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ARD Backgroundstories: Die Propaganda wirkt. Ein Beispiel.

"Das ist das Geheimnis der Propaganda; den, den die Propaganda fassen will, ganz mit den Ideen der Propaganda zu durchtränken, ohne dass er überhaupt merkt, dass er durchtränkt wird.“

Joseph Goebbels.

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Welt-Redakteurin Laura Ewert schreibt über den neuen Beitrag der öffentlich-rechtlichen. Sie zahlt gern Rundfunkbeiträge. Und sie fordert es von allen: "Ja, bitte!" Wer dagegen sei, ist "dumm und elitär".

"Bisher diene vor allem das Öffentlich-Rechtliche als Spiegel der Gesellschaft, als Ort, an dem eine etwaige kollektive Identität überprüft werden kann. Wer Nachmittage mit der ARD verbringt, treibt in der Bürgerseele. [..] Wir würden viel weniger voneinander wissen, wenn es nicht das Angebot der Öffentlich-Rechtlichen gäbe, die versuchen, es jedem recht zu machen. Demokratie heißt wahrscheinlich auch, den schlechten Geschmack anderer zu ertragen. Und sich dann über die Perlen zu freuen: Wenn nachmittags beim Deutschlandfunk Hörer anrufen, um über Sexualfrüherziehung im Kindergarten zu diskutieren, ist das eine Talkshow für Bildungsbürger. Oder die Redaktion um Jan Böhmermann – so schnell, so schlau, so da, so nah am Internet war deutsches Fernsehen noch nie. Öffentlich-rechtliches Programm ist eben so gut oder schlecht wie das Land, das es macht. So veraltet, so starr, so ausnahmsweise geil. Doch wenn im Altersheim keine Leute mehr sitzen, die Florian Silbereisen sehen wollen, wird sich das Meckern über den "Musikantenstadl" auch erledigt haben."

"Die Ablehnung des Beitrags ist ein allmähliches Hinausschleichen aus der Demokratie, der öffentlich-rechtlichen unter den Herrschaftsformen."

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Frau Evert bezeugt, dass sie schon in der Propaganda angekommen ist. Ein Angebot, das nach eigenen Worten für fast keinen etwas bietet, in dem die Nachricht keine Informationen, sondern nur noch Meinungen enthält, für das jeder Zahlen muss - dieses Fernsehen - findet Frau Evert toll.

Dabei legt Sie bei kostenlos nutzbaren Diensten weitaus andere Maßstäbe an. Erst im März beklagte sie sich über den Fotodienst Instagram. Über diesen privaten Dienst tauschen Nutzer ihre Fotos untereinander aus. Und nun mache "Instagram mache uns zu Psychopathen." Sie schreibt:

"Das Perfide ist, dass mit den professionellen Instagram-Auftritten ein Reichtum und Lifestyle präsentiert und dann von den Hobby-Instagrammern imitiert wird, der real nicht existieren muss. Denn all die Waren sind meist durchlaufende Posten. Das teure Zimmer im Luxus-Spa, das goldene Armband, die It-Bag, all das wird nur mit Rabattkarten und oft gar nicht bezahlt. [..] Blogger machen nicht Werbung, weil sie bekannt sind, sondern sind bekannt, weil sie Werbung machen. Die übrigens selten von der Zielgruppe als solche erkannt wird. Wann immer von Authentizität die Rede ist, weiß man, in diesem Umfeld ist ein Produkt gut aufgehoben und das Wort nur eine Hülle. Ein Paket mit der neuen Gesichtscreme an Bloggerin XY in Krefeld zu versenden, ist günstiger und zielführender als jede Anzeige in einem Frauenmagazin."

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Es ist schon erstaunlich, wie Frau Evert kritiklos dem aufgezwungenen öffentlich-rechtlichen Rundfunk frönt. Sie untermauert weder in dem Artikel über die Anstalten, noch beim Artikel über Instagram ihre Aussagen mit Kompetenz und Analytik. Sie schreibt, was sie denkt. Und während sie sich beim Instagram-Schönheitsideal-Wettbewerb unter Druck gesetzt fühlt, obwohl sie weder dafür zahlt, noch diesen konsumieren muss, bekennt sie sich im Fall des Beitragsservice klar für die Zahlung und dessen Nutzen.

Die Funktion der ARD als Oligarchiestütze kennt sie nicht. Die Missbrauchslage ebenfalls nicht. Selbst Eklats im ZDF-Fernsehrat zur Berichterstattung oder die Eigeneinschätzung des ARD-Programmbeirats als "fragmentarisch", "tendenziös", "mangelhaft" und "einseitig" sind Frau Evert unbekannt. Das Leben ist eben toll. Bei der ARD "lauscht man der Volksseele".

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Frau Evert hätte bestimmt auch mit Überzeugung für die Kriege in Jugoslavien, Libyen und Syrien gestimmt. Millionen Menschen totbomben um zu helfen. Und natürlich Flüchtlinge aufnehmen. Und vom eigenen Geld für diesen Krieg und für die Flüchtlinge zahlen. 

Frau Evert denkt nämlich wirklich, sie lausche der Volksseele. Ein besseres Lob hätte man den Propagandisten der ARD gar nicht machen können. Selbst Herr Goebbels wäre stolz drauf.

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Dabei schreibt Ulrich Clauß in der Welt erst einen Monat zuvor: "Die Deutschen üben den stillen Boykott gegen die Zwangsabgabe für ARD und ZDF. Vier Millionen Haushalte zahlen den Rundfunkbeitrag einfach nicht – bis der Vollstrecker dreimal klingelt." Dies entspricht in etwa der Quote der Widerständler im Dritten Reich, die Juden nicht deportiert hätten.

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Artikel Laura Ewert)

http://www.welt.de/kultur/article143621154/Rundfun...

http://www.welt.de/kultur/medien/article138471077/...

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