PecuniaOlet

Biedermann und die Brandstifter

http://www.christuskirche-bochum.de/veranstaltung/...

In diesem Zusammenhang sieht Heinz-Rudolf Kunze also seinen Song "Willkommen liebe Mörder".

Ich dachte zunächst, nicht zuletzt aufgrund seines Engagement für Flüchtlinge, dass er es dem Zuhörer überlässt, aus welcher Sicht man "die Mörder" betrachtet, und sich damit jederzeit "aus der Affäre" ziehen könnte.

Aber:

"Über “Will­kom­men liebe Mör­der” wie­derum sagt er: “Die­ser Song wird Men­schen ärgern“. Es geht in ihm um Tole­ranz, und zwar die falsch ver­stan­dene, es geht um den Kon­flikt zwi­schen Reli­gio­nen und Kulturen:

“Will­kom­men liebe Mör­der, fühlt euch wie Zuhause, nichts neh­men wir euch übel, Empö­rung? Nicht die Spur, ihr habt halt eine andere Umbringekultur“

tex­tet er und stellt das Lied in den Rah­men, den Max Frisch mit “Bie­der­mann und die Brand­stif­ter” gezo­gen hat. Ein Drama, von dem Kunze mut­maßt, dass es “bewusst nicht mehr an unse­ren Thea­tern auf­ge­führt wird“ aus Angst vor dem Vor­wurf des Rassismus." (Quelle siehe obigen Link)

Andererseits:

Wenn Heinz Rudolf Kunze mit dem Lied "Willkommen liebe Mörder" den politisch desinteressierten und "blinden", obrigkeitshörigen "Biedermann" meint, der die "Brandstifter" ins Haus lässt, um u.a. sein Gewissen zu erleichtern und sich in der Rolle des Menschenfreundes zu gefallen, dann passt das meiner Meinung nach nicht zu den Fähnchen schwenkenden und "Refugees Welcome"- Schilder haltenden überwiegend jungen Leuten und auch nicht dazu, dass das "lyrische Ich" jeden Vierten bis Dritten für einen Mörder hält.