Frankreich-Rundreise - Burgund / Jura (Franche-Comte) – Auvergne – Midi-Pyrenäen – Roussillon – Languedoc - Elsaß

Vezelay, Auxerre, Dijon, Autun, Beaune, Poligny, Bourges, Albi, Cordes-sur-Ciel, Peyrepertuse, Carcassonne, Figueres - Spanien

Samstag, 21.06.2003 Bonn – Chatillon-sur-Seine* - Ancy-le-Franc**

Die erste Streckenetappe von Berlin nach Bonn haben wir bereits gestern vollbracht, so dass wir gegen Mittag von Bonn aus starten. Unser erstes Ziel ist der kleine Burgund-Ort Ancy-le-Franc**, etwa 70 km von Dijon entfernt. Die knapp 600 km lassen sich in fünf Stunden gut bewältigen, erst kurz vor Dijon müssen wir die Autobahn verlassen. Auf den letzten 100 km Landstraße, die uns durch einige verschlafene kleine Orte führen, stellt sich nun so langsam das Urlaubsgefühl ein.

In Chatillon-sur-Seine* halten wir, um für unser für den Abend geplantes Picknick einzukaufen. Ein kleiner, aber hübscher und gepflegter Ort (selbst an Laternen und Brückengeländern wurden blühende Blumen arrangiert), durch den die kanalisierte (hier sehr schmale) Seine fließt; selbstverständlich hat Chatillon eine eigene Burganlage.

letzten rund 30 km legen wir voller Vorfreude auf unser Quartier zurück. Als wir ankommen, werden unsere Erwartungen noch übertroffen. Das "Chateau les Charmees" ist ein altes Schloss, das von drei Schweizer Schwestern als Chambre d´hote liebevoll betrieben wird. Gästen steht das ganze, in seinem ursprünglichen Zustand erhaltene Schloss mit Spielsalon, Musikzimmer, Esszimmer, Frühstückszimmer, etc. sowie dem 52 ha großen Grundstück zur Verfügung. Die sechs Gästezimmer sind ebenso Original belassen, wie das romantische Holzbank-Klo, auf dem man in der Gäste-Etage „thronen“ kann. Wir beziehen die Suite 2, auch als "Catherine Deneuve Suite", bekannt, denn hier hatte vorgenannte im August 2000 residiert. Ein ca. 80 qm-großes Zimmer mit alten Möbeln, Stofftapeten und einer freistehenden Badewanne im dazu gehörenden Badezimmer.

Gastfreundlich werden wir mit einem Begrüßungsschlückchen willkommen geheißen. Mit Blick auf das Schloss genießen wir unser Picknick und können uns für den Moment nichts Schöneres vorstellen.


Sonntag, 22.06.2003 Abbaye de Fontenay*** – Vezelay** – Auxerre** - Tanlay

Nach einem typisch französischen Frühstück beginnen wir bester Laune unseren Urlaub. Als wir die 35 km entfernt liegende Abbaye de Fontenay*** erreichen, zweifeln wir beinahe an den Öffnungszeiten, denn morgens um 10:00h ist die Abbaye noch weitgehend ausgestorben. Von der Anlage, die aus dem 11. Jh. stammt, sind wir absolut begeistert. Das Zisterzienser-Kloster, das früher bis zu 300 Mönche beherbergt hat, wurde 1790 aufgelöst und als Nationalbesitz verkauft. 1820 wurde es von einem Nachfahren des Heißluftballon-Erfinders Montgolfier erworben und zu einer Papierfabrik umgewandelt.
Glücklicherweise kaufte ein Lyoneser Bankier seinem Schwiegervater 1906 die Abtei wieder ab und brachte sie mit aufwändigen Renovierungsarbeiten in den Urzustand zurück; 1981 wurde die Anlage von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

Die Besichtigung gehört zu den absoluten Highlights einer Burgundreise. In der schmucklosen Abteikirche befindet sich eine berühmte Marienstatue. An die Kirche schließt sich ein riesiger grosser Schlafsaal mit Eichengebälk an, in dem die Mönche auf einfachen Strohsäcken auf dem Boden schliefen. Der angrenzende Kreuzgang wird zurecht als Herz des Klosters bezeichnet. Auch die Gartenanlage mit den vielen der Anlage den Namen gebenden Fontänen rundet das Bild ab. Zeugnisse der einst wirtschaftlich unabhängigen Abtei findet man in der Schmiede öder der Bäckerei. Als Erfinder der Nockenwelle, zum Antrieb der Eisenhämmer mit Wasserkraft sowie dem Einsatz von Blasebälgen, hatten die Zisterzienser entscheidenden Einfluss auf die Eisenindustrie und machten die Entdeckung des Gusseisens möglich.

Unser nächstes Ziel ist der kleine Ort Vezelay**, der eingebettet in eine reizvolle Landschaft auf einer Anhöhe liegt. Schon von weitem können wir die ehemalige Klosterkirche sehen. Die Geschichte der Basilique Sainte-Madeleine*** reicht bis ins 9. Jh. zurück. Die in ihr aufbewahrten Reliquien der Maria Magdalena zogen so viele Wallfahrer an, dass man die ursprüngliche Kirche vergrößern musste. Leider brach 1120 ein Feuer aus. Das Schiff wurde zerstört und begrub über tausend Pilger unter sich. Mitte des 12. Jh. wurde das Schiff und die Narthex (Vorhalle einer Kirche) neu errichtet. Besonders sehenswert ist das Bogenfeld im Mittelportal sowie die Kapitelle der Pfeiler.

Geht man um die Basilika herum kommt man zu einer Aussichtsplattform mit schönem Blick. Bei brütender Hitze schlendern wir die von vielen Cafes und Geschäften gesäumte „Hauptstraße“ zurück in Richtung Parkplatz.

Da uns zwei bedeutende Kirchen an einem Tag immer noch nicht reichen, steuern wir als nächstes Auxerre** an, eine kleine Stadt, gelegen an den Ufern der Yonne. Wir besichtigen die Cathedrale Saint-Etienne**, in der uns vor allem die schönen Glasfenster sowie die aufwändig gestaltete, wenn auch etwas angegriffene, Fassade auffallen.

Ein kleiner Rundgang durch das Altstadtviertel mit Fachwerkhäusern und Torturm mit Sonnenuhr ist ebenfalls sehr lohnenswert.
Von einer Besichtigung der Ancienne Abbaye Saint-Germain* sehen wir angesichts des verlangten Eintrittsgeldes ab. Dafür machen wir auf dem Rückweg nach Ancy-le-Franc noch einen kleinen Abstecher nach Tanlay und sind von dem schönen Wasserschloss Chateau de Tanlay**, das wir uns zumindest von Außen ansehen, begeistert.

Abends erwartet uns noch ein schönes Abendessen im "Chateau les Charmees".


Montag, 23.06.2003 Dijon*** - Noyers - Chateau d'Ancy-le-Franc**

Laut Wettervorhersage erwarten uns heute abkühlende Wolken, gut geeignet für eine Dijon-Besichtigung. Die Strecke, die wir über Landstraßen fahren, haben wir unterschätzt; für die 130 km benötigen wir fast zwei Stunden. Einen Parkplatz finden wir glücklicherweise relativ unproblematisch in der Nähe des Herzogpalastes. Von Wolken ist im Übrigen kaum etwas zu sehen, so dass wir die Stadtbesichtigung bei Sonnenschein und weit über 30 Grad beginnen.

Auf dem Weg zum Place de la Liberation liegt der Justizpalast. Schön ist das geschnitzte Eingangsportal, die gewölbte, getäfelte Decke der Wandelhalle sowie der rechte Sitzungssaal mit aufwändiger Kassettendecke.

