Reiseberichte

Ouro Preto, Minas Gerais (Brasilien)

Ouro Preto gehört seit 1981 zum Weltkulturerbe der UNESCO und ist ein Juwel der kolonialen Barock-Architektur Brasiliens.

Die Stadt liegt in der hügeligen Serra do Espinhaco, ist rund 80 Kilometer von Belo Horizonte entfernt, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaats Minas Gerais.
1711 als Vila Rica de Ouro Preto gegründet, erwarb sich die Stadt schnell den Ruf als El Dorado. Die Ausbeutung der zahlreichen Goldminen der Region halfen, Portugals Hauptstadt Lissabon zu erbauen und finanzierten die industrielle Revolution in Großbritannien.
Heute ist Ouro Preto ein Anziehungspunkt kulturinteressierter Touristen und brasilienweit als Universitätsstadt berühmt.
Wer sich für barocke Kirchen interessiert, ist hier genau richtig. 14 Kirchen verteilen sich auf das ganze Stadtgebiet. Die Matriz de Nossa Senhora do Pilar ist die prächtigste, wird brasilienweit nur von der Kirche Sao Francisco in Salvador (Bahia) übertroffen. 435 Kilogramm Gold und Silber wurden im Kirchenraum verarbeitet.
Auch wenn man sich weniger für sakrale Bauten interessiert, lädt die Stadt zum Schlendern ein. Allerdings ist festes Schuhwerk empfohlen, denn die meist engen Gassen sind steil, das Kopfsteinpflaster - vor allem nach den häufigen Regenfällen – rutschig. Das koloniale Ensemble ist vollständig erhalten und liebevoll restauriert. Dennoch hat man nicht das Gefühl, sich in einem Freiluftmuseum zu befinden. Die Stadt ist nicht zuletzt dank der vielen Studenten lebendig, voller Pousadas (Bed and Breakfast-Unterkünfte), Hotels, Bars, Restaurants und Geschäfte. Die Küche von Minas Gerais wird in ganz Brasilien geschätzt, hier in Ouro Preto findet man einige der besten Restaurants.
Noch heute werden in der Region Gold und Edelsteine geschürft. Das Schmuck-Angebot in den zahlreichen Juwelier-Geschäften ist daher kaum überschaubar. Hinzu kommen etliche Ateliers und Kunsthandwerk-Geschäfte.
Wer sich ein Bild davon machen will, welche Arbeitsbedingungen unter Tage herrschten, kann dies in zwei stillgelegten Minen tun: der Mina do Chico Rei oder der Mina de Ouro (auf dem Weg zur Nachbarstadt Mariana).
Seit 2007 ist die historische Bahnlinie zwischen Ouro Preto und dem 12 Kilometer entfernten Mariana wieder in Betrieb. Einmal am Tag fährt die kleine Dampflock vormittags hin und am Nachmittag wieder zurück.
Naturliebhabern bietet sich ein Ausflug in den Parque Itacolomy an. Der markante Felsen Itacolomy ist das Wahrzeichen der Stadt. Der Name kommt aus der Sprache der Ureinwohner und bedeutet „Mutter-Kind“, weil ein großer Felsen neben einem kleinen steht. Der dazugehörige Park bietet schöne Wanderwege und Wasserfälle. Von einem Ausflug zum Itacolomy selbst ist leider abzuraten, weil es dort schon zu zahlreichen Überfällen auf Touristen gekommen ist. Von dieser Einschränkung abgesehen, ist Ouro Preto aber eine sehr sichere Stadt, in der man sich als Tourist gefahrlos bewegen kann.
Den größten Andrang erlebt Ouro Preto alljährlich zu Karneval und zur Osterzeit. Während der Semana Santa ist die ganze Stadt geschmückt und katholische Prozessionen ziehen durch die Gassen. Während der Karnevalstage sind es vor allem Studenten aus ganz Brasilien, die das Straßenbild prägen. Es wird viel getrunken und viel getanzt, die Stadt ist so voll, dass kaum ein Durchkommen ist.

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