USSR54 Trial Of The Major War Criminals Before The International Military Tribunal,Band39,Nürenberg1949(pdf S.259,288-330)

Per Fax an 09113212878 09113212466 Gemeinsame Poststelle EinlaufstelleJustizbehörden Nürnberg
Fürther Strasse 110
D-90429 Nürnberg

Betreff: Klage Antrag auf Akteneinsicht zu USSR1 und USSR54

Seite 261 und 290-332 Trial Of The Major War Criminals Before The International Military Tribunal', Band 39, Nürenberg 1949 (im pdf Ausdruck Seite 259 und 288-330)

Sehr geehrte Gemeinsame Poststelle Justizbehörden Nürnberg - Seite 261 und 290-332Trial Of The Major War Criminals Before The International Military Tribunal', Band39, Nürenberg1949 - USSR1 und USSR54 Einsicht Übersetzung Abschrift Stelle

Hiermit beantrage ich Akteneinsicht zu USSR1 und USSR54 und der Übersetzung ihrer Akten zu USSR1 und USSR54 Urkunden in deutscher, polnischer, litauischer, lettischer, estländischer, ukrainischer, weißrussischer, englischer und jüdischer Sprache (mit allen Dialekten) und stelle Aktenabschriftantrag zu diesen Urkunden mit bitte um Vollzug Termin Mitteilung an die Antragsteller Meldeadresse.

Begründung: Ende 1943 gehörte Alexei Nikolajewitsch Tolstoi - mit den Zitierten Prozessbetrügern - der sowjetischen Untersuchungskommission an,

die neben dem beim ersten Nürnberger Prozeß als Beweisdokument USSR-54 eingeführten Bericht - der wahrheitswidrig behauptet, die Erschießung kriegsgefangener polnischer Offiziere im Wald Massaker von Katyn sei von den Deutschfaschisten durchgeführt worden -

http://www.loc.gov/rr/frd/Military_Law/pdf/NT_Vol-...

Seite 261 und 290-332Trial Of The Major War Criminals Before The International Military Tribunal', Band 39, Nürenberg 1949 -

den als USSR-001 eingeführten Bericht über die Gaswagen - für Lew Nikolaevich Smirnows Charkower Gaswagen Prozess Anklage gegen Deutsche - produzierte.

Rein vorsorglich stelle ich bezüglich den USSR1 und USSR54 Urkunden Strafantrag wegen Prozessbetrug - gemäss Seite 261 und 288-332 Trial Of The Major War Criminals Before The International Military Tribunal', Band 39, Nürenberg 1949 und beantrage Entschädigung für alle dadurch Geschädigten in einem Wiederaufnahmeprozess zur Feststellung der wahren Verantwortlichen für das Massaker von Katyn an - insbesondere auch den deutschstämmigen - Polen im Wald von Katyn.

In diesem Zusammenhang beantrage ich über die 8. Wiedergutmachungskammer ihres Prozessgericht die Beiziehung der Akten - ausgehend von dem 1937 entwickelten Erstickungskammer Vergasungsauto (Duschegubka) vom Chef der NKWD-Wirtschaftsabteilung im Bezirk Moskau - Isaj Davidowitsch Berg - und den geschädigten Russki Fords Nachfolge Unternehmen Missbrauch Opfer Vertretern - zum Entschädigung Wiedergutmachung Wiederaufnahmeprozess - zur Feststellung der wahren Verantwortlichen für das Massaker von Katynan Polen im Wald.

Begründungsquellen:

1. Alexander Solschenizyn:200 Jahre zusammen Die russisch-jüdische Geschichte 1795-1916,München,S.297

2. Zeugenaussage 28.6.1946 Hans Fritzsche vor dem Nürnberger Tribunal

3. http://www.loc.gov/rr/frd/Military_Law/pdf/NT_Vol-...

Seite 261 und 290-332 Trial Of The Major War Criminals Before The International Military Tribunal', Band 39, Nürenberg 1949 im pdf Ausdruck Seite 259 und 288-330

Antragsteller:

http://www.loc.gov/rr/frd/Military_Law/pdf/NT_Vol-XXXIX.pdf

Seite 261 im pdf Ausdruck Seite 259

Die deutsch-faschistischen Verbrecher sollen zur genauen Rechenschaft gezogen werden.

Diese fuerchterlichen Verbrechen wurden unter der Leitung der Hitler-Regierung und unter der Fuehrung von SS-und Polizei-reichsfuehrer Henker Himmler ausgefuehrt. Die unmittelbar Aus- fuehrenden der Verbrechen waren:

Alle diese sowohl wie alle uebrigen Deutschen, die persoenlich an der Ermordung und Folterung von Auschwitzgefangenen teil-nahmen, muessten vor einem Gerichtshof der Nationen erscheinen und die verdiente harte Strafe auf sich nehmen.

Der Vorsitzende der ausserordentlichen staatlichen Kommission N. SCHWEXNIK

Der Akademiker J. TRAININ

der Mytropolitos NIKOLAUS Metropolit von Kiew und Galizien,Vorsitzender des Allslawischen Komitee

der Akademiker LYSSENKO

der Akademiker N. BURDENKO.

http://www.loc.gov/rr/frd/Military_Law/pdf/NT_Vol-XXXIX.pdf

Seite 290-332 im pdf Ausdruck Seite 288-330

DOCUMENT 054-USSR REPORT BY A SPECIAL SOVIET COMMISSION, 24 JANUARY 1944, CONCERNING THE SHOOTING OF POLISH OFFICER PRISONERS OF WAR IN THE FOREST OF KATYN; “THE EXECUTIONS HAD BEEN CARRIED OUT IN AUTUMN 1941 BY THE GERMAN "STAFF OF THE CONSTRUCTION BATTALION 537":

IN SPRING 1943 THE GERMANS, BY BLACKMAILING WITNESSES INTO GIVING FALSE EVIDENCE XND BY OTHER MEANS, HAD TRIED T0 MAKE IT APPEAR THAT THE SOVIET NKWP WAS RESPONSIBLE FOR THE SHOOTING OF THE 11000 VICTIMS

BESCHREIBUNG: Broschüre in russischer Sprache aus dem Jahre 1944, 56 Seiten in Oktav-Format, nachträglich gebunden - W der deutschen Uebersetzung

MITTEILUNG

der Sonderkommission zur Feststellung und Untersuchung der Umstaende der Erschiessung von polnischen kriegsgefangenen Offizieren im Katyner Wald durch die deutschen faschistischen Eindringlinge.

Nach dem Beschluss der Ausserordentlichen Staatskommission zur Feststellung und Untersuchung der Greueltaten der faschisti- schen deutschen Eindringlinge und ihrer Helfershelfer wurde die

Sonderkommission zur Feststellung und Untersuchung der Umstaende der Erschiessung von kriegsgefangenen polnischen Offizieren im Walde von Katyn (b.Smolensk) durch die deutschen faschistischen Eindringlinge gegruendet:

Die Kommimion besteht aus folgenden Personen:

Mitglied der Ausserordentlichen Staatskommission, Akademiker

N.N. BURDENKO, (Vorsitzender der Kommission);

Mitglied der Ausserordentlichen Staatskommission, Akademiker,

ALEKSEJ TOLSTOJ;

Mitglied der Ausserordentlichen Staatskommission, Mythropolitos

NIKOLAI; (Metropolit von Kiew und Galizien, Vorsitzender des Allslawischen Komitees)

Vorsitzender des Allslawischen Komitees, Generalleutnant

GUNDOROW A.S.;

Vorsitzender des Exekutivkomitees des Geselischaftsverbandes des Roten Kreuzes und Roten Halbmondes

KOLESNIKOW S.A.;

Volkskommissar fuer Aufklaerung der RSFSR, Akademiker Potemkin W.P.;

Chef des militaer-medizinischen Hauptamtes der Roten Armee, Generaloberst

SMIRNOW E.I.,

Vorsitzender des Exekutivkomitees vom Gebiet Smolensk,

MEINIKOW R.E.,

Um die der Kommission gestellten Aufgaben zu loesen, zog die Kommission die folgenden gerichts-medizinischen Sachverstaendigen hinzu:

Obersten gerichtsmedizinischen Sachverstaendigen des Volkskommissariats fuer Gesundheitswesen der UdSSR, den Direktor des Wissenschaftlichen Forschungsinstituts fuer Gerichtsmedizin PROZOROWSKY W.I.,

den Leiter des Lehrstuhles fuer Gerichtsmedizin des 2. Moskauer Medizinischen Instituts, Doktor der medizinischen Wissenschaften

SMOLJANINOW W.M.,

den aeltesten wissenschaft- lichen Sachbearbeiter des Staatlichen wissenschaftlichen For-schungsinstituts fuer Gerichtsmedizin des Volkskommissariats fuer Gesundheitswesen der UdSSR., SEMENOWSKY P.S.,

den aeltesten wissenschaftlichen Sachbearbeiter des staatlichen wissenschaftlichen Forschungsinstituts fuer Gerichtsmedizin des Volkskommisariats fuer Gesundheitswesen der UdSSR., Dozent SCHWAIKOWA M.D.,

den Hauptpathologen der Front Major des.medizinischen Dienstes, Professor

WYROPAIJEW D.N.