Am Herzogpalast gehen wir zunächst rechts vorbei und gelangen in die Rue Verrerie. Die Straße der Antiquitätengeschäfte zeichnet sich durch reizvolle Fachwerkhäuser mit zum Teil geschnitzten Balken aus.

Von hier ist es nicht weit zum Hotel de Vogüe, ein kleines Palais mit glasiertem Ziegeldach, reich verzierter Fassade, schönem Innenhof und sehenswertem Kassettendecken-Saal.

Die nebenstehende Kirche Notre-Dame ist ein gutes Beispiel burgundischer Gotik. Die Westfassade ist mit Figuren reich verziert, bemerkenswert ist die Turmuhr mit Stundenschläger. Eine sehr schöne Altstadtstraße mit sehenswerten Steinfassaden alter Bürger- und Adelshäuser ist die Rue des Forges*. Ein Blick in den Innenhof des Hotel Chambellan (Nr. 34) mit schöner Wendeltreppe lohnt sich.

Auf dem Place des Ducs de Bourgogne ruhen wir uns auf einer Schattenbank ein wenig aus, bevor wir mit der Besichtigung des Musee des Beaux Arts**, das sich im Palais des Ducs et des Etats de Bourgogne** befindet, beginnen. Unsere besondere Aufmerksamkeit findet der Gardensaal***, in dem zwei schöne Altäre und die wunderschönen Grabmäler Philipp des Kühnen*** sowie das Doppelgrabmal des Herzogs Johann ohne Furcht und seiner Gattin Margarete von Bayern*** zu sehen sind.
Den 2. und 3. Stock des Museums, in dem moderne und zeitgenössische Kunst ausgestellt ist, finden wir wenig ansprechend. Die Kunstwerke so bedeutender Künstler wie Rodin, Manet, Monet oder Sisley kommen aufgrund der schlechten Präsentation in wenig einladenden Räumen kaum zur Geltung.

Die Sonne macht uns heute besonders zu schaffen. Auf dem Rückweg zum Auto machen wir noch einen kleinen Umweg durch die Fussgängerzone (immer wieder zu empfehlen für den Kauf schöner Klassik-CDs sind die Läden von Harmonia Mundi) an der Cathedrale Saint-Benigne vorbei und werden dort positiv überrascht. Die wieder frei gelegte Krypta* ist nicht nur aufgrund des besonderen Rotunden-Bauform** einzigartig.

Nach Ancy-le-Franc fahren wir auf dem Rückweg so weit wie möglich über die Autobahn - strecken- und zeitmäßig aber leider kaum ein Unterschied zur Landstraßen-Fahrt. Dafür entdecken wir den kleinen malerischen Ort Noyers, der noch eine erhaltene Stadtmauer sowie eine Vielzahl schöner Fachwerkhäuser besitzt. Wären wir nicht so ermüdet gewesen, dann hätten wir bestimmt auch das klimatisierte Auto verlassen!

Natürlich wollen wir Ancy-le-Franc nicht verlassen, ohne das Chateau d'Ancy-le-Franc** gesehen zu haben, ein schöner Renaissancebau mit großzügiger Parkanlage. Wir müssen uns mit der Außenansicht zufrieden geben, denn für eine Besichtigung –die lohnenswert sein soll- ist es leider schon zu spät.

Abends genießen wir unser table d´hote und bedauern, dass schon die letzte Nacht in diesem schönen Schloss bevorsteht.

Dienstag, 24.06.2003 Semur-en Auxois* - Autun** – Beaune**

Auf dem Weg nach Autun** machen wir in dem malerisch gelegenen Ort Semur-en-Auxois* Halt. Schon die Ortseinfahrt vor der Brücke (Pont Joly) über den Armancon bietet einen reizvollen Blick auf das Städtchen und seine Befestigung. Die Kirche Notre-Dame* hat eine besondere Höhenwirkung und bietet sehenswerte Glasfenster und Kapellen. Ein kleiner Bummel durch dieses Städtchen ist empfehlenswert.

In Autun** angekommen besichtigen wir zunächst die Cathedrale Sainte-Lazare**, deren Bogenfeld des Hauptportals besonders bemerkenswert ist. Leider wird der Vierungsturm gerade renoviert, so dass wir die Aussicht von dort nicht genießen können.
Entgegen der Versprechungen eines Geo-Saison Heftes lernen wir Autun auf einem Stadtrundgang als nicht so besonders bemerkenswert kennen. Die Ruine des römischen Amphitheaters lässt nur schwerlich auf das einst größte Theater in ganz Gallien schließen. Sehr gut gefällt uns dafür die Aussenansicht der Militärschule, an der wir auf unserem weiteren Weg nach Beaune vorbeifahren.

Ein kleiner Abstecher gilt noch dem Sully Chateau, bevor wir durch die burgundischen Weinberge und die beiden bekannten Weinorte Volnay und Pommard weiter nach Beaune fahren.

Schon der erste kleine Blick auf Beaune** begeistert uns. Wir steuern unser Quartier an, eine Empfehlung des Marco Polo Reiseführers. Das kleine Hotel "Le Home" wurde zwar oft ausgezeichnet, liegt aber weniger idyllisch an der Rue de Dijon, einer Hauptverkehrsstraße. Doch mit unserem Zimmer nach hinten und eigener kleiner Terrasse sind wir zufrieden.

Die Besichtigung des Hotel-Dieu*** ist ein absolutes Muss einer jeden Burgundreise, auch wenn die schlicht gehaltene Fassade dies zunächst nicht vermuten lässt. Der Innenhof beeindruckt dafür mit seinen tief herunterreichenden, bunt im burgundisch-flämischen Stil verzierten Dächern aus glasierten Ziegeln. In dem heutigen Museum fühlt man sich in die damalige Zeit, als das Gebäude (übrigens bis 1971) als Krankenhaus genutzt wurde, zurückversetzt und kann die aufwändige Ausstattung bewundern. Im 50m langen Salle des Povres (Armensaal) mit hölzernem, bunt bemaltem Spitztonnendach (wie ein umgekehrter Schiffsrumpf gewölbt) kann man die gut erhaltenen Betten besichtigen, die an Schiffskojen erinnern und jeweils für zwei Patienten gedacht waren. Auch ein Blick in die Apotheke sowie in die Küche lohnt sich.
Begeistert sind wir ebenfalls vom Weltgerichtsaltar*** , der im Salle de Polyptyque ausgestellt ist. Mit einer aufwendigen Lupenkontruktion können einzelne Bildelement bewundert werden.
Anschließend besichtigen wir die Kirche Notre-Dame. Hier gefallen uns insbesondere die bemerkenswerten Bildteppiche**, die sich im Altarbereich befinden. Die über fünfhundert Jahre alten Kunstwerke sind gut erhalten und wirken auch heute noch äußerst farbenfroh. Ansonsten ist ein großer Teil der ursprünglichen Ausstattung der französischen Revolution zum Opfer gefallen.

Auf der Suche nach einem Supermarkt und einer Shell-Tankstelle umfahren wir das Städtchen auf dem inneren Ring und entdecken hierbei noch Teile der fast komplett erhaltenen Stadtmauer. Eine geöffnete Boulangerie (ein Baguette für das abendliche Picknick wäre mehr als passend) finden wir leider nicht. Statt dessen drehen wir eine kleine Runde durch die angrenzenden Weinberge und fahren durch kleine Winzerorte.

Nach einem Baguette-losen Picknick (immerhin konnten wir im Hotel noch vier Scheiben Toastbrot ergattern) brechen wir noch zu einem Spaziergang durch Beaune auf. Aus der Nähe erkunden wir einen Teil der Stadtmauer und ihre noch erhaltenen Türme. Die Stadt als solches wirkt weniger einladend, so dass wir uns nach einem kühlen (aber völlig überteuerten) Glas Wein in einem Cafe ins Hotel zurückziehen.


