ABSOLUTER BULLSHIT, wie man mit drei Klicks bei Google Scholar hätte rausfinden können.

Der deutsche Vegan Wonderland Onlineshop publizierte im März auf Facebook das Foto auf dieser Seite mit dem Kommentar: „In einer Mastanlage wird ein neuer Schaum getestet. Er bedeckt die Tiere und diese ersticken qualvoll. Aber leise und keiner macht sich ‚die Hände schmutzig‘. Mensch, Du bist das schlimmste und abscheulichste Tier von allen.“

Wer Grundkenntnisse in industrieller Tierhaltung[hac1] hat, dem erscheint diese Erklärung an den Haaren herbeigezogen. Googlen hilft: Das Foto zeigt keineswegs eine Methode zur routinemäßigen Tötung von Geflügel. Der Verband der Amerikanischen Veterinärmediziner (AVMA) erklärt: „Der AVMA unterstützt den Einsatz von wasserbasiertem (Lösch-) Schaum als Methode zur Massentötung von Zuchtgeflügel […] unter folgenden Bedingungen: Die Tiere sind mit einer zoonotischen (vom Tier auf den Menschen übertragbaren, d. Red.) Krankheit infiziert, oder mit einer sich schnell verbreitenden Infektion, die nach Ansicht der staatlichen Behörden nicht mit einer konventionellen Massentötungsmethode beherrscht werden kann oder die Tiere befinden sich in einem Gebäude, das beispielsweise wegen einer Naturkatastrophe einsturzgefährdet ist und nicht gefahrlos von Menschen betreten werden kann.“

Sinn der Übung ist also, Leben und Gesundheit von Mensch und Tier zu schützen. Ähnliche Fotos publizierte die Universität von Delware, die für die USA die Forschung zur Vogelgrippe zentral koordiniert. Dankbar greifen zahlreiche NGOs solche Bilder und Informationen auf. Die Organisation Peta, die anders als öffentlich wahrgenommen nicht für Tierschutz, sondern für Tierrechte kämpft, stellt die durchaus diskutable Forderung auf, statt Schaum Stickstoff zu verwenden. Experten halten das für nicht praktikabel, da Geflügelställe in der Regel nicht luftdicht genug sind, die erforderliche CO2-Konzentration also nicht schnell erreicht werden kann und überdies Feuerwehrschaum normalerweise bei Katastrophen eher verfügbar ist.