PecuniaOlet

Apokalypse - der Letzte macht das Licht aus

Wenn die Seele einer Kultur sich in sich erschöpft hat, ihre Glut erloschen, die Leidenschaft ihrer Uridee ermattet und ihr Mythos tot ist, kommt es in der späten Phase ihrer Zivilisation noch einmal zu einem enormen Expansionsdrang. Unsere Zivilisation, bzw. die leere Hülle ihrer vormaligen Kultur, wird gegenwärtig gewaltig und mit militärischen Mitteln flankiert mit Luftgeld aufgeblasen, bis sie platzt. Ihr sinkender Stern gleicht einer Sonne, die in ihrer letzten Lebensphase in einer alles erleuchtenden Supernova explodiert, um schließlich als Schwarzes Loch alles verschlingend in sich zusammenzufallen.

Die Eliten dieser späten Phase sind kaltblütig empathielose "Kopfmenschen", denen das Schicksal der Massen völlig gleichgültig ist. Im späten Rom lebte das durch Brot, Spiele und Alimentierung ruhig gestellte Volk, vor dem einst Karthager und Gallier erzitterten, in vielstöckigen Mietskasernen, die nicht selten in sich zusammenbrachen und sämtliche Bewohner töteten, während es die durch Söldnerarmeen geführten Eroberungsfeldzüge ihrer Herrscher mit Interesselosigkeit zur Kenntnis nahm. 

Geschichte wiederholt sich und Kulturen entstehen und vergehen. Der Unterschied indes ist: Geht unsere Kultur unter, besteht die Gefahr, dass sie - wie erwähntes "Schwarzes Loch" - alles mitreißt und späteren Generationen und Kulturen die Grundlage durch völlige Zerstörung der Natur entzieht. Die antike Kultur entdeckte die Idee des Atoms. Unsere ist in der Lage, es zu spalten. So zu spalten, dass ein Riss durch die Menschheit geht, der nie mehr gekittet werden kann.