Mittwoch, 25.06.2003 Dole* – Poligny - Reculee des Planches** - Arbois*

Heute verlassen wir das Burgund, um ins Jura zu fahren. Unterwegs schauen wir uns Louis Pasteurs Geburtsstadt Dole* an. Die Altstadt mit engen, verwinkelten Gassen ist sehr schön. Das Geburtshaus Pasteurs (heute Museum) liegt idyllisch am Gerberkanal. Von den Brücken hat man einen reizvollen Blick auf die Kirche, die auch schon wieder Notre-Dame heisst sowie die Altstadt.

Schon mittags erreichen wir unser Quartier für die nächsten drei Nächte, das "Hotel Les Monts de Vaux", eine alte Postkutschen-Station, 5 km außerhalb von Poligny. Von dem großzügigen dazugehörigen Park hat man einen tollen Ausblick in das Tal.

Den Nachmittag gestalten wir mit einer Rundfahrt durch das Reculee des Planches**, die in Arbois beginnt. Kurz hinter dem Ort an der D469 erreicht man mit ein paar Schritten den lohnenswerten Belvedere du Cirque du Fer-a-Cheval** mit einem herrlichen Ausblick auf den gesamten Talabschnitt, umsäumt von schroffen Felsformationen (=Reculee).

Von hier aus ist es nicht mehr weit zur Grotte des Planches*, eine noch aktive Höhle, die wir besichtigen. Im Sommer ist die Höhle trockener und somit tiefer (800m) begehbar als im Winter. Stalagtiten und -miten sucht man hier (bis auf eine Formation) vergebens. Dafür kann man die Aktivität der Höhle gut nachvollziehen. Bei Hochwasser bilden sich interessante Strudellöcher, die zu weiteren Erosionen führen. Während der Trockenzeit kann man die fast tropfsteinlosen Galerien, deren Wände vom unterirdischen Fluss glattgeschliffen sind, sehen. Vom Wasserdruck der Strudel wurden Kamine erweitert. Kleine klare, blaue Seen und natürlich Strudellöcher in unterschiedlichen Entwicklungsstadien sind zu sehen.

Auf dem Rückweg Richtung Hotel fahren wir noch nach Arbois*, der Ort, in dem Pasteur seine Jugend verbracht hat.
Nachdem wir für unser Picknick eingekauft haben und noch einen regionalen Weißwein erstanden haben, fahren wir zurück zu unserem Quartier und picknicken mit wunderbarem Blick in das Tal.


Donnerstag, 26.06.2003 Cascades du Herisson*** - Cirque de Baume***

Nachts hat es gewittert und sich ein wenig abgekühlt. Ideales Wetter für eine Wanderung. Wir fahren zu den Cascades du Herisson***. Der Weg führt vorbei an den beiden kleinen Seen Lac de Chambly und Lac du Val, die von der Sonne angestrahlt türkisfarben leuchten. Eingerahmt und etwas versteckt hinter dem Baum bewachsenen Ufer bieten sie ein idyllisches Bild.

An den Herisson-Wasserfällen angekommen machen wir die eine 2 1/2 stündige Wanderung, die am Fuß der Fächer-Kaskade beginnt. Nach rund 400m erreichen wir den ersten 65m hohen Wasserfall, der um diese Jahreszeit aber nur noch wenig Wasser mit sich führt, dafür jedoch sehr schön die ausgespülten Felskaskaden erkennen lässt. Oberhalb des Wasserfalls lohnt sich ein Blick vom Belvedere des Tuffs ins Tal sowie auf die den Wasserfall. Am zweiten Steg liegt, wie eine große Halle wirkend, die Grotte Lacuzon. Der weitere Weg zur oberen Cascade du Grand-Saut** ist steil, kurvenreich und zeitweise äußerst glitschig. Der Weg führt an einigen kleineren blau leuchtenden Becken und Wasserfällen vorbei. Auch der 60m hohe Grand-Saut** führt kaum Wasser. Nach dieser dennoch sehr schönen Wanderung suchen wir uns einen schönen Platz am Lac du Val.

Als nächstes fahren wir zum Cirque de Baume***. Absolut lohnenswert ist der Blick vom Belvedere des Roches de Baume***, von dem aus man einen wunderbaren Ausblick in das felsumrandete Tal und den kleinen, idyllischen Ort Baume-les-Messieurs hat. Die ehemalige Abtei war bereits von der Aussichtsplattform gut zu erkennen. Gut gefällt uns die grün bewachsene Kaskade vor der Grottes de Baume* (Höhlen der Bäume), die wir aber nicht besichtigen.

Zurück in Poligny kaufen wir noch ein Baguette für unser abendliches Park-Picknick mit Blick ins Tal.


Freitag, 27.06.2003 Source de la Loue*** - Arc-et-Senans - Saline Royale**

Von Stadtbesichtigungen haben wir vorerst immer noch genug, so dass heute wieder Natur auf dem Programm steht. Die Entfernung nach Source de la Loue*** (Loue-Quelle) haben wir, zumal wir hauptsächlich kleine Straßen gewählt haben, wieder einmal etwas unterschätzt. Doch es hat sich gelohnt. Die Loue, die unterirdisch mit dem Doubs verbunden ist, kommt hier aus dem Felsen geschossen; ein Motiv, das schon den Maler Gustave Coubert zu einigen Bildern animiert hat.
Eine kurze Wanderung führt uns von der Quelle und dem Wasserkraftwerk (unvorstellbar, das dieses für die Versorgung einer 30.000 Einwohner-Stadt ausreichen soll) zu einem sehr schönen Wasserfall. Hier lassen sich auch längere Wanderungen unternehmen, was sicherlich auch sehr lohnenswert sein wird.

Auf dem weiteren Weg nach Arc-et-Senans halten wir an einigen Aussichtspunkten und haben schöne Blicke in das Loue-Tal. Mit Erreichen der Saline Royale** sind wir von der Fahrerei schon wieder ziemlich genervt. Leider hebt die überteuerte Besichtigung der ehemaligen Saline auch nicht so richtig unsere Stimmung. Architektonisch ist die Anlage, die teilweise auf dem Plan einer Idealstadt von Claude-Nicolas Ledoux basiert, sehr interessant. Allerdings lässt die konzeptionslose Bestückung der einzelnen Gebäude zu wünschen übrig.

Zurück im Quartier entspannen wir uns ein letztes Mal in der Hollywood-Schaukel im Park. Am heutigen letzten Abend in der ehemaligen Postkutschen-Station lassen wir uns im Hotel-Restaurant verwöhnen. Das Ambiente, mit Antiquitäten aus dem 19. Jh., stilvollem Gedeck und unserer hervorragenden Wein-Auswahl (1990er Chateau La Tour de By aus dem Medoc; die Flasche ist verstaubt und weist bereits Altersspuren auf, geschmacklich ist der Wein vollkommen auf der Höhe) lässt uns über die allerhöchstens mittelmäßige aber teure Essensqualität hinwegsehen.


Samstag, 28.06.2003 Bourges***

Heute steht uns leider ein Fahrtag in die Auvergne bevor. Erst am Nachmittag erreichen wir Bourges***. Im Hotel d'Angleterre (Best Western in der Nähe des Palais Jacques-Coeur) bekommen wir trotz der aktuell in Bourges stattfindenden Fecht-Europameisterschaft noch ein Zimmer.