Zu ihrer Verfuegung hatte die Sonderkommission das umfangreiche Material, das von dem

Mitglied der Ausserordentlichen Staatskommission Akademiker BURDENKO N.N.,

seinen Mitarbeitern und den gerichtsmedizinischen Sachverstaendigen vorgelegt war, die am

26. September 1943,

sofort nach der Befreiung der Stadt Smolensk dahingekommen waren und das vorlaeufige Studium und die Untersuchung der Umstaende aller von den Deutschen veruebten Greueltaten durchgefuehrt haben.

Die Sonderkommission hat an Ort und Stelle nachgeprueft und festgestellt, dass, 15 Kilometer von der Stadt Smolensk entfernt an der Witebsker Chaussee im Gebiet des Katyner Waldes, „Kosji Gory" genannt, 200 Meter suedwestlich der Chaussee in der Richtung des Flusses Dnjepr sich die Graeber befinden, wo die durch deutsche Okkupanten erschossenen kriegsgefangenen Polen begraben wurden.

Nach der Verordnung der Sonderkommission und in Anwesenheit aller Mitglieder der Sonderkornmission und der gerichtsmedizini-schen Sachverstaendigen wurden die Graeber ausgehoben. In den Graeben wurden eine grosse Anzahl von Leichen in polnischer Uniform entdeckt. Nach der Berechnung der gerichtsmedizinischen Sachverstaendigen erreicht die Zahl der Leichen insgesamt 11.000.

Die gerichtsmedizinischen Sachverstaendigen haben die ausgehobenen Leichen und die in den Graeben und an den Leichen aufgefundenen Akten und Beweisstuecke eingehend untersucht.

Gleichzeitig mit dem Ausheben der Graeber und der Untersuchung der Leichen fuehrte die Sonderkommission die Befragung der zahlreichen Zeugen aus der oertlichen Bevoelkerung durch, deren Aussagen die Zeit und die Umstaende der von deutschen Okkupanten ausgefuehrten Verbrechen genau festgestellt haben.

Aus den Aussagen der Zeugen geht folgendes klar hervor:

Der Katyner Wald.

Von jeher war der Katyner Wald der beliebte Platz, wo die Bevoelkerung der Stadt Smolensk ihre Ruhetage zu verbringen pflegte.

Die im Umkreis Wohnenden weideten Vieh im Katynerwald und faellten Holz. Es gab keine Beschraenkungen und Verbote zum Betreten des Katyner Waldes.

Dies war so im Katyner Wald bis zum Ausbruch des Krieges. Noch im Sommer 1941 befand sich das Pionierlager der „Promstrachkasse" welches erst im Juli 1941 aufgeloest wurde, in diesem Wald. Nach der Besetzung der Stadt Smolensk durch deutsche Okkupanten herrschte im Katyner Wald ein ganz anderes Regime. Man begann den Wald durch

verstaerkte Streifen zu bewachen,

es erschienen zahlreiche

Warnungsschilder, wonach alle diejenigen, die ohne besondere Ausweise den Wald betraeten, erschossen wuerden.

Besonders streng wurde der genannte Teil des Waldes von Katyn –„Kosji Gory"' bewacht, sowie auch das Gebiet am Ufer des Dnjepr, wo sich 700 Meter von den entdeckten Graebern der polnischen Kriegsgefangenen entfernt, ein Sommerhaus -das Erholungsheim des Smolensker NKWD-Amtes – befand.

Nach Ankunft der Deutschen wurde dort eine deutsche Dienststelle errichtet, die sich „der Stab des Baubataillons 537“ nannte.

Die kriegsgefangenen Polen im Raum Smolensk.

Die Sonderkommission hat festgestellt, dass vor der Eroberung der Stadt Smolensk von deutschen Okkupanten in den Westbezirken des Gebietes kriegsgefangene polnische Offiziere und Soldaten am Bau und an der Reparatur der Autostrassen arbeiteten. Diese kriegsgefangenen Polen wurden in drei Lagern zur b.V. untergebracht und zwar: Lager Nr. 1 ON, Nr. 2-ON und Nr. 3-ON, die etwa 25-45 Km westlich von der Stadt Smolensk lagen.

Durch die Aussagen der Zeugen und durch die dokumentarischen Angaben ist festgestellt worden, dass nach dem Beginn der Kriegs- handlungen die genannten Lager !wegen der unguenstigen Verhaelt- nisse nicht rechtzeitig evakuiert werden konnten.

Alle kriegsgefangenen Polen, ein Teil des Wachpersonals und der Mitarbeiter der Lager gemieten aus, diesem Grunde in deutsche Gefangenschaft.

Der von der Sonderkohssion vernommene ehemalige Chef des Lagers Nr.1-ON,

Major der Staatssicherheit

WETOSCHNIKOW W.M.

gab an:

„Ich erwartete den Befehl ueber die Aufloesung des Lagers. Aber die Verbindung mit der Stadt Smolensk war unterbrochen. Da fuhr ich zusammen mit einigen Mitarbeitern nach Smolensk, um die Verhaeltnisse klarzulegen. Ich fand in Smolensk die gespannte Lage vor. Ich wandte mich an den

Chef des Eisenbahnverkehrs der Strecke Smolmsk der Westeicenbahn, Genossen

IWANOW,

mit der Bitte, das Lager mit Wagen zu versehen, um die kriegsgefangenen Polen zurueckzufuehren. Genosse IWANOW aber antwortete, dass Ich damit nicht rechnen koennte. Ich machte Versuche, mit Moskau Ver bindung zu bekommen, umdie Erlaubnis zu erhalten, den Weg zu Fuss zurueckzulegen, aber auch das gelang mir nicht.

Zu dieser Zeit war Smolensk schon durch die Deutschen vom Lager abgeschnitten und was mit den kriegsgefangenen Polen und mit dem im Lager gebliebenen Wachpersonal geschah, weiss ich nicht.

Ingenieur

IWANOW S.W.,

der im Juli 1941 den Chef des Verkehrs der Strecke Smolensk der Westeisenbahn vertrat, gab der Sanderkommission an:

„Die Lagerverwaltungen der Lager fuer polnische Kriegsgefangene wandten sich an meine Dienststelle mit der Bitte, Wagen zum Abtransport der Polen zu erhalten, aber wir hatten keine freien Wagen zur Verfuegung. Zudem konnten wir keine Wagen zum Bahnzweig Gusino dirrigieren, da die Strecke bereits beschossen wurde. Deshalb konnten wir die Bitte der Lagerverwaltungen nicht beruecksichtigen. Somit blieben die kriegsgefangenen Polen also im Gebiet Smolensk zurueck."

Das Verbleiben der polnischen Kriegsgefangenen in den Lagern des Gebietes Smolensk wird durch die Aussagen der zahlreichen Zeugen bestaetigt, die diese Polen in der Naehe der Stadt Smolensk in den ersten Monaten der Okkupation bis zum Monat September 1941 gesehen hatten.

Die Zeugin

SASCHNEWA Marija Aleksandrowna, eine Lehrerin der Grundschule des Dorfes Senjkowo

gab der Sonderkommission an, dass sie im August 1941 einem aus dem Lager gefluechteten kriegsgefangenen Polen in ihrem Hause Obdach gewaehrte.

„Der Pole hatte polnische Militaerunifonn an, die ich sofort erkannte, da ich in den Jahren 1940/41 die Gruppen der kriegsgefangenen Polen auf der Landstrasse sah, die unter Bewachung auf der Landstrasse irgendeine Arbeit verrichteten. Ich interessierte mich fuer diesen Polen weil er, wie sich herausstellte, vor seiner Einberufung Lehrer der Grundschule in Polen war. Da ich selbst das Paedagogische Technikum absolvierte und Lehrerin werden wollte, knuepfte ich ein Gespraech mit ihm an. Er erzaehlte mir, dass er in Polen ein paedagogisches Seminar absolvierte, dann ging er auf eine Kriegsschule und wurde Unterleutnant der Reserve. Mit Beginn der Feindseligkeiten zwischen Polen und Deutschland wurde er in den aktiven Wehrdienst einberufen. Er befand sich in Brest-Litowsk und wurde dort von Truppenteilen der Roten Armee gefangen genommen. Ueber ein Jahr befand er sich in einem Lager bei Smolensk.

Als die Deutschen kamen und das polnische Lager besetzten, fuehrten sie dort ein hartes Regiment. Die Deutschen hielten die Polen nicht fuer Menschen und bedraengten und misshandelten sie auf jede Art und Weise. Es gab Faelle, wo Polen ohne jeden Grund erschossen wurden. Da beschloss er zu fliehen. Von sich selbst erzaehlte er, dass seine Frau auch Lehrerin sei und dass er zwei Brueder und zwei Schwestern haette."

Als er am naechsten Tag fortging, nannte er seinen Namen, den sich SASCHNEWA in einem Buch notierte. In dem von SASCHNEWA vorgelegten Buch „Praktische Uebungen in der Naturkunde" von Jagodowsky befand sich auf der letzten Seite die Notiz:

„LOECK Jusef und Sophia. Die Stadt Samostjie, Agomdnaja Strasse Nr. 25.“

In dem von den Deutschen veroeffentlichten Namensverzeichnis steht der Name

Loeck Jusef, Leutnant, unter N 3796 als im Frueh- jahr 1940 auf „Kosji Gory" im Wald von Katyn erschossen.

