Infobrief der Monetative

im Jahr 2009 haben sich in Berlin ein paar am Geldsystem Interessierte zusammengefunden, um die "Initiative Monetative" zu gründen. Als inhaltliche Klammer verabschiedeten wir damals eine Initiativerklärung, die wir jetzt fortschreiben wollen, denn inzwischen wurde die Idee Vollgeldreform/Monetative in einer breiten öffentlichen Debatte weiterentwickelt. Wir haben jetzt einen Vorschlag für eine Neufassung erarbeitet, die Sie zusammen mit der bisherigen Erklärung hier finden. Da die Geldschöpfung der Banken lediglich eine (aus unserer Sicht zweifelhafte) Buchungstechnik für Geld ist, erläutern wir auch, wie Geld bei den Banken unserer Meinung nach zukünftig verbucht werden sollte: Nicht mehr nur als Verbindlichkeit auf Auszahlung von Geld (Passivum), sondern als echtes Geld (Aktivum), so wie das auch "Nichtbanken" machen. Wir freuen uns über Kritik/Anmerkungen/Kommentare zu unserem Entwurf, insbesondere auch von unseren Vereinsmitgliedern. Wenn Sie sich beteiligen wollen: Senden Sie uns eine e-mail anmail@monetative.de, Sie bekommen dann eine Einladung, an der Diskussionsgruppe zur Initiativerklärung teilzunehmen.


Rundfunkgebühr sparen und gleichzeitig Geldreform voranbringen

Handelsblatt-Redakteur Norbert Häring hat die Einzugsermächtigung für seine Rundfunkgebühr gekündigt und fragt mit Verweis auf das Bundesbankgesetz an, wo er denn die Gebühr mit gesetzlichem Zahlungsmittel (also Bargeld) bezahlen kann. Seitdem hat er nichts mehr vom Beitragsservice gehört.
Lesen Sie sein Schreiben dazu hier. Wenn das massenhaft gemacht würde, käme der Gesetzgeber nicht umhin, sich endlich der Frage zu stellen, warum denn elektronisches Giralgeld kein gesetzliches Zahlungsmittel ist. Und dann wären wir mitten drin in der Vollgelddebatte!

Neuer Flyer

Von einigen Mitgliedern wurde auch ein neuer Flyer zum Verteilen erstellt, der gerne von unserer Webseite heruntergeladen werden kann. Auch Bestellungen für gedruckte Exemplare nehmen wir gerne entgegen.

Neue Bücher

Das Buch "Der Souveränitätseffekt" von Joseph Vogl beschreibt, wie sich neben den staatlichen Ebenen eine souveräne "Vierte Gewalt" bildet, die den Staat mehr und mehr kontrolliert und sich das "Finanzregime" so zur "parademokratische Ausnahmemacht" heranbildet. Eine zentrale Rolle dabei spielen die "unabhängigen" Zentralbanken, die als "Bank der Banken" diese Ausnahmemacht absichern. Eine lesenswerte Analyse auch der historischen Entwicklung, die allerdings keine Lösungsvorschläge enthält. Wir meinen, dass eine gute Antwort auf die beschriebenen Probleme die Beendigung der privaten Bankengeldschöpfung durch eine Vollgeldreform wäre.
Unser Beiratsmitglied Michael Schemmann hat seine Kritik an den zweifelhaften Buchungsmethoden der Banken, die ihnen ihre Geldschöpfung ermöglicht, in einem neuen Buch mit dem Titel "Putting a Stop to Fictitious Bank Accounting" zusammengefasst. Er beschreibt im Kapitel "Accounting for Money", wie dadurch die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung gebrochen werden, die für alle anderen Unternehmen gelten. Gleichen vielleicht deshalb Bankbilanzen "Schwarzen Löchern" mit immer neuen Überraschungen?

Debatte über Geldreform in Holland beginnt

Eine holländische Theatergruppe hat eine Bürgerinitiative gestartet, die das Thema Geld und Banken im holländischen Parlament debattieren lassen will. Diese Initiative hat schon über 114.000 Unterschriften gesammelt und steht unserer holländischen Schwesterorganisation "onsgeld" nahe, die wiederum Material von "positive money" in England verwendet. Mehr und mehr bildet sich also eine Zusammenarbeit für eine Geldreform in Europa heraus. Da sei auch nochmal an unsere Musteranfrage an deutsche Bundestagsabgeordnete bezüglich einer Parlamentsdebatte in Deutschland erinnert.

Schweizer Vollgeldinitiative

In der Schweiz sind jetzt schon 58.139 Unterschriften (Stand 8.5.) gesammelt, es gibt also die berechtigte Hoffnung, bis Herbst die 100.000 zu schaffen! Vielleicht auch mir Ihrer Unterstützung? Informieren Sie sich auf der Webseite der Vollgeldinitiative.

Presseecho

Ein Beitrag von Daniel Stelter in der Zeitschrift Cicero über Geldreform mit dem Titel "So lösen sich Schulden in nichts auf" wurde zum meistgelesenen Cicero-Beitrag im Monat April. In der Zeitung "Freitag" erschien ein Bericht über den u.a. von "Mehr Demokratie e.V." veranstalteten Frankfurter Geldkongress, und unser Vorstandsmitglied Christan Schantz veröffentlichte im online-Magazin "Telepolis" einen Artikel mit dem Titel "Banken verdienen kein Geld - Banken lassen arbeiten". Lesen Sie mehr dazu in unseremPressespiegel.

Redaktion: Klaus Karwat