Absolutes Highlight der Stadt ist die Cathedrale Saint-Etienne***, eine der größten Kathedralen Frankreichs, die 1992 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Außen sind besonders die Portale sehenswert. Innen findet man bemerkenswerte Glasfenster, die teilweise aus dem 13 Jh. stammen. Die astronomische Uhr*, von der man 7 Daten ablesen kann, ist sehr interessant, auch wenn die Erläuterungen für uns zu technisch sind. Die Krypta** ist leider nicht geöffnet, wahrscheinlich weil gerade eine Hochzeit stattfindet.

Es scheint ein begehrter Tag zum Heiraten zu sein; als wir aus der Kathedrale herauskommen, sehen wir ein weiteres Brautpaar, das im gegenüberliegenden Standesamt geheiratet hat. Als wir uns auf einer Bank sitzend das bunte Treiben ansehen, folgen weitere Brautpaare mit mehr oder weniger großen Hochzeitsgesellschaften.
Die erzbischöflichen Gärten* wurden im 17. Jh. geschaffen und besitzen auch heute noch herrliche Blumenbeete und schattige Alleen – ideal für die Hochzeitsfotos einiger Brautpaare. Von hier hat man einen bemerkenswerten Blick auf das gewaltige Schiff und das Chorhaupt der Kathedrale.

Den Palais Jacques-Coeur**, ein prächtiger Profanbau der Gotik, schauen wir uns von Außen an.
Besonders gut gefällt uns die Altstadt von Bourges, mit kleinen, verwinkelten Gassen und Fachwerkhäusern.

Abends finden wir noch einen Platz in einer ziemlich angesagten und nett eingerichteten Pizzeria. Nach einem weiteren kleinen Rundgang ziehen wir uns ins Hotel zurück. Viel Schlaf finden wir nachts aufgrund der Hitze im Zimmer bzw. des Lärmes nicht.


Sonntag, 29.06.2003 Puy de Dome*** - Mont-Dore** - Lac Chambon**

Nicht besonders ausgeruht beginnen wir schon früh den Tag. Wir freuen uns auf Natur (und Ruhe) und sind uns nicht ganz sicher, ob sich die Strapazen, die der Umweg über Bourges mit sich gebracht hat, wirklich gelohnt haben. Glücklicherweise können wir die ersten 175 km des heutigen Tages auf der Autobahn zügig zurücklegen.

Ziemlich "out of gas" erreichen wir in Clermont-Ferrand eine Automaten-Tankstelle. Oh Wunder! - unsere deutsche Tankkarte funktioniert, keine schlechte Sache.

Den ersten Auvergne-Eindruck können wir nun schon gewinnen. Am Fuß des Puy de Dome*** verwerfen wir recht schnell die Idee, eine zweistündige Wanderung auf den Gipfel zu machen; statt dessen benutzen wir die Mautstraße. Vom Gipfel des Puy de Dome (1.465m) haben wir einen wunderschönen (aber leider etwas verschleierten) Blick auf die ca. 30 km lange Kette der rund hundert erloschenen Vulkane. Diejenigen, die das Foto auf den Wasserflaschen von Volvic kennen, finden hier das Motiv wieder.
Auf der Spitze befindet sich ein nicht zugänglicher Fernsehturm. Reste einer dem römischen Gott Merkur gewidmeten Tempelanlage, die zerstört und erst 1872 beim Bau einer Sternwarte wiederentdeckt wurde, sind hier zu entdecken. Wo Blaise Pascal 1648 ein Experiment zum Luftdruck durchgeführt hat, starten heute viele Gleitschirmflieger.

Langsam zieht der Gipfel immer mehr zu, so dass wir schliesslich weiter fahren, nachdem gerade noch verhindern konnten, dass unser Auto auf dem Parkplatz aufgebrochen wurde; die lapidare Ausrede, man wollte nur das Armaturenbrett fotografieren, nehmen wir dem jungen Mann natürlich nicht ab!

Auf dem Weg nach Le Mont-Dore haben wir noch einige schöne Blicke auf die Auvergne. Von einigen Aussichtspunkten gehen anscheinend spektakuläre Wanderungen ab - leider nehmen wir uns hierfür nicht die Zeit.

Le Mont-Dore** ist ein Thermalkurort (Anfang 19. Jh.) und wurde bereits 1907 als Wintersportort eröffnet. Heute ist der Ort eher von morbidem Charme geprägt, die noch erkennbare Architektur lässt auf einen gewissen vergangenen Reichtum der Stadt schließen, wovon jedoch heute nichts mehr zu erkennen ist. Nur mit Mühe finden wir ein 3-Sterne-Hotel, das sicherlich schon bessere Zeiten gesehen hat, und für den Preis nicht wirklich akzeptabel ist.

Den Nachmittag verbringen wir am Lac Chambon**, wo wir uns -abseits der Straße und der vielen Wochenendausflügler- im Schatten sitzend des schönen und idyllisch gelegenen, von Bäumen umgebenden Sees erfreuen.

Le Mont-Dore wird auch abends nicht schöner, wie wir auf unserem Stadtrundgang feststellen müssen - entsprechend schlecht ist auch die Gastronomie, die wir vorfinden, so dass wir uns schon früh aufs Hotelzimmer zurückziehen.


Montag, 30.06.2003 Puy de Sancy*** - Albi***

Der Tag begrüßt uns mit grauen Wolken. In einer Boulangerie kaufen wir Croissants und fahren zur Seilbahnstation des Puy de Sancy***. Das Wetter verspricht keine Besserung. Es gelingt uns noch gerade, auf einer Bank mit Blick auf den wolkenverhangenen Gipfel zu frühstücken, bevor es anfängt zu regnen. Kurz entschlossen entscheiden wir, diese Gegend zu verlassen und weiter in Richtung Süden zu fahren.

Zwischen Toulouse und Albi steuern wir, mitten in den Weinbergen gelegen, das Weingut und Hotel Chateau de Salettes an. Die durchgestylten Gästezimmer haben aus unserer Sicht ihren ursprünglichen Charme verloren und laden uns nicht zum Verweilen ein. Wir folgen daher einem unscheinbar ausgeschilderten Chambres d’hote-Schild (Le Mas des Cistes - www.le-mas-des-cistes.fr.st), gelangen zu einem netten Landhaus in Senouillac und haben auch noch Glück, dass das einzige Zimmer (gerade erst fertiggestellt, zwei weitere werden noch gebaut) für uns frei ist. Eine sehr nette, liebevoll angelegte Anlage, von Weinbergen umgeben.

Albi*** gehörte eigentlich nicht zu unserer Reiseroute, umso überraschter sind wir bereits vom ersten Eindruck der Stadt mit der alles überragenden Kathedrale. Albi erstreckt sich mit seinen Backsteinbauten am Ufer des Tarn. Wir parken direkt an der Kathedrale und gehen zunächst, der Empfehlung unseres Reiseführers folgend, am Tarn entlang auf die Pont du 22 Aout. Von hier aus haben wir einen wunderschönen Blick auf die Pont Vieux* sowie die dahinter liegende riesige, wehrhafte Kathedrale und die sich darunter erstreckende, wie ein rot gefärbtes toskanisches Etruskerstädtchen wirkende, Altstadt. Auf der gegenüberliegenden Flussseite wurden die Albigenser Mühlen restauriert und beherbergen heute u.a. ein Hotel.

Über die Pont Vieux gelangen wir zurück zur Cathedrale Seinte-Cecile***, deren Ausmaße erkennen lassen, dass sie als Festung entworfen wurde. Abgesehen vom reich verzierten Portal und Baldachin ist die Kathedrale von außen eher schlicht und nüchtern. Dafür überwältigt das Innere der Kathedrale. Der erste Blick fällt auf den Lettner*** (Trennmauer zwischen Chor und Mittelschiff), der im späten Flamboyant-Stil gearbeitet ist und reich (einst mit 96 Statuen, von denen heute leider nur noch ein paar erhalten sind) verziert ist. Der riesige, noch heute mit vielen Figuren und Statuen ausgestattete Chor nimmt die Hälfte des Langhauses ein.