Aus den deutschen Berichten ergibt sich also, dass Loeck Jusef ein Jahr vor der Bekanntschaft mit der Zeugin Saschnewa erschossen wurde.

Der Zeuge

DANILENKOW N. W., ein Bauer der Kollektivwirtschaft „Krasnaja Zarja" des Dorfrates von Katyn gab an:

„In den Monaten August/September 1941, als die Deutschen kamen, traf ich Polen, die auf der Landstrasse in Gruppen zu je 15-20 Mann arbeiteten.“

Aehnliche Aussagen machten die Zeugen:

SOLDATENKOW, ehemaliger Dorfaeltester des Dorfes Borock,

KOLATSCHEW A.S., Arzt in der Stadt Smolensk,

OGLOBLIN A.P., Priester,

SERGEEW T.I., Eisenbahnmeister,

SMIRJAGIN P.A., Ingenieur,

MOSKOWSKAJA A.M., Einwohnerin der Stadt Smolensk,

ALEKSEJEW A.M., Vorsteher der Kollektivwirtschaft des Dorfes

Borock, KUTZEW I.W., Techniker der Wasserleitung,

GORODEZTKIJ W.P., Priester,

BASEKINA A.T., Buchhalter,

WITROWA E.N., Lehrerin,

SAWWATEJEW I.W., Diensttuender der Eisenbahnstation Gnesdowo u.a.

Die Razzien gegen polnische Kriegsgefangene.

Die Anwesenheit der kriegsgefangenen Polen im Herbst 1941 im Raume Smolensk wird auch durch die Tatsache der von den Deutschen durchgefuehrten Razzien gegen aus den Lagern gefluechtete Kriegsgefangene bestaetigt.

Der Zeuge

KARTOSCHKIN I.M., Zimmermann,

gab an:

Die Deutschen haben nach den kriegsgefangenen Polen im Herbst

1941 nicht nur in Waeldern gesucht, sondern es wurde auch Polizei zu naechtlichen Haussuchungen in den Doerfern herangezogen. Der ehemalige Dorfaelteste

Nowie Bateki SACHAROW M. D.

sagte aus, dass die Deutschen im Herbst 1941 fieberhaft Dörfer und Waelder auf der Suche nach kriegsgefangenen Polen „durchgekaemmt" haetten.

Der Zeuge

DANILENKOW N.W., Bauer der Kollektivwirtschaft „Krasnaja Zarja" gab an:

„In unserer Gegend wurden die Sonderrazzien zur Auffindung der ausgebrochenen kriegsgefangenen Polen durchgefuehrt. Derartige Durchsuchungen fanden zwei- oder dreimal in meinem Hause statt. Nach einer Haussuchung fragte ich den Dorfaeltesten

SERGEJEW Konstantin,

wen man in unserem Dorfe suche. Sergejew sagte, dass ein Befehl der deutschen Kommandantur gekommen sei, auf Grund dessen in allen Haeusern ohne Ausnahme eine Haussuchung durchgefuehrt werden solle, da sich in unserem Dorf die aus dem Lager gefluechteten kriegsgefangenen Polen versteckt halten sollten. Eine Zeit spaeter hoerten die Durchsuchungen auf."

Der Zeuge

FATJKOW T.E.,

ein Bauer der Kollektivwirtschaft, gab an:

„Die Razzien zum Suchen der kriegsgefangenen Polen wurden mehrmals durchgefuehrt. Das war in den Monaten AugustISep-tember 1941. Nach dem Monat September 1941 hoerten diese Razzien auf und niemand sah mehr polnische Kriegsgefangene."

Die Erschiessungen der kriegsgefangenen Polen.

Der obenerwaehnte „Stab des Baubataillons 537“, der sich im Sommerhaus in „Kosij Gory" befand, fuehrte keine Bauarbeiten aus. Seine Taetigkeit wurde sorgfaeltig geheimgehalten.

Womit sich dieser „Stab“ in Wirklichkeit beschaeftigte, gaben viele Zeugen an, darunter die Zeuginnen:

ALEKSEJEWA A.M.,

MICHAILOWA O.A. und

KONACHOWSKAJA S.P.,

Einwohnerinnen des Dorfes Borock des Dorfrates von Katyn.

Auf Befehl des deutschen Kommandanten der Siedlung Katyn wurden sie von dem Dorfaeltesten des Dorfes Borock,

SOLDATENKOW W.J., nach diesem Sommerhaus geschickt, um das Personal des „Stabes“zu bedienen.

Nach der Ankunft in „Kosji Gory", wurde ihnen durch einen Dolmetscher eine Reihe von Verhaltungsmassregeln auferlegt. Strengstem verboten war es, sich von dem Sommerhaus zu ent-fernen und in den Wald zu gehen, die Zimmer des Sommerhauses ohne Aufforderung und ohne Begleitung durch deutsche Soldaten zu betreten, sich im Gebiet des Sommerhauses waehrend der Nacht- zeit aufzuhalten. Nur ein bestimmter Weg zur Arbeitsstaette und zurueck, und auch der nur in Begleitung der Soldaten, wurde erlaubt.

Darueber wurden

ALKSEJEWA,

MICHAILOWA und

KONACHOWSKAJA durch einen Dolmetscher unmittelbar vom

Chef der deutschen Dienststelle, Oberstleutnant ARNES,

belehrt, der sie zu diesem Zweck einzeln zu sich gerufen hatte.

Zur Frage ueber die Personalbesetzung des „Stabes“ gab

ALEKSEJEWA A.M. an:

„Im Sommerhaus in „Kosji Gory" befanden sich staendig etwa 30 Deutsche. Der Aelteste von ihnen war

Oberstleutnant ARNES, sein

Adjutant war Oberleutnant REKST. Dort befanden sich auch

Leutnant HOTT,

Wachtmeister LUEMERT,

Unteroffizier fuer wirtschaftliche Angelegenheiten ROSE,

sein Stellvertreter ISICKE,

Oberfeldwebel GRENEWSKY,

der ein Kraftwerk leitete,

ein Photograph,

Obergefreiter, dessen Familiennamen ich mich nicht entsinne,

ein Dolmetscher aus der Wolgadeutschen Republik, sein Name scheint mir Johann zu sein, wir nannten ihn aber Iwan, der Koch, ein

Deutscher namens Gustav und

viele andere, deren Vor- und Zunamen mir nicht bekannt sind."

Bald nach dem Dienstantritt begannen

Aleksejewa, Michailowa und Konachowskaja

zu bemerken, dass im Sommerhaus „irgendwelche dunkle Sachen" getrieben wurden.

Aleksejewa A.M. gab an:

„Wir wurden mehrmals vom Dolmetscher Johann im Namen von ARNES gewarnt, dass wir die Zunge in Zaum halten und nichts davon schwatzen sollten, was wir im Landhause sahen und hoerten. Ausserdem fiel uns anhand verschiedener Ereignisse auf, dass die Deutschen in diesem Landhause dunkle Taten begingen.

Ende August und waehrend mehr als einer Septemberhaelfte 1941 trafen fast taeglich im Landhause auf „Kosji Gory" mehrere Lastwagen ein. Anfangs verwendete ich darauf keine Aufmerksamkeit, spaeter aber bemerkte ich, dass, wenn die Lastwagen eintrafen, sie jedesmal waehrend einer halben oder einer ganzen Stunde irgendwo

auf dem Feldweg hielten, der von der Chaussee zum Landhaus fuehrte.

Ich zag diese Schlussfolgerungen daraus, weil die Geraeusche der Lastwagen einige Zeit nach ihrem Eintreffen auf dem Gelaende des Landhauses verstummten.

Gleichzeitig begann das Einzelschiessen.

Ein Schuss folgte dem anderen in kurzen, aber gleichen Zeitabstaenden. Dann verklang das Schiessen und die Lastwagen fuhren am Landhause vor. Den Wagen entstiegen deutsche Soldaten und Unteroffiziere. Sie sprachen laut, gingen in die Badestube und darnach tranken sie Wein. Die Badestube wurde an diesen Tagen immer geheizt. An den Tagen des Eintreffens dieser Lastwagen kamen in das Landhaus auch noch Soldaten aus irgendeinem anderen deutschen Truppenteil. Fuer diese Soldaten wurden Betten im Soldatenkasino aufgestellt, das man in einem der Saele eroeffnet hatte. An solchen Tagen wurde in der Kueche viel gekocht und zu Tisch wurde eine doppelte Portion Spirituosen aufgetragen.

