Was kostet die Welt? Wissenschaftler: Angeblich 3,5 Billiarden

Ein Wissenschaftler will herausgefunden haben, wie viel die Erde wert ist. Sein für menschliche Hirne schwer fassbares Ergebnis: Mutter Erde schlägt mit umgerechnet rund 3,5 Billiarden, genauer gesagt etwa 3.519.501.942.644.496 Euro oder auch 3.500 Billionen Euro zu Buche. Das ist etwa das Hundertfache des Welt-Bruttoinlandsprodukts.

Der Astrophysiker Greg Laughlin von der kalifornischen Santa-Cruz-Universität glaubt, den Wert unseres gesamten Planeten mit einer komplexen Formel berechnen zu können: Die Gleichung, mit der er auch den Wert anderer Planeten berechnet, berücksichtigt unter anderem die Größe, die Temperatur und die Masse eines Planeten.

Aber auch das Alter spielt in seiner Gleichung eine Rolle — je älter ein Planet, desto wertvoller: "Wenn man nach Leben im All sucht, sollte man sich nicht auf Sterne konzentrieren, die bloß 100 Millionen Jahre alt sind, sondern Planeten, die so alt oder älter als die Sonne sind, und die demzufolge mehr Zeit hatten, Leben zu entwickeln", wie der Wissenschaftler in einem Interview mit dem Wissenschafts-Blogger Lee Billings erklärt.

Laut seinen Berechnungen ist die Erde mit 3, 5 Billiarden der teuerste Planet des Sonnensystems. Der Mars hingegen sei nur schlappe 12 000 Euro wert. „Das ist ernüchternd, aber auch logisch, bedenkt man, dass wir Menschen dort keine fünf Sekunden überleben würden", zitiert der Journalist den kalifornischen Wissenschaftler in seinem Blog. Die Venus ist nach Laughlins komplizierter Formel hingegen noch nicht mal einen Cent wert. Zahlreiche weitere Planeten hat der Wissenschaftler aufgrund ihres lebensfeindlichen Klimas ebenfalls als „Schnäppchen" bewertet.

Himmelskörper mit "Preisschildchen" auszeichnen
Laughlin erfand die Gleichung, um die vom NASA-Teleskop „Kepler" entdeckten Planeten zu klassifizieren. Mit dem Teleskop suchen US-Forscher schon seit zwei Jahren nach Planeten in der Milchstraße. Nach dem Start der Kepler-Mission habe Laughlin die Idee gehabt, die neu entdeckten Himmelskörper auf diese Weise jeweils mit „Preisschildchen" auszuzeichnen. Schließlich wandte Laughlin seine Formel nicht nur auf neu entdeckte, sondern auch auf bereits bekannte Planeten an.

Doch was sagen uns Laughlins Berechnungen? Auf den ersten Blick mag es wenig Sinn machen, den Wert von Planeten zu ermitteln, die häufig nur zu einem Bruchteil erforscht sind, erklärt Laughlin im Interview. Aber laut dem Wissenschaftler gehe es darum, das von den Weltraumforschern wahrgenommene Potenzial der Planeten zu evaluieren, quasi eine Art „Marktwert" zu bestimmen. Das sei vergleichbar mit der Bewertung von Facebook mit mehreren Milliarden Dollar.

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„Das ist ein Weg für mich, um zu bewerten wie begeistert ich angesichts eines neu entdeckten Planeten sein sollte", erklärte Laughlin gegenüber Billings. Unabhängig von der medialen Aufregung um die durch Kepler neu entdeckten erdähnlichen Planeten, zeigten seine Bewertungen, dass bisher noch keine Planeten gefunden wurden, über deren Entdeckung man wirklich „begeistert" sein müsste. „Das ist noch nicht wirklich das, wonach wir suchen", so Laughlin im Interview.