Manifest: Geothermie


Das Gesetz für den Vorrang „Erneuerbarer-Energien“ (EEG) zählt unter § 3 neben Windenergie, solarer Strahlungsenergie usw. auch die Geothermie zu den sog. erneuerbaren Energien und in § 9 dieses Gesetzes werden auch schon die Vergütungen für Strom aus Geothermieanlagen genannt. Und zwar je nach installierter Leistung zwischen 7,16 und 15 Cent je Kilowattstunde (ct/kWh.

Geothermische Energie ist die in der Erdkruste gespeicherte Wärmeenergie, die in Gebieten mit ausgeprägter geothermischer Anomalie zur Raumheizung, als Prozesswärme und zur Stromerzeugung genutzt werden kann. Stromerzeugung mittels geothermischer Energie erfolgt in so genannten geothermischen Kraftwerken. Da zur Stromerzeugung Dampfdrücke zwischen 2 und 7 bar und Temperaturen von etwa 180*C erforderlich sind, können geothermische Kraftwerke, wie gesagt, nur in Gegenden mit ausgeprägter geothermischer Anomalie errichtet werden, insbesondere dort, wo die geothermischen Energieträger Heiß- und Sattdampf und Heißwasser von selbst aus dem Boden treten oder mit Bohrungen aus Tiefen von 1.000 bis 2.000 m gefördert werden können. Am einfachsten zu betreiben sind geothermische Kraftwerke nach dem Trockendampfprinzip, bei denen der überhitzte Dampf direkt aus der Erde auf die Turbinenschaufeln der Generatoren geleitet werden kann. Ein anderes Verfahren zur Nutzbarmachung heißer Trockengesteine ist das noch in der Erprobung befindliche Hot-Dry-Rock-Verfahren, bei dem die Tiefenwärme aus heißen, trockenen Gesteinen in großindustriellem Maßstab entnommen und einer technologischen Verwertung zugeführt werden soll. Zwei Bohrungen hinreichender Tiefe werden nebeneinander niedergebracht, Wasser durch die eine Bohrung in künstlich erzeugte Klüfte hinabgepresst und durch die andere als Heißwasser wieder an die Oberfläche gepumpt.

In Deutschland beschränkt sich die Nutzung der in der Erdkruste gespeicherten geothermischen Energie wegen der geringen Temperaturen ausschließlich auf Wärmeanwendungen im Niedertemperaturbereich, die Möglichkeit der geothermischen Stromerzeugung (geothermisches Kraftwerk) ist in Deutschland nicht gegeben. Obwohl diese Tatsache unter Fachleuten seit langem bekannt sind, hat das Bundesumweltministerium – unter Herrn Trittin – viele Millionen Euro für nutzlose Versuche ausgegeben. So wurde z.B. einem Bericht der VDI-Nachrichten zufolge im November 2003 in Neustadt Glewe, südlich von Schwerin in Gegenwart dieses Ministers „das erste deutsche Erdwärmekraftwerk in Betrieb genommen“. Die Betreiberfirma Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH gab auf Anfrage dann auch an, dass Strom für 5000 Haushalte erzeugt würde, nach einer Mitteilung der Landesregierung gibt es jedoch nur 1400 Haushalte und 15 (kleine) Gewerbebetriebe, die mit Fernwärme versorgt werden.

Im Februar 2004 besuchte Minister Trittin die Baustelle eines der größten in Deutschland geplanten Erdwärmekraftwerke im baden-württembergischen Urach, das nach dem Hot-Dry-Rock-Verfahren arbeiten sollte. Das Herz der Anlage sollte die Stromerzeugung werden, mit der 2.000 Haushalte am Rande der schwäbischen Alb versorgt werden sollten. Doch die Bohrung im zweiten der beiden auf 4.500 m Tiefe vorgesehenen Bohrlöcher blieb bei 3.000 m Tiefe stehen. Was war geschehen ? Nach offiziellen Angaben ging für die Bohrung mehr Geld drauf