Kurz vor dem Eintreffen der Lastwagen gingen die Soldaten mit Waffen in den Wald, wahrscheinlich zur Haltestelle der Lastwagen;

im Verlauf einer halben oder ganzen Stunde kamen sie mit diesen Lastwagen und zusammen mit den Soldaten, die im Landhause wohnten, zurueck. Wahrscheinlich haette ich das weder beobachtet noch bemerkt, wann die Geraeusche begannen und wieder verstummten. Aber jedesmal, wenn die Lastwagen eintrafen, wurden wir,

(ich, Konachowskaja und Michailowa)

wenn wir uns auf dem Hofe befanden, in die Kueche vertrieben oder aus der Kueche nicht herausgelassen, wenn wir dort waren. Durch diesen Umstand und durch die Tatsache, dass ich einige Male frische Blutspuren auf der Kleidung zweier Gefreiter bemerkte, war ich gezwungen, alles aufmerksam zu beobachten, was in dem Landhause vor sich ging. Damals habe ich die seltsamen Zwischenpausen in der Bewegung der Autos und ihr Halten im Walde bemerkt. Ich habe auch be- merkt, dass die Blutspuren an den Kleidern ein- und derselben Maenner - zweier Gefreiter - waren. Einer von ihnen war ein grosser mit roten Haaren, der andere, mittleren Wuchses, war blond. Auf Grund dessen zog ich den Schluss, dass die Deutschen mit dem Auto Menschen ins Landhaus brachten und sie dort erschossen. Ich vermutete sogar, wo alles stattfand und wenn ich vom Hause fortging oder zurückkam, bemerkte ich unweit der Landstrasse an mehreren Stellen aufgeworfene Erde. Die Stellen, an welchen diese Erde lag, vergroesserten sich von Tag zu Tag. Im Laufe der Zeit nahm der Boden an diesen Stellen jedoch wieder seine gewoehnliche Form an.

Auf die Frage der Sonderkommission, welche Personen im Wald in der Naehe des Landhauses erschossen wurden, antwortete Alexejewa, dass dort kriegsgefangene Polen erschossen worden seien, und, zur Bestaetigung ihrer Aussage erzaehlte sie Folgendes:

„Es gab Tage, an denen die Wagen im Landhaus nicht eintrafen. Die Soldaten verliessen aber dennoch das Landhaus und gingen in den Wald. Von dort aus waren haeufige Einzelschuesse zu hoeren. Nach der Rueckkehr gingen die Soldaten regelmaessig ins Bad und nachher tranken sie.

Und nun gab es noch einen solchen Fall. Einmal hielt ich mich laenger als sonst in dem Landhaus auf. Michaibwa und Konachotwskaja waren schon fortgegangen. Ich war mit meiner Arbeit noch nicht fertig, wegen deren Verrichtung ich geblieben war, als ploetzlich ein Soldat hinzukam und sagte, ich koenne fortgehen. Er bezog sich dabei auf die Anordnung Roses. Derselbe Sddat begleitete mich bis zur Chaussee.

Als ich vom Landhaus kommend auf der Chaussee nach der Kurve 150-200 Meter zurueckgelegt hatte, sah ich eine Gruppe von kriegsgefangenen Polen in der Staerke von 30 Mann auf der Chaussee unter verstaerkter Bewachung dahinschreiten.

Dass es Polen waren, wusste ich deshalb, dass ich schon vor dem Kriegsausbruch und eine Zeitspanne, nachdem die Deutschen gekommen waren, kriegsgefangene Polen auf der Dammstrasse traf, die denselben Uniformen anhatten mit den fuer sie charakteristischen viereckigen Muetzen.

Ich blieb am Wegrande stehen um zu sehen, wohin sie gefuehrt wuerden und ich sah, dass sie an der Kurve zu unserem Landhaus „Kosji Gory" umbogen.

Da ich zu jener Zeit schon alle Ereignisse auf dem Landhause aufmerksam beobachtete, legte ich grosses Interesse fuer die Ange- legenheit an den Tag; ich kehrte eine kurze Strecke auf dem Damm- wege zurueck und versteclrte mich am Wegrande ins Gebuesch um dasWeitere abzuwarten. 20 oder 30 Minuten spaeter hoerte ich charakteristische mir vertraute Eiilzelschuesse.

Da wurde mir alles klar und ich ging schnell nach Hause.

Aus dieser Tatsache schloss ich, dass die Deutschen die Polen nicht nur untertags, wenn wir arbeiteten, sondern auch nachts waehrend unserer Abwesenheit, erschossen.

Das wurde mir damals noch aus dem Grunde klar, dass ich mich an die Tatsache erinnerte, dass die ganze auf dem Landhaus wohnende Belegschaft der Offiziere und Soldaten, ausgenommen die Wache, bis spaet in den Tag geschlafen hatte und erst gegen 12.00 Uhr erwachte.

Manchmal errieten wir die Ankunft der Polen in „Kosji Gory“ aus der an solchen Tagen in dem Landhaus herrschenden gespannten Atmosphäre.

Alle Offiziere verliessen dann das Landhaus, nur einzelne Diensttuende blieben im Gebaeude zurueck, und der Wachtmeister kontrollierte ununterbrochen die Posten per Telephon…."

Michailowa O.A. sagte aus:

„Im September 1941 war lm Wald „Kosji Golry" sehr oft Schiessen vernehmbar. Anfangs verwandte ich keine Admerksamkeit auf (die in unserem Landhaus eintreffenden Lastwagen, die von allen Seiten verdeckt, gruen gestrichen und von den Unteroffizieren begleitet waren. Spaeter bemerkte ich, dass diese Wagen niemals in unsere Garage einliefen und auch nicht entladen wurden. Diese Lastwagen kamen sehr oft an, besonders im September 1941.

Unter den Unteroffizieren, die immer in der Kabine neben dem Chauffeur Sassen, fiel mir der eine hochgewachsene mit blassem Gesicht und rotem Haar auf. Wenn diese Wagen im Landhaus ankamen, gingen alle Unteroffiziere, wie einem Kornrnandorufe gehorchend, ins Bad, wuschen sich dort lange und nachher tranken sie im Landhaus.

Einmal verliess dieser hochgewachsene rothaarige Deutsche den Wagen und begab sich gleich in die Kueche, wo er nach Wasser verlangte. Als er dasWasser aus dem Glase trank, bemerkte ich einen Blutflecken auf dem rechten Aermelaufschlag seiner Uniform.“

Michailowa O.A. und Konachowskaja S.P. sahen einmal mit eigenen Augen, wie zwei kriegsgefangene Polen erschossen wurden, die offensichtlich den Deutschen entgangen und nachherwieder ertappt worden waren.

Mihilowa sagte folgendes darueber aus:

„Einmal arbeiteten ich und Konachowskaja wie gewoehnlich in der Kueche und hoerten Laerm unweit vom Hause. Als wir aus der Stube gingen, erblickten wir zwei kriegsgefangene Polen, die von deutschen Soldaten umringt waren und dem Unteroffizier Rose etwas erklaerten. Da kam Oberstleutnant Arnes hinzu und wandte sich mit einigen Worten an Rose. Wir stellten uns abseits, da wir unsfuerchteten, Rose wuerde uns niederhauen wegen unserer Neugierde. Aber wir wurden dennoch bemerkt und der Mechaniker Glinewski jagte unsauf Roses Zeichen in die Kueche, die Polen aber fuehrte er vom Landhause weg. Nach einigen Minuten hoerten wir Schuesse. Die bald zurueckgekehrten deutschen Soldaten und Unteroffizier Rose unterhielten sich untereinander erregt. Konachowskaja und ich gingen wieder hinaus von dem Wunsche getrieben nachzu- forschen, was die Deutschen mit den festgenommenen Polen getanhaben. Der gleichzeitig mit uns hinausgegangene Adjutant von Arnes fragte Rose etwas in deutscher Sprache. wonach der letztere deutsch antwortete: „Alles in Ordnung“. Ich habe diese Worte verstanden, weil sie von Deutschen in Gespaechen untereinander oefters gebraucht wurden. Aus all dem Geschehenen habe ich geschlossen, dass diese zwei Polen erschossen worden sind."

Aehnliche Aussagen in dieser Hinsicht machte auch Konachowskaja s.P.

Eingeschuechtert von dem, was auf dem Landhause vor sich ging, beschlossen Aleksejewa, Michailowa und Konachowskaja unter irgendeinem Vorwand die Arbeit auf dem Landhaus aufzugeben. Sie nuetzten die Lohnabbauzuig von 9 zu 3 Mark monatlich aus, die ab Anfang Januar 1942 durchgefuehrt wurde und gingen nach dem Vorschlag von Michailowanicht an die Arbeit. An dernseliben Abend kam ein Auto, man holte sie ins Landhaus uni8 versperrte sie zur Zuechtigung in ein kaltes Zimmer. Michailowa wurde 8 Tage, Aleksejewa und Konachowskaja wurden je 3Tage eingesperrt.

Nachdem sie diese Strafe verbuesst hatten,wurden alle entlassen.

Waehrend ihrer Arbeit in d.em Landhaus fuerchteten sich Aleksejewa, Michailowa und Konachowskaja, ihre Beabachtungen darueber, was auf dem Landhause vor sich ging, untereinander auszutauschen. Nur in der Haft, als sie eingesperrt waren, teilten sie einander ihre Gedanken waehrend der Nacht mit.

