Ukrainische Soldaten werden freundlich von den Russen gerettet

Aus:

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Ukrainische Soldaten: „Wir haben von Russland nicht so ein brüderliches Verhalten erwartet“

Die sich ergebenen ukrainischen Soldaten: „Wir haben von Russland nicht so ein brüderliches Verhalten erwartet“

Der Kommandeur der ukrainischen Einheit, die in der Nacht zum 4. August die Grenze zu Russland überquert hat, erzählte den Journalisten, dass seine Männer während der letzten zwei Wochen praktisch „ohne Munition und Treibstoff kämpfen mussten“. Nach seinen Worten wurde die Entscheidung zur Aufgabe getroffen damit die Soldaten nicht sterben mussten.

Die Entscheidung die Grenze zu überqueren und die Untergebenen zu retten wurde von den Kommandeuren der 72. Brigade und des Staatsgrenzdienstes der Ukraine aufgrund fehlender Munition, Treibstoffs und klarer Befehle des Kommandostabes zur Vorgehensweise im Einkesselungsfall getroffen.

„Ganze zwei Wochen haben wir praktisch ohne Munition und Treibstoff gekämpft. Die Verpflegung reichte ebenfalls nur zwei Wochen. Nicht einmal mehr Trockenfutter hatten wir. Die Leute sind nicht so sehr durch Beschuss, wie durch die Hoffnungslosigkeit ausgelaugt. Ausser des Befehls „Haltet durch“ hat uns das Zentrum mit Nichts geholfen. In der letzten Woche wollten die nicht einmal mehr mit uns reden – die haben uns schon abgeschrieben“ – wird der Kommandeur des Batailons Major Vitalij Dubinjaka zitiert.

Nach seinen Worten musste die Technik und die Waffen zurück gelassen werden – „Es war wichtiger die Männer zu retten“

Ausser dem Dank, äußerte der Major Vitalij dubinjaka sein ungeheucheltes Erstaunen über das „brüderliche Verhalten“ zu den ukrainischen Soldaten seitens der russischen Seite.

„Ehrlich gesagt haben wir nicht erwartet, dass man sich uns gegenüber so verhält. Brüderlich, kann man sagen. Alle da Oben die uns Befehle geben, lügen dass wir gegen Russland kämpfen. Niemand von den Russen hat uns auch nur schief angesehen – die verstehen, dass wir Geiseln des derzeitigen Schlamassels sind“ – sagt der Kommandeur.

„Man hat uns hier medizinische Hilfe geleistet, die Verwundeten versorgt, zu essen gegeben“ – erzäht er weiter. „Wir haben uns nach einem ganzen Monat endlich waschen können. Man hat uns neue Kleidung gegeben und die Möglichkeit uns zu erholen. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass die die durch dieses Gemetzel gegangen sind, da kein zweites Mal hin gehen.Ich habe meinen Jungs das Leben gerettet, ich habe ihnen gesagt: sollen die da Oben doch selber kämpfen und eigene Söhne zum sterben schicken. Wir haben genug. Wenn die uns schon abgeschrieben haben, dann sollen sie auch nicht mehr mit uns rechnen“.

Der Kommandeur gab auch zu, dass sich die Kampfhandlungen im Südosten der Ukraine zu einem echten Bürgerkrieg entwickelt haben.

Ich weiss nicht, wie ich den Müttern meiner gefallenen Soldaten in die Augen sehen soll. Doch ich weiss ganz genau, dass man dieses Bürgergemetzel beenden soll. Ich habe genug von den Tränen der Einheimischen und von den Leiden meiner Soldaten. Wir haben es satt. Hauptsache wir sind am Leben. Um den Rest werden wir uns kümmern, wenn wir zurück sind“ – versprach der Kommandeur.

In der Vergangenen Nacht überquerten mehr als 400 ukrainische Soldaten die russische Grenze. Nachdem sie sich an den russischen Grenzdienst mit der Bitte um Asyl gewandt haben, wurden sie durch einen humanitären Korridor ins Land gelassen. Unter den Männern waren auch Mitarbeiter des ukrainischen Grenzschutzes. Für die Soldaten wurde ein temporäres Aufenthaltslager eingerichtet.