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ARD - Die Zerschlagungsgegner positionieren sich

Während Intendant Buhrow (WDR) von eigendynamischer Verschlankung spricht ("sinnvolles Schrumpfen"), um radikalen Schritten zuvorzukommen, die gerade seinen Sender im Zuge der Bavaria-Verflechtung (eine stattliche Zahl der Bavaria-Mitarbeiter wird beim WDR geführt) träge, greift Wille (MDR) mit deutlicher Gebührenforderungen die KEF an. Auch der MDR produziert viel und mit Bavaria-Töchtern.

Die Marke von 20 EUR monatlichem Beitrag soll so schnell als möglich erklommen werden. Dem nicht genug, soll auch die vorgeschlagene zwischenzeitliche Senkung verhindert werden: Wille kommentiert hierzu: "wenn man jetzt erneut eine Rücklage bildet, [könnte man] sie dann für den Finanzbedarf ab 2021 heranziehen."

Erst 2015 kam Licht in den MDR-Skandal (Kinderkanal), bei dem Herstellungsleiter 10 Mio EUR nahezu unbemerkt abgezweigt hatten. Der Tagesspiegel nannte dies den "bislang größten Finanzskandal in der Geschichte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“.

Der MDR war es auch, der Deutschlands erste inhaftierte Gebührenverweigerin hervorbrachte, Sieglinde Baumert. Dies ließ sich der Sender 97,14 Euro am Tag kosten, in Summe also 6.000 Euro.

Frau Wille - zu Ostzeiten in Jena promovierte Juristin, ihr Mann Militärstaatsanwalt - denunzierte noch im Sommer 1989 den bundesdeutschen Rechtsstaat als "bourgeoises Possenspiel". 27 Jahre später gelingt ihr die erste Verhaftung von Widerständlern der staatlich verordneten Zwangsgebühr. Nun legt sie nach mit 20% Kostensteigerung. Es ist nicht damit zu rechnen, dass aus Leipzig solche Macht abgegeben werden will.