Michailowa sagte während des Verhoers am 24. Dezember 1943 aus:

„Dort haben wir zum erstemal offen darueber gesprochen, was auf dem Landhause vor sich ging. Ich erzaehlte alles, was ich wusste, aber es erwies sich, dass auch Kmach~wskaja und Alekse- jewa all d~se Tatsachen bekannt waren. Sie fuerchteten sich aber mit mir daruebbeir zu sprechen. Hier erfuhr ich auch, dass die Deutschen in „Kmji Gory" gerade polnische Kriegsgefangene erschossen haben, da Aleksejewa erzaehlt hatte, wie sie einmal im Herbst 1941 von der Arbeit heimging und persaenlich beobachtet hatte, wie die Deutschen eine grosse Gruppe von kriegsgefangenen Polen in den Wald „Kosji Gory" hineinjagten. Etwas spaeter hoerte sie Schiessen an jener Stelle.“

Aleksejewa und Komchowskaja sagten dasselbe darueibw aus.

Aleksejewa, Michailowa und Konachowskaja kamen zur festen Ueberzeugung, nach,dem sie ihre Beoblachtungen verglichen haben, dass im August und September 1941 auf dem Landhaus „Kosji Gory" . von den Deutschen Massenerschiessungen vm kriegsgefangenen Polen durchgehehrt worden seien.

Die Aussagen von Aleksejewa werden von denAussagen ihres Vaters
Aleksejew Michail

bestaetigt, dem sie noch waehrend der Zeit ihrer Arbeit. in dem Landhaus irn Herbst 1941 ueber ihre Beobachtungen in Bezug auf die von den Deutschen bei dem Landhaus verrichteten Machenschaften berichtete.

„Sie sagte mir lange kein Wort" – sagte Aleksejew Michail aus - „Nur wenn sie von der Arbeit zurückkehrte, klagte sie, dass es unheimlich waere zu arbeiten, und dass sie nicht wuesste, wie sie sich von dort freimachen koennte. Wenn ich sie fragte, warum es ihr so unheiimlich waere, antwortete sie, dass im Walde sehr oft Schliessen zu hoeren sei. Einmal, als sie nach Hause kam, sagte sie mir im Vertrauen, dass die Deutschen im Wald „Kosji Gory“ Polen erschiessen. Nachdem ich meine Tochter angehoert habe, warnte ich sie strengstens davor, mit jemandem anderem darueber zu sprechen, sonst wuerden esdie Deutschen erfahren und unsere ganze Familie wuerde Schaden erleiden."

Die Aussagen ueber die Herbeifuehning derkriegsgefangenen Polen nach „Kosji Gory“ in kleinenGnippen von 20-30Mann unter der Bewachung von 5-7 deutschen Soldaten wurden auch von anderen Zeugen gemacht, die von der Sonderkommission verhoert wurden:

KISSELEW P.G., Bauer der Meierei „Kosji Gory",

Kriwoserzew M.G., Tischler der Station Kriasnyi Bor im Walde von Katyn,

IWANOW S.W., ehemaliger Vorsteher der Station Gnesdowo in der Gegend des Waldes von Katyn, SAWWATJEW, I.W., Diensttuender derselben Staticm,

ALEKSEJEW M.A., Vorsitzender der Kollektivwirtschaft des Dorfes Borok,

OGLOBLIN A.P., Geistlicher der Kirche von Kuprin und anderen.

Diese Zeugen hoerten auch Schuesse, die aus dem Walde „Kosji Gory" erschallten. Eine besonders grosse Bedeutung fuer die Aufklaerung dessen, was im Landhaus „Kosji Gory" im Herbst 1941 vor sich ging, haben die Aussagen des Professors der Astranomie, des Direktors

BASILEWSKI B.W.

der Sternwarte in Smolensk. Der Professor Basilewski wurde in den ersten Tagen der deutschen Okkupation von Smolensk gewaltsam zum Stellvertreter des Stadtoberhauptes (des Buergermeisters) ernannt, waehrend als Stadtoberhaupt der Anwalt

MENSCHAGIN B.G. von den Deutschen bestimmt wurde, der spaeter mit ihnen fortging, der Verraeter, der besonderes Vertrauen des deutschen Kolm~dw und insbesondere des Kommandanten von Smolensk von SCHWEZ genoss.

Anfang September 1941 wandte sich Basilewski an Menschagin, beim Kommandanten von Schwez die Entlassung des Paedagogen

SHIGLINSKI aus dem

Kriegsgefangenenlager N 126 zu erbitten. Indem Menschagin diese Bitte erfuellte, wandte er sich an von Schwez und sagte dann zu Basilewski, dass seiner Bitte nicht Folge geleistet werden koenne, weil man, wie von Schwez sagte, „aus Berlin eine Weisung erhalten haette, die eine unverzuegliche Durchfuehrung des strengsten Regimes in Bezug auf die Kriegsgefangenen vorschreibe und keine Nachsicht in dieser Frage zulasse.“

„Ich wandte unwilikuerlich ein“, sagte der Zeuge Basilewski, „waswuerde denn strenger sein, als das im Lager herrschende Regime?“ Menschagin sah mich sonderbar an und, indem er sich zu mir neigte, antwortete er leise: „Es kann sein. Die Russen werden wenigstens von sichaus sterben, aber hinsichtlich der kriegsgefangenen Polen wurde es vorgeschlagen, sie einfach zu vernichten.“

„Wieso? Wie soll ich das verstehen?“, rief ich aus. „Sie sollen es wertlich verstehen. Es besteht eine solche Anweisung aus Berlin", antwortete Menschagin und bat mich „um Gottes Willen“ doch niemanden ein Wort darueber zu sagen… .“

„Zwei Wochen spaeter nach dem obenerwaehnten Gespraech mit Menschagin, als ich wieder bei ihm zum Empfang war, konnte ich nicht umhin ihn zu fragen: „Was hört man ueber die Polen?“

Menschagin zoegerte ein wenig und dann antwortete er: „Mit ihnen ist es abgetan. Von Schwez hat mir gesagt, dass sie irgendwo in der Naehe von Smolensk erschossen wurden.“

„Da Menschagin meine Verwirrung bemerkt hatte, mahnte er mich wieder an die Notwendigkeit, diese Angelegenheit streng geheimzuhalten und nachher begann er mir die Handlungsweise der Deutschen in dieser Sache zu erklaeren“. Er sagte, die Erschiessung der Polen sei ein Glied in der ganzen Kette der von Deutschland durchgefuehrten polenfeindlichen Politik, die im Zusammenhang mit der Abschliessung des russisch-polnischen Vertrages besonders verschaerft worden sei.“

Basilewski erzaehlte ebenfalls der Sonderliommission ueber seine Unterhaltung mit dem Sonderfuehrer der 7. Abteilung der deutschen Kommandantur Hirschfeld, dem Baltendeutschen, der gut russisch sprach:

„Hirschfeld erklärte zynisch, dass die Schaedlichkeit und die Minderwertigkeit der Polen historisch bewiesen seien und dass der Rueckgang der Bevoelkerungszahl von Polen als Duengung desBodens dienen wird und die Moeglichkeit fuer die Erweiterung des Lebensraurnes von Deutschland gewaehrleistet.

Im Zusammenhange damit prahlte Hirschfeld, dass von der Intel ligenz in Polen nichts geblieben sei, da sie gehaengt, erschossen und in Konzentrationslager gebracht worden sei."

DieAussagen von Basilewski wurden von dem durch die Sonderkomission vernommenen Zeugen, Physikprofessm

Jefimow J.E.,

bestaetigt, dem Basilewskidamals im Herbst 1941 von seinem Gespraech mit Menschagin erzaehlte.

Durch Urkundenbestaetigung der Aussagen von Basilewski und Jefimow sind eigenhaendige Aufzeichnungen von Menschagin, die er in seinem Notizbuch gernfacht hatte, bekraeftigt.

Dieses Notizbuch, das 17 nicht volle Seiten enthaelt, wurde in den Akten der Stadtverwaltung von Smolensk nach dessen Befreiung vorgefunden. Die Tatsache, dass dieses Notizbuch Menschagin gehoerte und auch seine Handschrift wurden sowohl durch die Aussagen von Basilewski, der die Handschrift von Menschagin gut kannte, als auch durch das graphologische Gutachten beglaubigt.

Wie aus den im Notizbuch enthaltenen Daten zu ersehen ist, betrifft der Inhalt die Periode der ersten Augusttage 1941 bis November desselben Jahres.

Unter den verschiedenen Notizen hinsichtlich der wirtschaftlichen Fragen (ueber Holz, Elektrische Energie, Handel u.s.w.) gab es eine Reihe von Aufzeichnungen, die von Menschagin, um sie nicht zu vergessen, als Anweisungen der Kommandantur von Smolensk gemacht wurden.

Ausdiesen Aufzeichnungen ergab sich klar eine Reihe von Fragen, mit denen sich die Stadtverwaltung, als Organ, das alle Anweisungen des deutschen Kommandos ausfuehrte, beschaeftigte.

Auf den ersten drei Seiten des Notizbuches wurde ausfuehrlich die Organisation des „Ghettos“ und das System der Repressalien, in Bezug auf die Juden anzuwenden, dargelegt. Auf der Seite 10, die mit dem 15. August 1941 datiert ist, hiess es:,“Alle polnischen gefluechteten Kriegsgefangenen sind festzuhalten und in die Kommandantur zu bringen.“: Auf der Seite 15 (ohne Datum) stand: „Kursieren unter der Bevoelkerung Geruechte ueber die Erschiessung der polnischen Kriegsgefangenen in „Kosji Gory“?(an Umnow)."

