EU-Lobby-Sumpf: 65000 Euro pro Abgeordneten in zwei Jahren

Eine Reise, Einladungen zum Abendessen oder zu einer Grachtenfahrt – der österreichische EU-Abgeordnete Hans-Peter Martin hat nach eigenen Berechnungen in den vergangenen zwei Jahren Angebote von Lobbyisten im Wert von 65.000 Euro erhalten. „Das ist ein Schätzwert, der zurückhaltend angesetzt wurde“, sagte Martin der Nachrichtenagentur afp in Brüssel. Im Parlament wird nun der Ruf nach einer Offenlegung aller Lobbykontakte laut.

Der fraktionslose Martin sammelte in den vergangenen zwei Jahren Mails und Briefe von Interessengruppen und kommt nach seiner nun veröffentlichten Zählung auf 1427 Lobby-Interventionen: „Das sind durchschnittlich mehr als drei Lobby-Versuche pro Arbeitstag.“

Martin hat die Anfragen auf seiner Internetseite dokumentiert