PecuniaOLet

"Zerwürfnisstifter" (Diabolus) Zins

Dass am gegenwärtigen Geldsystem etwas nicht stimmt, darüber sind sich alle einigermaßen vernunftbegabten Beobachter einig.

Der Zins aber scheint ein schier unangreifbares Dogma.

Wenn man Geld verleiht und somit längere Zeit dem Verbrauch und Eigenbedarf entzieht, erwartet man dafür auch eine angemessene Entschädigung. Es wird zumeist mit der "Zeitpriorität"(Ludwig von Mises) und dem Urzins argumentiert.

Ich gehe diesbezüglich jedoch von anderen, humanitär-humanistischen Fragestellungen aus.

Die erste Frage lautet : Wem und wie vielen nutzt der Zins ?

Zweite Frage : Wenn man Nutzen und Nachteile/Verwerfungen des Zinses gegeneinander aufwiegt ; spricht das per saldo dann für oder gegen den Zins ?

Die große Mehrzahl der Menschen lebt von der sprichwörtlichen "Hand in den Mund".

Das Geld wird ausgegeben, wie es hereinkommt, und häufig reicht noch nicht einmal das.

Das liegt unter anderem auch an Zinsen, die in jedem Produkt einkalkuliert sind und die letztlich der Endverbraucher zu bezahlen hat.

Auch die Zinsen die der Staat begleichen muss, werden am Ende der Kette vom Bürger und Steuerzahler getragen.

Kleinsparer und Lebens-/Rentenversicherungsnehmer freuen sich über kleine Zinserträge, die meist nicht einmal den Kaufkraftverlust während der Aufschubdauer auszugleichen imstande sind, während sie auf der anderen Seite in beinahe allen anderen Bereichen - nicht nur bei privaten Darlehen -  "kryptische" Zinsen zahlen, die in keinem Verhältnis zu jenen Zinsen stehen, die sie mittels ihres Ersparten generieren und die den meisten nicht einmal bewusst werden.

Auf der anderen Seite stehen einige wenige, die Geld im absoluten Überfluss haben und auf nichts verzichten müssen, wenn sie diese Geld verleihen da sie bereits über eine überdurchschnittlich hohe Anzahl an Sachwerten verfügen.

Mit Ausnahme weniger Güter (wie z.B, Edelmetalle) verrottet alles in der Natur, was man an Überfluss ansammelt oder es bedarf einigen Aufwandes, um es zu erhalten. Dann kostet Überfluss. Auch Immobilien bedürfen der Pflege und Erhaltung und ziehen entsprechende Kosten nach sich.

Nur das Geld bildet hier eine Ausnahme. Es verrottet nicht nur nicht - es ist sogar in der Lage sich leistungslos zu vermehren. Leistungslos selbstverständlich nur für den Eigentümer - andere müssen sehr wohl dafür leisten !

Da Geld nur durch Schuld (Kredit) entsteht und für in Umlauf sich befindliches Geld immer irgend jemand den Zins zahlt, dieser jedoch nicht bei der Geldschöpfung berücksichtigt wird, müssen immer wieder neue Kredite aufgenommen werden, um den Zins zu begleichen.

Dies mag so lange funktionieren, wie es Wirtschaftswachstum gibt.

Gibt es in der Natur unendliches Wachstum ?

Unendliches Wachstum - gleichgültig ob exponentiell oder linear - ist nicht möglich.

Der Zwang zu unendlichem Wachstum zerstört Mensch, Natur und Erde,er sorgt für gnadenlosen Wettbewerb, Betrug und Konsumwahn und entseelt Mensch und Natur.

Nur einige wenige Nutznießer scheinen (vorübergehend) Gewinner dieses Systems.

Aber auch ihnen und ihren Nachkommen nützt eine ausgebeutete Erde, eine kaputte Umwelt und kriegsähnliche Zustände aufgrund des Umverteilungsproblems von "fleißig nach reich " nur wenig, um es zynisch auszudrücken.

Ist dies der Zins wert ?

Selbstverständlich  verursachen Geldschöpfung und Herstellung von physischem Geld Kosten.

Diese Kosten zu decken, ist jedoch kein Zins nötig. Hier genügt ein einmaliger Aufschlag, der bereits "mitgeschöpft" wird.

Teil 2 folgt in Kürze.