Ausder ersten Aufzeichnung ergab es sich, dass am 15. August 1941 die kriegsgefangenen Polen sich noch auf dem Gebiet von Smolensk befanden und dass sie weiterhin von den deutschen Be- hoerden verhaftet wurden.

Die zweite Aufzeichnung zeugte davon, dass das deutsche Kommando, aufgeregt durch die Moeglichkeit der Verbreitung der Geruechte ueber die von ihnen begangenen Verbrechen unter der Zivilbevoelkerung, besondere Anweisungen ueber die Nachpruefung dieser Angelegenheit gab.

Umnow, der in der Aufzeichnung erwaehnt wurde, war Chef der russischen Polizei in Smolensk waehrend der ersten Monate der Okkupation dieser Stadt.

Entstehung der deutschen Provokation.

Im Winter 1942143 veraenderte sich grundsaetzlich die allgemeine Kriegslage nicht zugunsten der Deutschen. Die Kriegsmacht der Sowjetunion verstaerkte sich laufend und die Einigung der Sowjet- union mit den Alliierten festigte sich. Die Deutschen entschlossen, sich, mit der Provokation zu beginnen, indem sie zu den Greueltaten, die sie im Wald von Katyn veruebt hatten, griffen und diese den Sowjetbehoerden zur Last legten. Dadurch beabsichtigten sie, die Russen mit den Polen zu entzweien und die Spuren ihres Verbrechens zu verwischen.

Der Priester des Dorfes Kuprino, Bezirk Smolensk, A.P. OGLOBLIN, sagteaus:

„Nach den Ereignissen bei Stalingrad, als die Deutschen ihre Unsicherheit fuehlten, regten sie diese Sache an. Im Volk sprach man davon. dass die Deutschen ihre Lage verbessern.“

Mit der Vorbereitung der Katyner Provokation sich befassend, begannen die Deutschen zunaechst einmal „Zeugen“ zu suchen, die unter der Einwirkung von Zureden, Bestechungen oder Drohungen die den Deutschen erforderlichen Aussagen machen koennten.

Die Aufmerksamkeit der Deutschen erregte der Bauer KISSELEW Parfen Gawrilowitsch geboren 1870, der naeher als alle anderen bei dem Landhaus „Kosji Gory“ wohnte. Kisselew wurde schon Ende 1942 in die Gestapo gerufen und - indem man ihn mit Repressalien bedrohte - aufgefordert, verlogene Aussagen darueber zu machen, dass ihm bekannt sei, dass die Bolschewiken im Fruehjahr 1940 im Landhaus der UNKWD-Dienststelle in „Kosji Gory“ die kriegsgefangenen Polen erschossen haetten.

Darueber sagte Kisselew aus:

„Im Herbst 1942 kamen in meine Wohnung zwei Polizisten und sagten, ich muesste mich bei der Gestapo auf der Eisenbahnstation Gnesdowo melden.

Am gleichen Tag ging ich zur Gestapo, die in einem zweistoeckigen Haus neben der Eisenbahnstation untergebracht war. In dem Zimmer, das ich betrat, befanden sich ein deutscher Offizier und ein Dolmetscher. Der deutsche Offizier begann mich durch den Dolmetscher auszufragen, wie lange ich in diesem Bezirk wohne, womit ich mich befasse und wie meine materielle Lage ist. Ich erzaehlte ihm, dass ich im Vorwerk neben „Kosji Gory" seit 1907 wohne und auf meinem Gut arbeite. Ueber meine materielle Lage sagte ich, dass ich Schwierigkeiten habe, weil ich schon alt bin und meine Soehne im Felde stehen.

Nach diesem kurzen Gespraech erklaerte der Offizier, die Gestapo habe Berichte darueber, dass die Mitarbeiter der NKWD-Dienststelle 1940 im Wald von Katyn unweit von „Kosji Gory" die polnischen Offiziere erschossen haben. Er fragte mich, welche Aussage ich darueber machen kann. Ich antwortete, ueberhaupt nie gehoert zu haben, dass die NKWD-Dienststelle Erschiessungen in „Kosji Gory" ausgefuehrt hat. Ausserdem erklaerte ich dem Offizier, dass ich die Moeglichkeit -Erschiessungen dort auszufuehren - fuer ausgeschlossen halte, da „Kosji Gory" ein ganz offenliegender und dichtbevoelkerter Ort sei. Die gesamte Bevoelkerung der naheliegenden Doerfer haette davon zweifelsohne wissen muessen.

Der Offizier antwortete mir, dass ich eine solche Aussage machen muesse, da sich die erwaehnte Tatsache angeblich wirklich ereignet haette. Fuer diese Aussage wurde mir eine hohe Belohnung versprochen.

Ich erklaerte wiederholt dem Offizier, dass ich ueber die Erschiessungen nichts gehoert habe und dass vor dem Kriege in unserer Gegend so etwas ueberhaupt nicht vorkommen konnte. Trotzdem bestand der Offizier darauf, die erlogene Aussage zu machen.

Nach dem ersten Gespraech, worueber ich bereits aussagte, wurde ich im Februar 1943 zum zweiten Mal zur Gestapo gerufen. Zu dieser Zeit wurde mir bekannt, dass auch andere Einwohner der naheliegenden Doerfer zur Gestapo beordert wurden, von denen man dieselben Aussagen gefordert hatte.

In der Gestapo waren derselbe Offizier und Dolmetscher, die mich das erste Mal vernommen hatten.

Wieder forderte man mich auf, dass ich aussagen soll, Augenzeuge der Erschiessungen der polnischen Offiziere gewesen zu sein, die angeblich im Jahre 1940 durch die NKWD-Dienststelle ausgefuehrt worden seien.

„Ich erklaerte dem Gestapooffizier nochmals, dass das Luege ist, da ich vor dem Kriege nichts von den Erschiessungen hoerte und dass ich die verlogene Aussage nicht machen werde. Aber der Dol- metscher wollte mich nicht anhoeren, nahm ein handschriftliches Dokument vom Tisch und las es mir vor. Darin stand, dass ich, KISSELEW, im Vorwerk, unweit von „Kosji Gory" wohne und selbst gesehen habe, wie im Jahre 1940 die Mitarbeiter der NKWD- Dienststelle die polnischen Offiziere erschossen haben.

Nachdem der Dolmetscher mir das vorgelesen hatte, schlug er mir vor, das Dokument zu unterschreiben. Ich lehnte es ab. Der Dolmetscher wollte durch Drohungen und Beschimpfungen die Unterschrift von mir erzwingen. Zum Schluss sagte er: „Entweder unterschreiben Sie sofort, oder Sie werden getoetet. Sie haben zu waehlen!“

Ich hatte Angst bekommen und unterschrieb das Dokument, damit rechnend, dass damit die Sache beendet ist. Nachdem die Deutschen den Besuch der Graeber von Katyn durch verschiedene „Delegationen“ organisiert hatten, wurde ich gezwungen, vor der angekommenen „polnischen Delegation zu sprechen.“

Kisselew vergass den Inhalt des in der Gestapo unterschriebenen Protokolls, versprach sich und verzichtete schliesslich auf die Aussage. Daraufhin liess die Gestapo Kisselew verhaften und, indem sie ihn eineinhalb Monate lang unbarmherzig verpruegelte, erzwang sie dadurch seine Einwilligung, neuerdings oeffentlich aufzutreten.

Darueber sagte Kisselew aus: „In Wirklichkeit kam es anders. Im Fruehjahr 1943 gaben die Deutschen bekannt, dass sie im Wald von Katyn in der Gegend „Kosji Gory“ die Graeber der polnischen Offiziere, die angeblich von den NKWD-Dienststellen erschossen wurden, entdeckt hatten.“

Bald darauf kam in meine Wohnung ein Gestapo-Dolmetscher und fuehrte mich in den Wald in die Gegend von „Kosji Gory“. Nachdem wir die Wohnung verlassen hatten, warnte mich der Dolmetscher unter vier Augen, dass ich jetzt den im Wald Anwesenden alles haargenau nacherzaehlen sollte, was in dem von mir bei der Gestapo unterschriebenen Dokument geschildert sei.

Im Wald angekommen, sah ich ausgehobene Gräber und eine Gruppe mir unbekannter Personen. Der Dolmetscher sagte mir, es seien „polnische Delegierte", die zur Besichtigung der Graeber ankamen.

Als wir an die Graeber herantraten, begannen die „Delegierten“ an mich verschiedene Fragen zu stellen in russischer Sprache bezueglich der Erschiessung von Polen.

Da aber seit der Zeit, wo ich zur Gestapo gerufen wurde, ueber ein Monat verstrichen war, hatte ich alles vergessen, was in dem von mir unterschriebenen Dokument stand. Ich kam deshalb aus dem Konzept und erklärte zum Schluss, dass ich von der Erschiessung der polnischen Offiziere nichts wuesste.

Der deutsche Offizier aergerte sich sehr und der Dolmetscher zerrte und trieb mich brutal von der „Delegation“ fort. Am naechsten Tage kam ein Wagen mit einem Gestapooffizier zu meiner Wohnung. Nachdem mich der Offizier auf dem Hof vorfand, erklaerte er, dass ich verhaftet sei, setzte mich in den Wagen und fuhr mich ins Smolensker Gefaengnis.

