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Die Juden, der Staat und die Globalisierung

Dass der Staat in seinem Grund(un)wesen und von Beginn an nichts anders als eine Institution von Eliten zur Unterwerfung und Ausbeutung der Mehrheit sei, darin waren sich zumindest zwei der Gründerväter europäischer Soziologie einig: Der "Antizionist" und Professor für Staats- und Verwaltungsrecht an der Universität in Graz Ludwig Gumplowicz (1839-1909), und sein Kollege, Arzt und Ökonom Franz Oppenheimer (1864-1943), beides Söhne von Rabbinern. Diese Meinung über den Ursprung des Staatswesens entspricht im Wesentlichen meiner eigenen, die ich bereits im Beitrag  "Die Vertreibung aus dem Paradies - Der Fluch der Arbeit" dargelegt habe.("Der Wildbeuter wurde zum Menschenbeuter, zum Sklavenhalter oder zum gehorsamen Untertan. In jener Zeit schieden sich sie Wölfe von den Schäflein, die Herren von den Sklaven, das Volk von den Herrschenden oder es wurden zumindest durch das Notwendig-Werden vorstaatlicher Strukturen die Grundlagen dazu geschaffen. Die ursprüngliche Freiheit des Menschen, nach der ihn eine unendliche Sehnsucht plagt, war dahin. Am Ende dieser Prozesse standen der Staat und die Steuer")

Für diese Schlussfolgerung bedurfte ich keiner Quellen, denn diese Tatsache "springt" nach kurzem Nach-denken geradezu ins Hirn, sie ist gewissermaßen a priori vorhanden, augenscheinlich wie die Axiome der Mathematik, und ist Triebfeder jeder Sehnsucht nach einer idealen, möglichst gerechten Gesellschaft und dem verlorenen (irdischen und diesseitigen) Paradies. Mag der Staat auch noch so ideell und ätherisch daherkommen - sein primärer Zweck ist Ausbeutung. Dieses Denken ist ursprünglich nicht christlichen, sondern eher jüdischen Geistes, und akzeptiert nicht das "Beherrscht-Werden" durch Dritte, sei es in Form anderer Staaten oder in Gestalt einer Klassengesellschaft als Auswirkung einer sie konstituierenden Staatsmacht. In der christlichen Tradition hingegen wurde überwiegend auf ein jenseitiges Paradies vertröstet, während diesseitige Herrschaftsverhältnisse "des Kaisers" so gottgegeben wie -gewollt waren, und die defätistische Hinnahme und Akzeptanz derselben in fatalistischer Ergebenheit die"Eintrittskarte" für ein besseres Jenseits in Aussicht stellte. Auch bei den Hindus wurde das Kastenwesen als Teil und Auswirkung einer höheren Weltordnung nie infrage gestellt, was sozialem Fortschritt, Minderung des Leids und Bekämpfung der Armut grundsätzlich im Wege stand.

Die Kritik an der kapitalistischen Gesellschaft einschließlich des sie garantierenden Staats(un)wesens scheint von Karl Marx über Vertreter der "Kritischen Theorie", wie u.a. Max Horkheimer und Theodor Adorno, bis hin zu Erich Fromm und Noam Chomsky - ebenso wie das Bank(un)wesen und Medien-Unternehmertum selbst - primär einer Tradition jüdischen Geistes zu entspringen als auch im Widerspruch zu sich selbst zu stehen. Selbstverständlich könnte man jetzt einwenden, dass zum Beispiel Friedrich Engels kein Jude war, und es sowohl genügend nicht-jüdischer Kritiker des Kapitalismus als auch Sozialisten gab, ebenso wie nicht-jüdische Bankiersfamilien und Medientycoons. Das stimmt natürlich, jedoch scheint bei den prominentesten Repräsentanten beider gesellschaftlicher "Antipoden" relativ zum Bevölkerungsanteil doch die jüdische Herkunft zu überwiegen. Das Bestreben, die Welt im menschlichen Sinne zum Positiven zu verändern oder sie sich "untertan zu machen", ist mit graduellem Unterschied im Wesentlichen dasselbe. Die diesem Ziel immanente moralische Ambivalenz ergibt sich dann lediglich aus den Differenzen einzelner Charaktere ("kommt drauf an, was man draus macht"), nicht aus einem wie auch immer gearteten "Volksbewusstsein". Jedem Ideal wohnt bereits seine Korruption inne, und die Angst vor "Beherrscht-Werden" provoziert nicht selten den Wunsch nach Macht und Herrschaft, vor allem dann, wenn in der Vergangenheit Unterdrückung, Ausgrenzung und Verfolgung stattfanden. 