Auch das mit herrlichen Malereien verzierte Deckengewölbe ist absolut bemerkenswert. Noch mehr begeistern uns die Malereien zum „Jüngsten Gericht“ und die Darstellung der sieben Todsünden, die sich an der Westwand unterhalb der monumentalen Orgel befinden.

Neben der Kathedrale befindet sich das Palais de la Berbie*, eine von einer dicken Festungsmauer umgebenen Festung; hier gefällt uns besonders der schön angelegte Garten. In dem Palais befindet sich das Musee Toulouse-Lautrec**. Die Werke wurden 1922 von der Mutter des in Albi geborenen Künstlers Henri Toulouse-Lautrec der Stadt vermacht, doch für eine Besichtigung fehlt uns die Zeit.

Statt dessen sehen wir uns noch die reizvolle Altstadt** von Albi an. Viele Fachwerkhäuser lassen den typischen Stil von Albi erkennen – die Pharmacie de Penitents mit sich überschneidenden Ziegelsteinen ist hierfür ein sehr schönes Beispiel.

Mit Blick auf die Kathedrale genießen wir noch ein Gläschen kühlen Wein, bevor wir nach Senouillac zurückfahren, nicht ohne in Gaillac im nagelneuen Supermarkt für unser leckeres abendliches Picknick einzukaufen.


Dienstag, 01.07.2003 Cordes-sur-Ciel**

Auch wenn es heute morgen zunächst etwas bewölkt ist beschließen wir, eine kleine Wanderung zu machen. Unsere Vermieterin leiht uns einen französisischsprachigen kleinen Wanderführer und empfiehlt, eine Wanderung um Cordes-sur-Ciel** zu machen.

Schon bei der Anfahrt haben wir einen bemerkenswerten Blick auf die hoch oben auf einem Gipfel thronende kleine Festungsstadt. Die Wanderung beginnt am unterhalb der Stadt gelegenen Friedhof. Doch schon kurze Zeit später kommen wir vom Weg ab und die dürftige Karte im Wanderführer reicht nicht aus, unseren aktuellen Standort auszumachen. Als wir schon wieder aufgeben wollen, bringt uns unser Gefühl doch wieder auf den Wanderweg zurück. Der Rundwanderweg führt über Feldwege, vorbei an Äckern, Sonnenblumenfeldern und durch Weinberge und eröffnet immer wieder schöne Blicke auf die Festungsstadt. Auf dem letzten Viertel holt uns die Regenfront ein, dunkle Wolken hängen über uns und ein stürmischer Wind zieht auf. Wir haben Glück und erreichen dennoch nach dreieinhalb Stunden (zweieinhalb waren laut Wanderführer angesetzt) trockenen Fußes die Stadt.

Nun müssen wir uns erst einmal stärken, bevor wir den letzten Anstieg in die Oberstadt wagen. Die „Stadt der hundert Spitzbogen“, wie Cordes auch genannt wird, zeichnet sich nicht nur durch seine herrliche Lage aus. Ebenso bemerkenswert sind die schönen gotischen Häuser** aus dem 13. und 14. Jh. sowie die Bildhauerarbeiten, mit denen die Fassaden geschmückt sind. Es macht Spaß, durch die engen Altstadtgässchen zu bummeln. Sehr viele Künstler haben sich hier niedergelassen und bieten in kleinen Galerien ihre Handwerkskunst an.

Abends ist wieder ein Picknick im Garten unseres Quartiers angesagt. Heute gibt es dort etwas mehr Aufregung. Der jüngste Sohn hat Geburtstag und zahlreiche Freunde kommen, um dort zu feiern und nachts im hinteren Garten zu zelten.


Mittwoch, 02.07.2003 Cote Vermeille**

Heute geht es weiter an die Küste ins Roussillon. In Le Boulou beziehen wir unser nächstes Quartier (Le Relais des Chartreuses) und fahren nachmittags an die Cote Vermeille**.
Zunächst steuern wir den Strand des kleinen, wenig reizvollen Badeortes Argeles-sur-Plage an. Da die Ferien in Frankreich erst mit dem Nationalfeiertag am 14. Juli beginnen, ist es hier noch sehr leer. Der Strand ist zudem ziemlich grobkörnig und lädt nicht so richtig zum Strandbaden ein.

Wesentlich reizvoller ist hingegen Collioure** mit seiner wie ins Meer hineingebaut wirkenden Wehrkirche. Zwei kleine Hafenbuchten, in denen bunt bemalte Fischerboote liegen, werden durch die alte Königsburg voneinander getrennt. Die Häuser sind ebenfalls bunt bemalt und die schmalen, alten Gassen, in denen die Balkone blumengeschmückt sind, laden zum Bummeln ein. Auch hier haben sich viele Kunsthandwerker niedergelassen. Ein wenig erinnert das Städtchen an die kleinen Cinque-Terre-Städtchen in Italien.
An der Uferpromenade genießen wir ein Glas kühlen (und recht günstigen) Weißwein und schauen dem bunten Treiben zu, bevor wir die Cote Vermeille weiter Richtung Süden fahren.

An Port-Vendres fahren wir vorbei, eine schmale, kurvenreiche Küstenstraße zum Cap Bear. Es mag an der heute fehlenden Fernsicht liegen, dass wir dem Aussichtspunkt nichts abgewinnen können. Als nächstes steuern wir Banyuls-sur-Mer an, doch auch dieser Touristenort gefällt uns beim Durchfahren nicht so recht. Das Leben spielt sich mehr oder weniger an der Uferpromenade ab, hinter der direkt die Durchfahrtsstraße entlang führt. Also fahren wir unendlich viele kleine Kurven auf der Küstenstraße weiter, zunächst zum Cap Rederis**. Auch hier mag es an der fehlenden Fernsicht liegen (bei schönem Wetter soll man einen herrlichen Rundblick über die Küsten des Languedoc und Kataloniens bis zum Cap Creus haben), dass uns auch dieser Stopp nicht umhaut. Also steuern wir Cebère, den letzten Ort auf französischem Boden, an. Das Besondere an diesem kleinen Ort ist sicherlich, dass der Zug, der Barcelona mit Paris verbindet, hier halt macht – es gibt ein sehr schönes Eisenbahn-Viadukt und einen für dieses kleine Seebad überdimensionierten Bahnhof.

Natürlich lassen wir es uns nun auch nicht mehr nehmen, die weiteren wenigen Kilometer bis zur Grenze zurückzulegen -eine verlassene Grenzstation zeugt noch von der Vergangenheit. Leider müssen wir den größten Teil der engen und kurvenreichen Küstenstraße zurückfahren. In Banyuls entschliessen wir uns jedoch, eine andere Strecke zu nehmen und oben herum durch die Weinberge zu fahren. Mit schönen Aussichten auf die Küstenregion werden wir belohnt. Für eine Besichtigung des Tour Madeloc** - ein ehemaliger, auf 650m gelegener Signalturm, den man mit eine in einer viertelstündigen Wanderung erreichen kann, fehlt uns mal wieder die Zeit.

Als wir endlich wieder im Hotel ankommen, sind wir froh, dass wir die Fahrerei nun hinter uns haben und geniessen ein Abendessen im Hotelrestaurant mit verbesserungsbedürftigem Service.


