Ibiza: Flammenhölle im Yachthafen

Die Flammen überragten die Masten der meisten Segelboote im Hafen von Botafoch. Haushoch schlugen sie in den Nachthimmel als Millionen von Euro im schwarzen Wasser versanken. Dicke Wolken quollen durch den Hafen und der beißende Geruch von brennendem Treibstoff und Kunststoff stach in Nase und Augen. Feuerwehr und Rettungskräfte hatten keine Chance gegen die Flammenhölle.

Fünf Luxusyachten völlig zerstört

Es war kurz nach Mitternacht, der vierte Adventssonntag war eben vorbei, in den Hafenrestaurants in der Marina Botafoch saßen nur noch wenig Gäste, als das flackern der Flammen den Hafen in unwirkliches Licht tauchte. Das Feuer schlug aus der „Yacht Olympia“, am Luxus-Schlengel gleich gegenüber der Tankstelle. Ein Wachmann alarmierte sofort Feuerwehr und Polizei. Doch wenn die Kunststoffe einer Yacht einmal brennen, sind sie nicht mehr unter Kontrolle zu bringen. Das Feuer fließt mit den Kunstharzen, die engen Kabinen bieten Schutz vor dem Löschschaum. Treibstoff, Öl, Holz, Teppiche – alles fängt Feuer und entwickelt sich zur Feuerhölle. Selbst das Wasser beginnt zu brennen. Windböen fachten die Flammen zusätzlich an … und die Tankstelle war nur wenige Meter entfernt.

Doch während die Fahrrinne die „Olympia“ und Tankstelle voneinander trennte und die Feuerwehr das Treibstoffdepot sichern konnte, gab es für die Yachten um die „Olympia“ herum keine Chance. Die große Hitze und der Wind machten es unmöglich, sie zu erreichen. Selbst ein Boot des Seenot-Rettungsdienstes war machtlos. Insgesamt fünf Luxusboote von 20-24 Metern Länge fielen dem Inferno zum Opfer: Die „Olympia“, die „Timbali“, die „Negrit“, die „Kenya“ und die „Excalibur“.

Zweistellige Millionenbeträge hatten sich in wenigen Stunden in Rauch aufgelöst – Gott sei Dank kamen aber keine Menschen zu Schaden. Da die Hafenleitung kurz nach Ausbruch des Feuers betroffene Schiffseigner informiert hatte, deren Boote in der Nähe des Brandherdes lagen, konnten auch etliche Yachten noch in Sicherheit gebracht werden.

Am folgenden Tag bot der Yachthafen ein Bild der Verwüstung: Die einst schnittigen Yachten fast vollständig gesunken, ein zäher harzartiger Teppich aus Ruß, Teer und Treibstoff auf dem Wasser. Verkohlte Wrackteile trieben umher. Durch das vom Treibstoff bunt schillernde Wasser schimmerten die Reste der Millionenträume. Die Feuerwehr hatte schwimmende Ölsperren ausgebracht, um das Ausbreiten des giftigen Teppichs zu verhindern. Die Aufräumarbeiten dauerten noch Tage.

Wann und wie die Wracks geborgen werden, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Auch die Brandursache war natürlich noch nicht ermittelt. In dem versunkenen und völlig zerstörten Wrack noch Spuren zu finden, wird fast unmöglich sein. Laut Aussage des Wachmannes war das Feuer in der Kabine der „Olympia“ ausgebrochen. Und dort hat das Feuer mit unglaublicher Hitze alles vernichtet...

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