Big Brother Is Beating You: Armband verpasst Träger Elektroschocks

Ein mit dem Smartphone verbundenes Armband verpasst seinem Träger Elektroschocks, wenn der sich nicht plangemäß verhält. So wird man, wenn man nicht rechtzeitig aus dem Bett kommt oder den Termin im Fitness-Studio verpasst. Das Armband will dem Träger dabei helfen, die eigenen Ziele schneller zu erreichen.

Ein neues Armband der Firma Pavlok versetzt seinem Träger Elektroschocks. Bei dem Gerät geht es nicht etwa um die Kontrolle von Häftlingen oder das Konditionieren von Haustieren. Mit dem Armband können sich Manager, Unternehmer und Sportler an einen selbst gestellten Motivationsplan gewöhnen, nach dem Motto: Fortschritt durch Strafe.

Wer sich zum Beispiel vornimmt, morgens eine Stunde früher aufzustehen, programmiert das Armband entsprechend. Wer verschläft, bekommt einen schmerzhaften Elektroschock. Über das GPS-Signal und die Uhrzeit weiß das Armband, ob sich sein Träger noch in den Federn oder schon auf dem Weg ins Fitness-Studio befindet.

Der Gedanke hinter dem neuen Gerät, das in die Kategorie der Wearables fällt, ist denkbar einfach: Durch Konditionierung soll die Verhaltensweise des Menschen in die gewünschte Form gepresst werden. Wer sich vor dem Schmerz des Elektroschocks fürchtet, wird alles dafür tun, ihn nicht erleiden zu müssen. Das Bett wird rechtzeitig verlassen. Der innere Schweinehund überwunden.

Die Angst vor dem Schmerz verändert Prozesse im Gehirn und führt dazu, dass sich der Mensch an das neue Verhalten gewöhnt. Wenn die Gewohnheiten durch das Armband verändert wurden, kann man sich die nächsten Ziele setzten. Vielleicht weiß das Armband nach einem Upgrade dann auch, wie viel Zucker der Mensch zu sich nimmt. Kontaktlinsen, die den Blutzuckerspiegel messen können, gibt es ja bereits (hier). Dann kann uns die Technologie auch beibringen, wie man sich gesund ernährt.

Der Erfinder des Armbands, Maneesh Sethi, will durch die Methode der negativen Verstärkung bereits 15 Kilo abgenommen haben. Das Prinzip wurde bereits in dern 30er Jahren von B.F. Skinner erfunden, der Ratten in einer Box beobachtete und ihr Verhalten durch Elektroschocks beeinflusste, so der Tech-Blog Motherboard.

„Pavlok verbindet genaues Monitoring, überzeugende Motivationstechniken und Handgelenkerinnerungen, um die Gehirne seiner Nutzer zu verändern und ihnen diejeniegen Gewohnheiten anzutrainieren, die sie am liebsten hätten“, schreibt Maneesh Sethi auf der Startup-Seite AngelList.

Wer seine Aktivitäten auf Facebook freigibt, der kann sich bei einem Fehlverhalten sogar von seinen Freunden schocken lassen. Sethi braucht noch einen 3D-Drucker und ausreichend Finanzmittel. Dann könnte das Produkt schon im kommenden Jahr auf dem Markt erscheinen.