Donnerstag, 03.07.2003 Figueres – Le Perthus - Col de l’Ouillat

Der Himmel ist bedeckt - kein einladendes Wetter für eine Wanderung in den Pyrenäen. Kurzerhand beschließen wir, in die Geburtstadt Salvador Dalis zu fahren, die seit unserem Barcelona-Wochenende auf unserer To-do-Liste steht. Figueres liegt nur knapp 50 km entfernt und ist per Autobahn in einer knappen Stunde zu erreichen. Dort angekommen müssen wir leider feststellen, dass wir nicht alleine diese Idee hatten - das Museums-Parkhaus ist bereits voll. Wir irren durch die Einbahnstraßen dieser lauten und hektischen Stadt, bis es uns gelingt, ein Parkhaus zu finden. Glücklicherweise ist gerade keine lange Schlange vorm Museum, dass in einem alten Theater untergebracht ist. Dennoch ist man angesichts der Besuchermassen vom wahren Kunstgenuss weit entfernt. Trotzdem ist das Museum toll und absolut lohnenswert! Die Kunstwerke sind in dem schönen Gebäude äußerst einladend präsentiert und die Kreativität Dalis begeistert uns immer wieder aufs Neue.

Als wir die Besichtigung beenden, ist vor dem Museum eine lange Schlange; es sieht fast so aus, als würde momentan niemand mehr eingelassen - unser Timing war also trotzdem gar nicht so schlecht. In Figueres sind es mittlerweile über 30 Grad bei kurzzeitig blauem Himmel. Wir bummeln noch etwas durch die Altstadt, die ganz nett ist, bevor wir für ein Picknick gerüstet und mit der Hoffnung auf besseres Wetter und bessere Sicht auf die Gipfel wieder zurück fahren. Der spanische Schinken hat allerdings ein Vermögen gekostet.

Erstaunt sind wir, wie viele LKWs aus den unterschiedlichsten Ländern hier, auf der parallel zur Autobahn verlaufenden Bundesstraße, unterwegs sind.

La Jonquera, die letzte spanische Stadt vor der Grenze, besteht eigentlich nur aus Supermärkten, Hotels und Restaurants, die Fernfahrer anlocken. Was an Häuser zu erkennen ist, ist alt und ziemlich heruntergekommen - ein bitteres Bild. Hinter La Jonquera wechseln die LKWs auf die Autobahn. Wir fahren bei Le Perthus über die Grenze und erleben eine weitere Überraschung. Schon weit vor dem Ort parken dicht hintereinander Massen von PKWs . Die Bundesstraße führt direkt durch den Ort, der eigentlich nur aus der Avenue de France zu bestehen scheint, einer 200m langen Strecke, die das französische vom spanischen Territorium trennt, an der sich Geschäft an Geschäft reiht und die von Touristen überbevölkert wird. Die halbe Stadt ist spanisch, die andere Hälfte französisch und hier scheint man zollfrei oder zumindest sehr günstig einkaufen zu können, worauf wir aber verzichten.

Wir fahren von der Bundesstraße ab, um über endlose Serpentinen zum Col de I’Ouillat zu fahren. Leider ist es hier bereits wieder stark bewölkt und es nieselt, so dass wir keine besondere Fernsicht haben und nach einer kurzen Rast im Gasthaus wieder zurückfahren.

Wir haben noch unsere Picknickeinkäufe und wenig Lust auf ein Abendessen im Hotelrestaurant, so dass wir uns einen netten Picknickplatz am Fenster unseres Zimmers einrichen.


Freitag, 04.07.2003 Pic du Canigou*** - Montner

Endlich Wetterbesserung! - nur noch wenige Wolken sind am ansonsten blauen Himmel zu entdecken. Genau richtig für eine Wanderung. Natürlich suchen wir uns den höchsten Gipfel hierfür aus - Massif du Canigou*** (2.784m). Unser Reiseführer reicht nicht aus um festzustellen, von wo aus eine Gipfelbesteigung am besten möglich ist, so dass wir zunächst die Touristeninfo in Prades ansteuern. Hier erfahren wir leider, dass es sich bei den Auffahrten zum Ausgangspunkt der Gipfelbesteigungen um Trecks handelt, die nur mit 4WD befahrbar sind (was wir leider nicht haben). Es können Touren gebucht werden, die jedoch in der Regel morgens bereits zwischen 7:00 und 9:00h starten (es war bereits fast 10:00h). Um uns direkt bei den einzelnen Veranstaltern nach Touren erkundigen zu können erhalten wir einen Zettel mit Telefonnummern. Unsere Laune bessert sich auch mit der dritten Absage nicht - angeblich müssen die Touren Tage im Voraus gebucht werden.

Unentschlossen, ob wir vielleicht doch versuchen sollen auszuprobieren, wie weit wir mit unserem Pkw kommen, fahren wir zunächst weiter in Richtung Vernet-les-Bains*. Wir haben Villefranche fast durchquert, als wir an einer Autowerkstatt ein Schild "Canigou 4WD" sehen und halten kurz entschlossen an. Ein freundlicher Mann bietet die Touren an - jedoch erst ab vier Personen. Nach kurzer Überlegung erklären wir uns bereit, die 16 EUR/Person für vier zu zahlen und schon kann es losgehen. Während wir uns mit Wanderschuhen und wärmerer Kleidung präparieren und aus dem Mechaniker im "Blaumann" ein Fahrer in Straßenkleidung wird, hält ein weiteres Fahrzeug auf der Suche nach einem Transfer auf den Canigou - nun wird der Jeep doch noch voll ausgelastet. Die Werkstatt wird vorübergehend geschlossen und die Tour beginnt.

Die ersten Kilometer hätten wir locker mit unserem Wagen fahren können, die folgende Piste ist auch noch zumutbar, doch auf den letzten sehr holprigen Kilometern auf steilen, engen, steinigen und mit großen Löchern in der Fahrbahn versehenen Serpentinen sind wir doch froh, dass wir es nicht gemacht haben. Die Auffahrt, die uns wunderschöne Blicke ins Tal bietet, dauert eine Stunde. Auf 2.150m endet die Tour am Chalet-Hotel des Cortalets; einige Pkws -u. a. ein recht neuer VW Polo- haben es bis hierher geschafft (und sehen entsprechend staubig aus).

Nun kann unsere Wanderung auf den Pic du Canigou (2.784m) beginnen. Gut 600 Höhenmeter gilt es zu überwinden. Inzwischen sind leider einige kleine Wolken aufgezogen. Über einen Serpentinenweg mit schönen Aussichten ins Tal und auf die umliegenden Gipfel ist der erste Teil der Wanderung gut zu bewältigen. Mit Blick auf den Pic du Canigou und das Wolkenspiel holen wir, nach dem wir schon ca. die Hälfte der Strecke gemeistert haben, erst einmal unser Frühstück nach. Frisch gestärkt beginnen wir die zweite, nun etwas anstrengendere Hälfte des Aufstiegs, der sich an den Felsen vorbeischlängelt und den Blick auf Schneefelder freigibt. Zwischenzeitlich ist der Gipfel in Wolken gehüllt und der Weg wird sehr steil und aufgrund vieler loser Steine auch sehr beschwerlich, doch so kurz vor Schluss geben wir nicht auf und erreichen ziemlich geschafft aber auch froh nach knapp zwei Stunden das Gipfelkreuz - hier sollte man allerdings schwindelfrei sein. Der schöne Rundblick (bei gutem Wetter bis nach Barcelona) erschließt sich uns aufgrund der Wolken leider nicht ganz.

Den Abstieg -das erste Stück ist nicht ganz einfach- schaffen wir in knapp einer Stunde. Nach einem stärkenden kühlen Bier fahren wir mit dem Jeep (der Fahrer hat über drei Stunden hier oben auf uns gewartet) wieder zurück ins Tal. Inzwischen ist vom Gipfel nichts mehr zu sehen und wir sind froh, dass unser Timing für die Gipfelwanderung heute doch noch gerade passend war.