Nach meiner Verhaftung wurde ich oefters zur Vernehmung gerufen, doch pruegelte man mich mehr als man mich verhoerte. Waehrend der ersten Vernehmung verpruegelte man mich stark und beschimpfte mich, dass ich sie blamiert haette. Daraufhin brachte man mich in die Zelle zurueck.

In der naechstfolgenden Vernehmung sagte man mir, ich sollte oeffentlich erklaeren, dass ich Augenzeuge der Erschiessungen polnischer Offiziere durch die Bolschewiken gewesen sei und dass ich solange aus dem Gefaengnis nicht entlassen wuerde, bis sich die Gestapo ueberzeugt haette, dass ich meine Aufgabe gewissenhaft erfuelle. Ich entgegenete dem Offizier, dass ich lieber im Gefaengnis sitzen wuerde, als den Menschen Sand in die Augen zu streuen. Daraufhin hat man mich schwer verpruegelt.

Solche Vernehmungen, bei welchen ich verpruegelt wurde, wiederholten sich. Das Ergebnis war, dass ich voellig kraftlos wurde, zum Teil mein Gehoer verlor und meinen rechten Arm nicht mehr bewegen konnte.

Ungefähr einen Monat spaeter nach meiner Verhaftung rief mich der deutsche Offizier zu sich und sagte: „Da sehen Sie Kisselew, was Sie Ihr Eigensinn kostet. Wir haben entschieden, die Todesstrafe an Ihnen zu vollziehen. Morgen werden Sie in den Wald von Katyn gefahren und erhaengt. Ich bat den Offizier, das nicht zu machen und wollte ihn ueberzeugen, dass ich fuer die Rolle als Augenzeuge bei der Erschiessung nicht tauge, weil ich ueberhaupt nicht luegen kann und deshalb wieder irgendetwas verwechseln werde. Aber der Offizier vertrat weiterhin seine Meinung.

Einige Minuten spaeter kamen Soldaten ins Zimmer und begannen mich mit Gummiknueppeln zu verpruegeln. Ich hielt aber die Schlaege und Misshandlungen nicht aus und willigte ein, die erlogenen Aussagen ueber die Erschiessung der polnischen Offiziere durch die Bolschewiken oeffentlich zu bestaetigen. Darauf wurde ich aus dem Gefaengnis entlassen. Dabei wurde mir gesagt, dass ich auf das erste Ansuchen der Deutschen vor den „Delegierten“ im Wald von Katyn zu sprechen haette.

Jedesmals, bevor wir zu den ausgehobenen Graebern in den Wald von Katyn fuhren, kam der Dolmetscher zu mir nach Hause, rief mich auf den Hof, nahm mich beiseite, damit niemand uns hoeren konnte und noetigte mich eine halbe Stunde lang alles das auswendig zu lernen, was ueber die angebliche Erschiessung der polnischen Offiziere durch die NKWD-Dienststellen im Jahre 1940 zu sagen notwendig war.

Ich erinnere mich, dass der Dolmetscher mir ungefaehr folgendes sagte:

„Ich wohne im Vorwerk in der Gegend von „Kosji Gory" unweit vom Landhaus der NKWD-Dienststelle. Im Fruehjahr 1940 sah ich, wie man die Polen in den Wald brachte und, sie jede Nacht dort erschoss."

Ich musste auch woertlich erklaeren, dass dies die „Arbeit des NKWD" gewesen sei.

Nachdem ich mir das einpraegte, was mir der Dolmetscher sagte, fuehrte er mich in den Wald an die ausgehobenen Graeber und hiess mich, dies alles in der Anwesenheit der angekommenen „Delegationen" zu wiederholen. Meine Ausfuehningen wurden durch den Gestapo-Dolmetscher streng kontrolliert und geleitet.

Einmal, als ich vor einer „Delegation“ auftrat, fragte manmich, ob ich die Polen vor ihrer Erschiessung durch die Bolschewiken gesehen haette.

Ich war auf diese Frage nicht vorbereitet und erklaerte, dass ich die polnischen Kriegsgefangenen vor dem Kriegsbeginn bei den Strassenbauarbeiten gesehen haette, was auch der Wirklichkeit entsprach. Daraufhin schob mich der Dolmetscher grob beiseite und jagte mich nach Hause. Ich bitte mir zu glauben, dass ich fortwaehrend von Gewissensbissengequaelt wurde, weil ich wusste, dass die polnischen Offiziere in Wirklichkeit durch die Deutschen 1941 erschossen wurden; ein anderer Ausweg bot sich mir aber nicht, da ich die wiederholte Festnahme und Folter fuerchtete.

Die Aussagen von Kisselew P.G. ueber seine Beorderung zur Gestapo, die darauffolgende Festnahme und die Verpruegelungen bestaetigen die bei ihm wohnendenseine

Gattin Kisselewa Akssinija, geb. 1870, sein

Sohn Kisselew Wassili, geb. 1911 und die

Schwiegertochter Kisselewa Maria, geb. 1918, sowie der auf dem Vorwerk bei Kisselew wohnende Eisenbahnmeister Sergejew Timotej Iwanowitsch, geb. 1901.

Die Verstuemmelungen, die Kisselew bei der Gestapo zugefuegt wurden (Achselverletzung, bedeutender Gehoerverlust) wurden durch das Gutachten der gerichtsmedizinischen Untersuchung be- staetigt.

Auf der Suche nach „Zeugen interessierten sich daraufhin die Deutschen fuer die Arbeiter der Eisenbahnstation Gnesdowo, die zweieinhalb Kilometer von „Kosji Gory“ entfernt ist.

Im Fruehjahr 1940 kamen auf dieser Station die kriegsgefangenen Polen an und die Deutschen wollten offentlichtlich die entsprechenden Aussagen von den Eisenbahnarbeitern bekommen. Zu diesem Zweck haben die Deutschen im Fruehjahr 1943 den ehemaligen Stationsvorsteher in Gnesdowo, IWANOW S.W. und den Diensttuenden SAWWATEJEW I.W. u.a. zur Gestapo beordert.

Ueber die Umstaende seiner Beorderung zur Gestapo sagte Iwanow S.W. geboren 1882, aus:

„…Es war im Maerz 1943. Ein deutscher Offizier verhoerte mich in Gegenwart eines Dolmetschers. Er fragte mich durch den Dolmetscher aus, was ich sei und welche Stellung ich in Gnesdowo vor der Besetzung der Gegend durch die Deutschen, bekleidet hatte; der Offizier fragte mich, ob mir bekannt sei, dass im Fruehjahr 1940 in Gnesdowo in grossen Gruppen die kriegsgefangenen polnischen Offiziere mit der Eisenbahn ankamen.

Ich sagte, dass ich darueber nichts wuesste. Daraufhin fragte mich der Offizier, ob mir bekannt sei, dass im fraglichen Fruehjahr 1940, bald nach der Ankunft der polnischen Offiziere, sie von den Bolschewiken im Wald von Katyn erschossen wurden. Ich gab zur Antwort, dass ich auch darueber nichts wuesste und dass dies nicht geschehen sein koennte, weil ich die im Fruehjahr 1940 in Gnesdowo angekommenen Offiziere im Laufe 1940/1941 bis zur Einnahme der Stadt Smolensk durch die Deutschen, bei den Strassenbauarbeiten gesehen hatte.

Daraufhin erklaerte mir der Offizier: Wenn ein deutscher Offizier behauptet, die Polen seien durch die Bolschewiken erschossen worden, so entspraeche es den Tatsachen. „Darum“, setzte der Offizier fort, „brauchen Sie keine Angst zu haben und koennen mit ruhigem Gewissen das Protokoll darueber unterschreiben, dass die kriegsgefangenen Polen von den Bolschewiken erschossen wurden und dass Sie dabei Augenzeuge waren.“

Ich antwortete, ich sei ein greiser, 61-jaehriger Mann und wolle mein Gewissen nicht durch Suenden belasten. Ich kann nur aussagen, dass die kriegsgefangenen Polen tatsaechlich im Fruehjahr 1940 in Gnesdowo ankamen.

Daraufhin schickte sich der deutsche Offizier an, mich zu ueberreden, die erforderlichen Aussagen zu machen, indem er mir versprach, mich aus meiner bisherigen Dienststellung als Zwischenstationswaechter in eine andere zu ueberfuehren und mich als Stationsvorsteher von Gnesdowo, was ich unter der Sowjetmacht war, einzusetzen, sowie mich auch in materieller Hinsicht zu versorgen.

Der Dolmetscher betonte, dass das deutsche Kommando auf meine Aussagen als ehemaliger Eisenbahnangestellter der Station Gnesdowo die dem Wald von Katyn am naechsten liegt, grossen Wert legte und dass ich es nicht bereuen wuerde, wenn ich die besagten Aussagen machte.

Ich sah ein, dass ich in eine aeusserst schwere Lage geraten war und mir ein trauriges Schicksal bevorstand, aber trotzdem verweigerte ich dem deutschen Offizier die erlogene Aussage.

Daraufhin fuhr mich der Offizier an, bedrohte mich mit Schlaegen und mit Erschiessen, indem er erklaerte, dass ich meine Vorteile nicht verstuende. Ich blieb aber standhaft bei meiner Aussage.

