Vatikan Geldwäscher

Vatikan Geldwäscher



Vatikanstadt, 13. Jan (Reuters) - Der Vatikan hat mit Kopfschütteln auf die Anordnung der italienischen Zentralbank reagiert, in Vatikanstadt EC- und Kreditkarten-Zahlungen etwa durch Touristen zu blockieren. Die Begründung der Zentralbank, der Vatikan erfülle nicht die Vorschriften gegen Geldwäsche, sei unverständlich, sagte der Vorsitzende der Finanzinformationsbehörde des Vatikans, Rene Brülhardt, der Zeitung "Corriere della Sera" der Webseite von Radio Vatikan zufolge. Schließlich habe der Heilige Stuhl die in der EU geforderten Kontrollen eingeführt. "Ich bin wirklich überrascht", sagte der Schweizer Brülhart.

Seit dem 1. Januar müssen etwa Briefmarken oder Andenken in Vatikanstadt in Bar bezahlt werden. Die italienische Notenbank hat der Italien-Tochter der Deutschen Bank vorgeworfen, in Vatikanstadt Geräte zur bargeldlosen Zahlung ohne Erlaubnis Italiens installiert zu haben, nachdem die Vereinbarung mit einer anderen Bank ausgelaufen war.

Der Verkauf von Briefmarken, Andenken und Devotionalien sowie die Eintrittsgelder für die vatikanischen Museen und die Sixtinische Kapelle gehören neben Spenden und Geldanlagen zu den wichtigsten Finanzquellen für den Heiligen Stuhl. 2011 zahlten fünf Millionen Besucher der Museen 91,3 Millionen Euro. Der Vatikan bemüht sich seit längerem, von seinem Ruf wegzukommen, es mit finanzieller Transparenz nicht genau zu nehmen. 2012 hatte Moneyval, ein Ausschuss des Europarats, schwere Mängel bei der Bank des Vatikans festgestellt und sie zu größeren Anstrengungen im Kampf gegen Geldwäsche und mehr Transparenz aufgefordert.