Mittlerweise ist es später Nachmittag und uns zieht es weiter in Richtung Carcassonne. Einen kleinen Blick werfen wir noch auf den Ort Vernet-les-Bains*, dass sehr schön auf einer Anhöhe thront. Auf der Fahrt durch die Roussillon-Weinberge finden wir in Montner eine einfache Auberge mit schöner Terrasse, ideal für unser Abendpicknick mit Blick auf die von Felsmassiven gerahmten Weinberge.


Samstag, 05.07.2003 Peyrepertuse*** – Carcassonne***

Auf dem Weg nach Peyrepertuse frühstücken wir an einem schönen Picknickspot mit Blick auf die Ostpyrenäen - eine traumhaft schöne Gebirgslandschaft. Unter anderem sehen wir den Pic du Canigou, dessen Spitze auch heute wieder in Wolken gehüllt ist.

Eine Serpentinenstrecke fuhrt uns zum Gipfel, auf dem das schon vom weitem sichtbare Chateau de Peyrepertuse*** thront. Über zwei Ebenen erstreckt sich die auf einem imposanten 300m langen Bergkamm gelegene Anlage in fast 800m Höhe. Vom Parkplatz oberhalb von Duilhac-sous-Peyrepertuse führt ein etwas beschwerlicher Waldweg in 15 Minuten zur Unterburg. Unvorstellbar, wie diese monströse Burg direkt am Rand des steil abfallenden Felsplateaus im 11. und 12. Jh. errichtet wurde.

Sechzig Meter über dem Chateau bas (das eigentliche und wie ein Schiffsbug geformte Peyrepertuse) ragt die jüngere, 1242 errichtete Königsburg in 796m Höhe auf. Dieses Chateau St-Georges war nie für Pferde oder Maultiere zugänglich, entsprechend mühsam ist auch heute noch die Erklimmung der Burgruine. Während der französischen Revolution wurde die Anlage zerstört als die Bauern der umliegenden Dörfer die Mauern zum Bau ihrer Häuser abtrugen. Der Rundblick von hier oben ist absolut spektakulär. An diesem fast wolkenfreien Tag können wir bis zum Küstenabschnitt der Cote Vermeille blicken.

In dem kleinen Ort Duilhac-sous-Peyrepertuse geniessen wir in dem zur Auberge du Moulin gehörenden Gasthaus einen seit Tagen entbehrten Kaffee und schauen Einheimischen zu, wie sie etliche Wasserflaschen aus der ergiebigen Quelle des Gemeindebrunnens befüllen, was uns wiederum zum Probieren einlädt. Das Wasser ist schön kühl und erfrischend lecker, so dass wir dem angebrachten Spruch "Wer dieses Wasser trinkt, wird es immer lieben" beipflichten können und ebenfalls unsere leere Wasserflasche hiermit auffüllen.

Auf der weiteren Fahrt nach Carcassonne***, die uns u.a. an dem Plateau de Lacamp vorbeiführt und schöne Aussichten bietet müssen wir leider erneut feststellen, dass wir die Gebirgsstraßen unterschätzt haben und sind froh, als wir endlich die besser zu befahrende Bundesstraße erreichen.

Bereits aus der Ferne sieht die Festungsstadt überwältigend aus. Die am rechten Ufer der Aude erbaute Oberstadt von Carcassonne***, deren römische Ursprünge auf das 1. Jh. zurückgehen, ist die größte Festung Europas. Die Cite besteht aus einem befestigten Kern, dem Chateau Comtal, und einer doppelten Umfassungsmauer; zwischen dem äußeren Mauerring mit seinen 14 Türmen und dem inneren Mauerring (24 Türme) lag einst der Zwinger. Die Stadt, in der heute noch 139 Menschen wohnen, ist mit einer Kirche, einem Theater, einer Schule und einer Post ausgestattet. In Kopfstein gepflasterten, engen Gassen reihen sich Cafes, Restaurants und Souvenirläden aneinander und ziehen viele Touristen an. Es lohnt sich, etwas abseits der Touristenscharen durch den inneren Mauerring und Graben zu gehen.

Wir können uns gut vorstellen, dass die Festungsstadt abends ohne Tagestouristen noch reizvoller ist, doch uns zieht es weiter. Von der alten Brücke werfen wir noch einen letzten Blick auf die Stadt, bevor wir in Richtung Cevennes aufbrechen.

In der Nähe von Le Vigan (60 km von Montpellier entfernt) beziehen wir in dem Chateau de Rey unser Quartier für die nächsten drei Nächte. Ein kühles Bad im Pool erfrischt uns, bevor wir uns mit einem Fünf-Gänge-Menü verwöhnen lassen (was uns für heute den Rest gibt).


Sonntag, 06.07.2003 Grotte des Demoiselles*** - Vallee de la Vis*

Nach einem ausgiebigen Frühstück lassen wir den Tag heute etwas ruhiger angehen und geniessen einige Sonnenstunden am Hotelpool.

Erst nachmittags brechen wir auf, um die 9 km östlich von Ganges gelegene Grotte des Demoiselles*** zu besichtigen. Bereits 1770 wurde die Höhle entdeckt, ein nach außen offener Schacht auf dem Plateau de Thaurac. Dieser riesige Schlund regte die Phantasie einiger Bauern der Gegend an, die in ihm ein Reich der Feen (demoiselles) sahen.

Die natürliche Öffnung des Schachtes erreicht man über eine Seilbahn. Bereits der erste Eindruck in der Grotte ist überwältigend. Die Felswände und Decken sind mit vielfältigen, riesigen Sinterbildungen bedeckt. Der zentrale Teil der Höhe ist der auch als "Kathedrale" bezeichnete Saal, der 120m lang, 80m breit und 50m hoch ist. Einige der vielen Stalagtiten-Säulen messen bis zu 20m Höhe. Aus den Formationen meint man eine Vielzahl von Gebilden zu erkennen -unzählige Köpfe scheinen auf einen herabzublicken. Auf einem Sockel aus weißem Kalzit scheint eine Madonna mit Jesuskind erkennbar; auch ein imposantes Orgelgehäuse ist zu identifizieren. Am Ende der einstündigen und leider nur französischsprachigen Tour werden wir vom Guide noch mit einer kleinen musikalischen Darbietung überrascht. Mit leichtem Klopfen auf kleinere Stalagtiten, entlockt er diesen xylophonartige Geräusche.

Diese unglaublich imposante Höhle gehört unserer Meinung nach mit zu den beeindruckendsten Erscheinungen, die die Natur zu bieten hat.

Im Anschluss an die Besichtigung fahren wir noch ein Stück ins Vallee de la Vis*, eine Schlucht, durch die der kleineFluss Vis fließt. Hohe Felswände umsäumen die grünen Hänge. Auf der Suche nach einem gemütlichen Restaurant landen wir schließlich in le Vigan in einer allerhöchstens mittelmäßigen Pizzeria, doch für heute tut es das auch. Den Abend lassen wir mit einem Wein im Hotel ausklingen.


Montag, 07.07.2003 Vallee de l'Herault* - Cirque des Navacelles***

Auch heute genießen wir erst noch die Sonne am Hotelpool, bevor wir unsere Aktivitäten starten.

Mittags fahren wir Richtung Ganges (eine kleine unscheinbare Industriestadt) und mieten uns ein Kanu. Relativ ungeübt wie wir sind buchen wir die 9 km lange Familientour.

Der l'Herault ist stellenweise sehr niedrig und hat auf dieser Strecke kleinere Stromschnellen. Die ersten Strömungen meistern wir sehr dilettantisch (hätte ein Stein das Kanu nicht gestoppt, wären wir gekentert), danach gelingt es uns jedoch (dank einer vorbildlichen Brems-/Lenktechnik) sehr viel besser.

