Die Entstehung des Geldes

München, 17. September 2015 – Das Ludwig von Mieses Institut hat auf seiner Internetpräsenz www.misesde.org einen Auszug aus dem Buch „The case against the Fed“ von Murray N. Rothbard veröffentlicht. Rothbard, ein Schüler Ludwig von Mises, zeichnet darin die Entstehung des Geldes nach.

Geld weist eine historisch einzigartige Komponente auf, stellt Rothbard fest. Während alle übrigen Güter um ihrer selbst willen geschätzt werden, wird „Geld“ im Handel aufgrund einer Erwartungshaltung akzeptiert. Der Erwartung nämlich, dass auch jeder andere bereit sein wird, die Papierscheine, welche wir als Geld verwenden, anzunehmen und so als Tauschmittel zu akzeptieren. Da dies in der Vergangenheit der Fall war, ist diese Erwartungshaltung gut unterstützt.

„Eine Ware, die allgemein als Tauschmittel verwendet wird, ist definiert als Geld“, so Rothbard. Damit wird klar, dass Geld nicht per Dekret oder Verordnung in die Welt kam, sondern am freien Markt entstand. Denn wenn ein bestimmtes Gut vermehrt als Tauschmittel verwendet wurde, so setzt ein Spiraleffekt ein und immer mehr Menschen verwendeten das entsprechende Gut als Tauschmittel. Der Grund hierfür sind die großen Vorteile, die mit der Verwendung eines Tauschmittels gegenüber dem direkten Tausch einhergehen. Zunächst einmal wird der Tauschvorgang selbst erheblich vereinfacht. Man muss nicht mehr den einen Tauschpartner finden, der zum einen die eigene Ware haben möchte und zum andere die Ware, die man selbst begehrt, anbietet. Darüber hinaus werden nun erst Wertvergleiche möglich und schließlich erlaubt erst die Etablierung eines allgemeinen Tauschmittels Unternehmen festzustellen, ob sie erfolgreich gewirtschaftet haben oder nicht.

Historisch betrachtet wurden viele unterschiedliche Waren als Geld verwendet, doch wo immer sie verfügbar waren, setzten sich zwei Waren durch: Gold und Silber. Diese herausragende Position als Tauschmittel war und ist ihren einzigartigen Eigenschaften geschuldet. Sie sind beständig, ebenso leicht teil- wie übertragbar, knapp, aber nicht zu knapp und vor allem fungibel. „In der Tat“, ergänzt Thorsten Polleit, Präsident des Ludwig von Mises Instituts Deutschland, „kann Gold, und mit einigen Abstrichen auch Silber, einen fast fünftausend Jahre langen ‚Trackrekord’ vorweisen. Unser jetziges ungedecktes Papiergeldsystem hingegen blickt auf gerade einmal etwas mehr als 40 Jahre zurück. Die einzigartigen Eigenschaften der Edelmetalle bleiben bestehen und es steht zu vermuten, dass sie auch unser derzeitiges Geldsystem überdauern werden. Die sprichwörtliche Redewendung ‚Wer Gold hat, hat immer Geld’ besteht nicht umsonst.“

Die Entstehung des Geldes

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