"Sie müssen, um bestehen zu können, in das feste Gefüge des mittelalterlichen Wirtschaftsbaues, in dem jeden seine Stellung und seine "Nahrung" angewiesen sind, als Störer eindringen; sie müssen neue Methoden der Konkurrenz, der Erzeugung, des Handels erfinden. Sie sind, wo immer sie stehen, in Verhältnissen, in denen der Mensch sich heftig rühren muß, um nicht unterzugehen. Sie haben das, was die Soziologie als "Pionier-Psychologie" bezeichnet: die Psychologie der Einwanderer in ein fremdes Land mit unbekannten Verhältnissen. Das schwächt die Kraft des Traditionalismus, der alle Initiative lähmt, zerbricht die "Stetigkeit" und beflügelt alle Kräfte des "Kulturwandels"............Und wenn ihnen eine Machiavellistische Fürstenpraxis keinen anderen Weg läßt als den des Wuchers, so müssen sie die Instrumente dieser "Schwamm-Politik" werden, wie Max Weber (S. 237) es nennt: "der Ausbeutung der Bevölkerung durch den Judenzins mit in unregelmäßigen Zeitabständen erfolgender Konfiskation des Gewinns und der Außenstände unter gleichzeitiger Ausweisung der jüdischen Gläubiger". Auf diese [S. 157] Weise sind die Juden von Stadt zu Stadt, von Land zu Land gehetzt worden. Es wurden förmliche Kartelle zu ihrer Beraubung zwischen den Fürsten abgeschlossen, etwa zwischen dem Bischof von Bamberg und dem hohenzollernschen Burggrafen von Nürnberg, dahingehend, da�� sie sich in die Beute teilen würden, wenn die Juden aus dem Gebiet des einen in das des anderen fliehen würden. Im übrigen war es, wie Max Weber gleichfalls (S. 234) festgestellt, nicht eine Eigentümlichkeit der Juden, daß sie Zins nahmen: "Zins ist in der ganzen Welt genommen worden, z. B. auch von mittelalterlichen Klöstern", sondern das für die abendländischen Völker Auffallende und Anstößige war, "daß die Juden zwar von Christen Zins nahmen, aber nicht untereinander". Wieder ein Fall des Gegensatzes von Binnen- und Außenmoral."

Franz Oppenheimer aus "Antisemitismus im Lichte der Soziologie"

Dass die Tendenz zur "Einen Welt", zu Weltbürgertum und Supranationalismus bzw.Überwindung des Nationalstaates eher jüdischen Geistes ist, dürfte erklärbar sein. Allerdings sähe solch eine Welt aus unserer Sicht in den Augen eines Erich Fromm oder Noam Chomsky anzunehmender Weise deutlich erstrebenswerter aus als in den Vorstellungen beispielsweise eines Bankiers oder Spekulanten.

