Neuer Skandal bei Neuland: Verbraucher werden getäuscht, Tiere werden gequält

Der Skandal um die Firma Neuland und ihre Praktiken im Umgang mit Fleisch von nicht artgerecht gehaltenen Tieren weitet sich aus. Nach Informationen der ZEIT wurde in Süddeutschland unter dem Label Neuland jahrelang Hähnchenfleisch aus französischen Betrieben verkauft, dessen Herkunft verschleiert und die Verbraucher getäuscht. Das Fleisch stammt von Höfen, die keine Neuland-Betriebe sind. Jedes Hähnchen, das seit 2012 in Süddeutschland verkauft wird, kommt aus Frankreich. Das bestätigte der zuständige Geschäftsführer der Neuland Vertriebsgesellschaft in Süddeutschland der ZEIT.

Neuland wurde 1988 mit dem Ziel gegründet, Fleisch aus besonders artgerechter Tierhaltung zu produzieren. Neuland sagte der ZEIT, man habe einige Jahre lang übergangsweise das Fleisch aus Frankreich bezogen, damit sei aber jetzt Schluss. „Das Hähnchenfleisch aus Frankreich darf nicht als Neuland-Fleisch verkauft werden“, sagt Neuland-Chef Jochen Dettmer der ZEIT. Aber das Fleisch aus Frankreich wird weiterhin unter Neuland-Label vertrieben.

Auch Lammfleisch, das Neuland in Süddeutschland verkauft, stammt nach den Recherchen der ZEIT von einer konventionellen Schäferei. Der Schäfer hatte sich 2012 um eine Neuland-Anerkennung bemüht, wurde aber abgelehnt. Trotzdem liefert er weiter an Neuland, und was er liefert, wird als Neuland-Fleisch verkauft. „Das ist ein Richtlinienverstoß und muss sofort gestoppt werden“, sagt Neuland-Chef Dettmer.

Der ZEIT liegen darüber hinaus Hinweise vor, dass auf dem Neuland-Schlachthof in Überlingen Tiere unnötig gequält werden.

Im April hatte DIE ZEIT die Praxis des Geflügelbauern L. aus Wietzen aufgedeckt, der jahrelang Industriehähnchen unter dem Neuland-Label verkauft hatte.