Die Fahrt führt durch die Gorges de l'Herault*, eine breite und dafür weniger spektakuläre Schlucht. Ziemlich nass, aber mit einer rekordverdächtigen Zeit von 1 3/4h (angesetzt waren 2 1/2h) erreichen wir den Zielort. Ein Kleinbus bringt uns wieder zurück zu unserem Auto.

Angesichts des noch jungen Tages fahren wir noch zum Cirque de Navacelles***, eine 13km lange Strecke durch die Vis-Schlucht. Von Blandas aus erreichen wir den 613m hoch gelegenen Belvedere, der einen wunderbaren Blick auf die tief eingeschnittene, ehemalige Flussschleife mit fast vertikal aufsteigenden Wänden gewährt. An der Stelle, wo die Vis das Flussbett verlassen hat, hat sich das kleine Dorf Navacelles angesiedelt, der frühere Flussverlauf ist von hier oben sehr gut zu erkennen.

In Navacelles führt eine hübsche, einbogige Brücke über die Vis, zufällig können wir von hier aus einem Filmteam beim Dreh (eine Art Tarzanfilm) zugucken.

Zurück fahren wir über la Baume-Auriol. Von der gegenüberliegenden Seite der Schlucht genießen wir bei einem Glas kühlen Weißwein den Blick in den Talkessel und suchen uns anschließend einen schönen Picknick-Platz.


Dienstag, 08.07.2003 Mont Aigoual*** - Grotte Aven Armand*** - Chaos de Montpellier-le-Vieux***

Unsere letzten Urlaubstage verbringen wir im Parc des Cevennes. Wir beginnen den Tag mit einer Fahrt zum Mont Aigoual*** (1.567m). Auf dem Gipfel gibt es eine Wetterstation, eine interessante Ausstellung informiert (leider wieder nur auf Französisch) über die Erstellung von Wettervorhersagen. Der Blick vom Aussichtsturm ist mangels klarer Sicht heute nicht so spektakulär.

In Meyrueis beziehen wir in einem ehemaligen Kloster unser Quartier für die nächsten zwei Nächte. Von hier aus sind es nur noch wenige Kilometer zur Grotte Aven Armand***. Die Besichtigung der Höhle, die quasi nur aus einer einzigen großen Halle (60 x 100m; 45m hoch) besteht, ist Atem beraubend. Wie ein versteinert wirkender Wald ragen 400 Stalagmiten mit erstaunlichen Formen in die Höhe. Am Ansatz haben sie einen Durchmesser von bis zu 3m und sind bis zu 25m hoch. Nicht zuletzt verleiht die gut durchdachte Beleuchtung dem "Traum aus Tausendundeiner Nacht" einen märchenhaften Glanz. Erneut vermag man Hunderte von Formationen entdecken. Ein beeindruckendes Erlebnis, wir finden die Höhle sogar noch sehenswerter als die Grotte des Demoiselles.

Nur wenige Kilometer entfernt liegt wie eine große verfallene Stadt aus Steinen das Chaos de Montpellier-le-Vieux*** - eine Ansammlung von Felsen. Trotz des recht saftigen Eintrittspreises entschliessen wir uns zu einer Wanderung, auf der sich uns die einzelnen Felsformationen erschliessen. Auch wenn wir uns bei einigen Felsen schwer tun, die namensgebende Formen zu erkennen, ist die Besichtigung dennoch sehr reizvoll. Von zwei Aussichtspunkten erhalten wir einen schönen Gesamteindruck der Anlage.

Abends nehmen wir noch ein kühles Bad im Hotel-Pool und genießen das Abendessen im Hotelpark.


Mittwoch, 09.07.2003 Gorges du Tarn***

Eigentlich haben wir vom Kurvenfahren schon genug, aber die Gorges du Tarn*** lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Wir beginnen die Tour durch die 50 km lange Schlucht durch eine faszinierende Landschaft in Florac. Die alte gotische Brücke über den Tarn kurz vor dem Ort Quezac sehen wir uns aus der Nähe an.

Der Tarn windet sich durch sein Flussbett und wird gesäumt von bis zu 600m hohen Steilhängen - eine Kanu-Tour ist hier sicher sehr lohnenswert. An den Hängen sind häufig Burgruinen zu erkennen. Die teilweise in den Fels gehauene Straße führt durch einige kleine, idyllisch gelegene Dörfer und bietet eine Reihe schöner Aussichtspunkte. Kleine Tunnel durchbrechen den Fels, der an einigen Stellen schroff über die Fahrbahn herausragt.

Das reizvoll gelegene Chateau de la Caze* lädt uns zu einer Rast ein. Auf der Restaurant-Terrasse mit Blick auf den Tarn genießen wir ein kühles Glas Weißwein und können uns gut vorstellen, hier ein romantisches Wochenende zu verbringen.

Les Detroits heißt die schmalste Stelle der Schlucht, zu der wir herunterlaufen und stellen unten angekommen fest, dass der Blick von oben spektakulärer ist.

Der 11km lange Cirque des Baumes** beginnt ab Les Vignes. Dieser lohnenswerte Abstecher gibt wunderschöne Blicke auf die Schlucht frei; vom Point Sublime*** aus kann man das Tal sehr schön überblicken - für uns ein idealer Picknickplatz.

Den letzten richtigen Urlaubstag lassen wir mit einem Wein im Hotel-Park ausklingen.


Donnerstag, 10.07.2003 Saverne

Auch der eindrucksvollste Urlaub neigt sich einmal dem Ende zu. Da wir das Wochenende in Koblenz verbringen werden, müssen wir heute schon den größten Teil der Strecke zurücklegen. Als Tagesziel haben wir den kleinen Ort Saverne im Elsaß ausgesucht. Nach nicht enden wollender Fahrerei erreichen wir unser Ziel. Ein kleiner Stadtrundgang lässt uns die Empfehlung der Geo Saison als eines von Frankreichs charmantesten Städtchen noch nicht nachvollziehen. Mit typisch elsässischer Küche und einem Riesling beenden wir den Abend.


Freitag, 11.07.2003 Saverne – Koblenz

Etwas gerädert (das zentral gelegene Hotel war zu laut) suchen wir uns ein kleines Frühstücks-Cafe mit Blick auf das Schloss Rohan. Das Renaissance-Schloss, in dem eine Jugendherberge und eine Grundschule untergebracht ist, ist für die kleine Stadt etwas überdimensioniert. In der Fußgängerzone können wir ein paar schöne Beispiele elsässischer Fachwerkbauten entdecken. An der Klosterkirche laufen wir beim ersten Mal vorbei, um bei der Besichtigung festzustellen, dass diese nicht unbedingt sehenswert ist. Schön sind ein paar alte Freskenmalereien im Kreuzgang - eine Restaurierung des Kreuzgangs scheint uns dringend erforderlich. Den ersten Eindruck des Vorabends finden wir bestätigt. Unser Interesse weckt jedoch noch eine Schleuse des Rhein-Marne-Kanals, hier sehen wir zwei Frachtern zu, wie sie in Maßarbeit die Schleuse bedienen.

Lohnenswert ist allerdings der Abstecher zum Chateau de Haut-Barr, eine Burgruine, die in 470m Höhe über die Stadt ragt und einen schönen Blick auf die Rheinebene gewährt.

Mit diesem Blick beenden wir unseren Frankreich-Urlaub und reisen weiter nach Koblenz, wo wir noch ein Weinsensorik-Seminar absolvieren.

Letzte Aktualisierung: August 2003 - © Anke Schlingemann und Detlef Hälker


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