weise üben Politiker, Geschäftsleute und Rebellengruppen Druck auf unliebsame Journalisten aus?

Das Gespräch findet auf Englisch statt. Anmeldungen bitte an rog@reporter-ohne-grenzen.de.