Auch die Tatsache, dass in einer sowohl in wirtschaftlicher als auch sozialer Hinsicht zunehmend verflochtenen Gemeinschaft von Staaten mit entsprechend zwingend daraus hervorgehenden Interdependenzen nur ein Staat, der "aus der Reihe tanzt", alle anderen mit ins Verderben ziehen kann und den Frieden gefährdet, trug zusätzlich zur Idee eines "Weltstaates" bei. Alleine das zweigliedrige Kompositum aus "Welt" und "Staat" impliziert jedoch nach oben erwähnter Theorie des Staates eine globale Klassengesellschaft mit globalem Ausbeutungsmechanismus, zu der unter aktuellen Bedingungen ein solcher "Weltstaat" auch zwangsläufig führen würde. (In dieser Hinsicht wäre der Nationalstaat ein Schutz).  Wählt man stattdessen den Begriff einer demokratisch organisierten "Weltgemeinschaft" mit "liberalem Sozialismus", so landet man irgendwann wieder bei der "Sozialen Marktwirtschaft", die Ludwig Erhard seinerzeit in adjektivischer Umkehrung des von Franz Oppenheimer geprägten Begriffes des "Liberalen Sozialismus" zunächst (als CDU-Mann) als "Sozialen Liberalismus" bezeichnete. Nur ein solcher liberaler Sozialismus, eine solche soziale Marktwirtschaft global verwirklicht, garantiert eine humane Form der Globalisierung.

Betrachtet man Demokratie als ein ständig asymptotisch angestrebtes, nie gänzlich zu erreichendes Ideal, als Re-Aktion auf ökonomische Ausbeutung mit dem Ziel diese zu minimieren bzw. auszuschalten, so kann der Weg zu diesem Ziel nur über eine Soziale Marktwirtschaft globalen Ausmaßes führen. Soziale Marktwirtschaft war im Westen offensichtlich nur möglich, solange die Sowjetunion als Gegenpol existierte, und die Ausbreitung eines globalen und unkontrollierten Raubtierkapitalismus im neoliberalistischen Gewand unterbunden hatte. Heute existiert Soziale Marktwirtschaft auch in Deutschland zunehmend nur noch auf dem Papier und als politischer Slogan. Demokratie ist aber nicht möglich, solange es eine herrschende und eine beherrschte Klasse gibt. Nicht umsonst wird das sogenannte Volk bei wichtigen Entscheidungen nicht befragt und hat lediglich die Wahl, seine Stimme zu "versenken", um nichts Wesentliches zu verändern. Demokratie ist nur mit freien Bürgern realisierbar, und "frei" heißt in diesem Sinne ökonomisch unabhängig. In früheren Zeiten hätte das einen ausreichenden Landbesitz vorausgesetzt, dessen Größe die Ernährung einer Familie problemlos garantiert hätte. Und dies wäre ohne die von Seiten des Staates (der Herrschenden) betriebene "Landsperrung" auch umsetzbar gewesen. In Zeiten heutiger Produktivität wäre dies trotz erfolgten Bevölkerungswachstums umso mehr möglich. Was früher durch die Natur jedem Menschen gleichermaßen zur Verfügung gestellt wurde, um später dann durch Ackerbau und Viehzucht "ersetzt" zu werden, entspricht heute der Produktivität und den Mitteln, durch welche sie realisiert wird. Diese ökonomische Unabhängigkeit zu erreichen, ist absolut möglich, von der herrschenden Klasse jedoch nicht erwünscht, das heißt "nicht finanzierbar". Die meisten glauben das auch vorbehaltslos, und machen weiter wie bisher. Und zwar so lange, bis eine NWO realisiert wird, die keineswegs dem Sinne ihrer ursprünglichen "Erfinder" entspräche und zu Totalitarismus ungeahnten Ausmaßes führte. Der dann unmittelbar zuvor einsetzende Nationalismus und Radikalismus wäre lediglich eine Abwehrreaktion. Ich glaube nicht, dass Nationalismus jemals  um seiner selbst willen entstand, etwa weil er so schön und romantisch ist, sondern stets eine Abwehr- und Schutzreaktion eines von anderen Staaten ausgebeuteten Volkes war, die allerdings vom eigenen Staat (der herrschenden  Klasse) dieses Volkes selbstredend stets korrumpiert und missbraucht wurde.

Der ungezügelte Kapitalismus wird scheitern oder zu totaler Knechtschaft führen. Wahrer "Kapitalismus" kann nur einer sein, der den Weg zur vollen Entfaltung des humanen Kapitals eines jeden Individuums ebnet.