PecuniaOlet

Ein Wort zu Löschung und Zensur

Der kritische Bürger mit einem Restsinn für Realität sieht die westliche Zivilisation und ihre Werte in einem erbärmlichen Zustand und fragt nach den Ursachen.

Der kritische Bürger erkennt, dass Informationen aus den Medien eigentlich nur zu trauen ist, wenn es sich nicht um politische Dinge handelt, sondern um Sport oder das Feuilleton.

Er analysiert die Gründe aus keinem Ressentiment heraus, etwa wegen persönlicher Erfolglosigkeit, finanzieller Probleme oder mangelndem Selbstbewusstsein , deren Schuld und Ursachen er bei den anderen sucht, sondern ist bemüht, bei allen Themen stets eine neutrale Perspektive zu bewahren. Nichts ist dem kritischen Bürger peinlicher, als wenn er sich selbst dabei ertappt, einem Vorurteil erlegen zu sein.

Der kritische Bürger ist vielleicht ob seiner Ohnmacht gelegentlich auch emotionalisiert und zornig, denn er ist Mensch und keine Maschine.

Der kritische Bürger ist weder pro- noch antiamerikanisch, weder pro- noch antiisraelisch, weder pro- noch antiislamisch usw., denn das sind Begriffe, die vom Feind des kritischen Bürgers kreiert wurden, ähnlich wie der Begriff “Verschwörungstheorie“. Der kritische Bürger sieht nicht die USA, das Israel, die Juden, die Muslime etc., sondern er erkennt die unterschiedlichen Strömungen, Gruppierungen und die Mannigfaltigkeit der dort lebenden Menschen. Leider lässt es sich häufig nicht vermeiden, dass er USA, Israel, Deutschland sagt, wo er eigentlich ausschließlich deren Führung oder Schattenregierung etc. meint.

Der kritische Bürger erkennt, dass die Völker der Welt und der Einzelne auf eine unglaubliche Weise von einer sehr geringen Zahl an Menschen vorgeführt werden.

Der kritische Bürger bezieht Informationen selektiv jedoch nach wie vor auch aus dem Mainstream http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-06/isis-ir..., und weiß es zu schätzen, dass trotz "Atlantikbrücke" gelegentlich kritisch berichtet wird/wurde.

Der kritische Bürger mag kein Hardliner und keine religiösen Fundamentalisten. Ganz egal, woher sie kommen und welcher Religion sie angehören.

Wenn er dann einmal etwas provokantere Bilder und oder Texte ins Netz stellt, die im Vergleich zu manchen Karikaturen eher harmlos sind, sollte das eigentlich kein Problem darstellen, solange man in einer Demokratie lebt. Die Regeln dieser Demokratie bestimmt aber leider nicht das Volk.

Der kritische Bürger weiß ,dass Hitzköpfe und Fundamentalisten in Verbindung mit gutgläubigen und naiven, braven Bürgern die nützlichsten Deppen der Regierungen und "Schattenregierungen" sind, und dass kühl kalkulierende und hochintelligente Köpfe dies strategisch auf boshafteste Art und Weise zu nutzen wissen.

Dem kritischen Bürger ist bewusst, dass die moralische Verkommenheit der Weltpolitik auch sein eigenes Vorstellungsvermögen übersteigt, und dass er die Welt im Grunde nur verbessern kann, indem er sich "verbessert", sein Verhalten ändert, Wagnis statt Anpassung wählt, und seine Meinung im Netz und anderweitig wiedergibt.

Weshalb wird die ganze Scheiße dann auch hier zunehmend zensiert?