Arbeitslose in Griechenland verschmähen Feldarbeit

Arbeitslose in Griechenland verschmähen Feldarbeit-Griechenland Blog

Trotz der hohen Arbeitslosigkeit in Griechenland sind nur wenige Griechen bereits, sich zu den üblichen Hungerlöhnen in der Landwirtschaft zu verdingen.

In letzter Zeit wird viel darüber geredet, dass sich in Griechenland hauptsächlich junge Leute dem Sektor der Landwirtschaft zuwenden. In der Praxis scheint sich diese Tendenz jedoch nicht auf die klassische Landarbeit, sondern auf die kleinunternehmerische Tätigkeit in neuen Kulturen zu beziehen. Charakteristisch ist, dass bei der Pfirsichernte in den Präfekturen Imathia und Pellas ein weiteres Jahr Ausländer – hauptsächlich aus Albanien und Bulgarien – arbeiten, da die Griechen nicht einmal kamen um eine Bewerbung auszufüllen.

Zu einer Stunde, wo laut den offiziellen Daten der griechischen Arbeitsbehörde (OAED) für den Monat März die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe von 30 bis 54 Jahren 63% übersteigt, bekundeten 1.850 ausländische Arbeiter und gerade einmal nur 28 Griechen ihr Interesse, in der Pfirsichernte zu arbeiten.

Pfirsichernte wird überwiegend von Albanern und Bulgaren eingebracht

Die einschlägige Bekanntmachung erfolgte von der “Spontanen Bewegung der Landwirte” der Präfektur Imathia per Internet. Von den 28 Griechen, die sich anfänglich interessiert zeigten, begaben sich letztendlich sogar nur 2 – eine Mutter mit ihrem Sohn aus Thessaloniki – nach Imathia, aber als sie genau über die von ihnen zu verrichtende Arbeit informiert wurden, zogen sie wieder ab.

Entsprechend war das Bild auch im vergangenen Jahr, da alle Griechen, die sich zur Arbeit einstellten, diese sehr schnell aufgaben. “Geht man jetzt nach Veria, sind die Cafeterien voll mit jungen Leuten, die dort herumsitzen und ihren Kaffee trinken und keinerlei Interesse für den Tageslohn zeigen, den sie auf den Feldern verdienen können“, erklärte im Gespräch mit Voria.gr Kostas Liliopoulos, Mitglied der “Spontanen Bewegung der Landwirte von Imathia”, der auf seinen Feldern seit 20 Jahren speziell albanische Felder beschäftigt und betonte: “Wir bevorzugen die Griechen, sobald jedoch diejenigen, die überhaupt kommen, das erste Geld erhalten, gehen sie weg und lassen uns hängen.

Jedes Jahr entstehen von Mai bis September in den beiden Präfekturen 10.000 – 12.000 Arbeitsplätze, die sich hauptsächlich auf die Ernte und die Weiterverarbeitung der Pfirsiche beziehen. Der Tageslohn bewegt sich bei 23 – 25 Euro und bezieht sich auf eine achtstündige Arbeitszeit nebst Sozialversicherung. “Die Arbeit ist besonders in den Sommermonaten schwer“, erkannte Herr Liliopoulos jedenfalls an. (Anmerkung: In der Praxis beträgt die Arbeitszeit häufig 10 Stunden und mehr, und bezüglich der Sozialversicherung wird ebenfalls auf breiter Basis “gemauert”.)

Sicherlich hat kein junger Mensch – besonders wenn er studiert hat – als Traum seines Lebens, eine dermaßen mühsame manuelle Arbeit zu verrichten, in keinerlei Zusammenhang mit dem Gegenstand seiner Ausbildung und mit nicht besonders befriedigenden Bezügen. Es ist jedoch ein Tagelohn, um zu der wirtschaftlichen Situation seiner Familie oder auch der eigenen beizutragen, den er sogar auch inmitten der tiefen Krise finden kann, welche unser Land durchlebt.

(Quelle: Voria.gr)

http://www.griechenland-blog.gr/2013/06/arbeitslose-in-griechenland-verschmaehen-feldarbeit/13787/