Der Dolmetscher schrieb dann ein kurzes, in deutscher Sprache abgefasstes Protokoll, eine Seite lang, nieder und gab mir dessen Inhalt bekannt. Wie mir der Dolmetscher erzaehlte, war in dem Protokoll nur die Tatsache der Ankunft von polnischen Kriegsgefangenen in Gnesdowo aufgenommen. Als ich aber bat, meine Aussagen nicht nur deutsch, sondern auch russisch niederzuschreiben, war der Offizier ausser sich, schlug mich mit einem Gummiknueppel und warf mich hinaus."

SAWWATEJEW I.W., geb. 1880, sagte aus:

„… In der Gestapo gab ich an, dass im Fruehjahr 1940 in Gnesdowo mit einigen Eisenbahntransporten die kriegsgefangenen Polen tatsaechlich ankamen und dass sie mit den Wagen weiterfuhren, wohin weiss ich aber nicht. Ausserdem fuegte ich hinzu, dass ich spaeter die Polen mehrmals auf der Autobahn Moskau-Minsk, wo sie in kleinen Gruppen Reparaturarbeiten verrichteten, gesehen hatte.

Der Offizier erklaerte mir, dass ich mich irre und dass ich die Polen auf der Autobahn nicht sehen konnte, weil sie von den Bolschewiken erschossen wurden und forderte mich auf, darueber zu erzaehlen. Ich verweigerte es. Nach langen Drohungen und Ueberredungsversuchen beriet sich der Offizier in deutscher Sprache ueber etwas mit dem Dolmetscher; der Letztere schrieb daraufhin ein kurzes Protokoll und legte es mir zur Unterschrift vor, indem er sagte, dass darin der Inhalt meiner Aussagen wiedergegeben sei. Ich bat den Dolmetscher mir Moeglichkeit zu bieten, das Protokoll selbstaendig zu lesen, aber er unterbrach mich schimpfend und befahl, unverzueglich das Dokument zu unterschreiben und zu verschwinden. Ich zoegerte eine Minute; der Dolmetscher griff nach einem an der Wand haengenden Gummiknueppel und holte mit ihm zum Schlage aus. Nun unterschrieb ich das mir vorgelegte Protokoll. Der Dolmetscher sagte, ich muesse verschwinden und duerfe mit niemandem darueber schwatzen, sonst wuerde man mich erschiessen lassen…“

Auf der Suche nach „Zeugen“ haben die Deutschen vor den erwaehnten Personen nicht Halt gemacht. Sie bemuehten sich, die ehemaligen NKWD-Mitarbeiter ausfindig zu machen und von ihnen die den Deutschen erforderlichen erlogenen Aussagen zu erzwingen. Nachdem die Deutschen den ehemaligen Arbeiter der Autogarage des UNKWD., Gebiet Smolensk, IGNATIUK E.L., verhaftet hatten, versuchten sie hartnaeckig durch Bedrohungen und Schlaege von ihm eine Aussage zu erzwingen, dass er kein Garagenarbeiter, sondern ein Chauffeur gewesen sei und die kriegsgefangenen Polen persoenlich zur Erschiessungsstaette gefahren haette. Darueber sagte Ignatiuk E.L., geboren 1903, aus:

„Waehrend der ersten Vernehmung durch den Polizeichef ALFERTSCHIK legte mir der Letztere zur Last, dass ich Zersetzungsarbeit gegen die Deutschen Behoerden ausgefuehrt haette und fragte mich, welche Dienststellung ich im NKWD innehatte. Ich antwortete, dass ich in der Garage des NKWD-Amtes, Gebiet Smolensk, als Arbeiter taetig war. In derselben Vernehmung forderte mich Alfertschik auf, ihm eine Aussage darueber zu machen, dass ich im NKWD-Amt nicht als Arbeiter, sondern als Chauffeur beschaeftigt war. Als Alfertschik diese ihm erforderlichen Aussagen nicht bekommen konnte, geriet er in Wut und band mir zusammen mit seinem Adjutanten, den er mit „Schorsch" anredete, einen Lappen um den Kopf und um den Mund; sie zogen meine Hose herunter, legten mich auf einen Tisch und verpruegelten mich mit Gummiknueppeln. Daraufhin hat man mich wieder zur Vernehmung gerufen und Alfertschik forderte von mir, dass ich erlogene Aussagen darueber machen soll, dass die polnischen Offiziere im Wald von Katyn im Jahre 1940 durch die NKWD-Dienststellen erschossen wurden und dass ich darueber Bescheid wuesste, da ich als Chauffeur die polnischen Offiziere in den Wald von Katyn gefahren und der Erschiessung beigewohnt haette. Falls ich einwilligte, eine solche Aussage zu machen, versprach mir Alfertschik mich aus dem Gefaengnis zu entlassen und in der Polizei zu beschaeftigen, wo mir gute Lebensbedingungen geboten wuerden; im anderen Falle wuerde man mich erschiessen. Das letzte Mal verhoerte mich in der Polizei der Untersuchungsrichter ALEXANDROW, welcher, ebenso wie Alfertschik, die erwaehnten erlogenen Aussagen von mir forderte. Aber ich verweigerte sie.

Nach dieser Vernehmung hat man mich wiederum geschlagen und zur Gestapo gebracht. „Bei der Gestapo forderte man von mir die erlogenen Aussagen ueber die Erschiessung der polnischen Offiziere im Wald von Katyn im Jahre 1940, die die Sowjetbehoerden durchfuehrten und worueber ich als Chauffeur angeblich unterrichtet sein muesste.“

In dem von dem Deutschen Auswaertigen Amt herausgegeben Buch, in welchem die von den Deutschen gefaelschten Materialien ueber die „Katyner Angelegenheit“ aufgezeichnet waren, waren ausser dem obenerwaehnten KISSELEW P.G. Als „Zeugen“ angefuehrt:

GODESOW (identisch mit GODUNOW) geboren 1877,

SILWERSTOW GRIGORI, geboren 1891,

ANDREJEW IWAN, geboren 1917,

SHIGULEW MICHAIL, geboren 1915,

KRIWORSERZEW IWAN, geboren 1915 und

SACHAROW MATWEJ, geboren 1893.

Durch eine Untersuchung ist festgestellt worden, dass die ersten zwei der oben angefuehrten Personen (GODESOW und SILWERSTOW) im Jahre 1943 vor der Befreiung des Gebietes Smolensk durch die Rote Armee gestorben sind; Die drei naechstfolgenden Personen' ANDREJEW, SHIGULEW und KRIWORSERZEW) sind entweder mit den Deutschen gefluechtet oder wurden zwangsweise von den Deutschen mitgenommen. Der zuletzt genannte

SACHAROW MATWEJ, ehemaliger Wagenkuppler der Eisenbahnstation Smolensk,

der unter den Deutschen als Dorfaeltester in Nowye Bateki gearbeitet hat, wurde ausfindig gemacht und durch die Sonderkommission verhoert. Sacharow erzaehlte, auf welche Artund Weise die Deutschen die ihnen vorgelegten erlogenen Aussagen ueber die „Katyner Angelegenheit" bekommen hatten.

„Anfangs Maerz 1943" - so gab Sacharow an - „Kam ein Mitarbeiter der Gestapo von Gnesdowo in meine Wohnung, dessen Namen ich mich nicht entsinne und sagte, dass mich ein Offizier rufen liesse.Als ich zur Gestapo kam, erklaerte mir ein deutscher Offizier durch einen Dolmetscher: „Uns ist bekannt, dass Sie Wagenkuppler auf der Eisenbahnstation Smolensk waren und deshalb muessen Sie aussagen, dass im Jahre 1940 die Wagen mit den kriegsgefangenen Polen durch die Stadt Smolensk nach der Station Gnesdowo fuhren und dass dann die Polen im Wald in der Gegend „Kosji Gory“erschossen wurden.“ Darauf antwortete ich, dass die Wagen mit den Polen im Jahre 1940 tatsaechlich durch die Stadt Smolensk nach Westen weiterfuhren, auf welcher Station sie aber ausgeladen wurden ist mir nicht bekannt. Der Offizier sagte mir, dass, wenn ich aus freien Stücken die Aussagen nicht machte, er mich dazu zwingen wuerde. Nach diesen Worten nahm er einen Gummiknueppel und begann mich zu verpruegeln. Anschliessend legte man mich auf eine Bank und der Offizier sowie der Dolmetscher haben auf mich eingeschlagen. Wieviele Hiebe sie mir versetzt haben weiss ich nicht mehr, weil ich das Bewusstsein verlor. Als ich zu mir kam, forderte der Offizier mich auf, das Protokoll zu unterschreiben. Ich liess mich durch die Schlaege und Drohungen der Erschiessung einschuechtern, machte verlogene Aussagen und unterzeichnete das Protokoll. Daraufhin wurde ich von der Gestapo entlassen. Nachdem einige Tage nach meiner Beorderung zur Gestapo verstrichen waren - es war etwa Mitte Maerz 1943 - kam der Dolmetscher in meine Wohnung und sagte, dass ich zu einem deutschen General gehen und ihm meine Aussage bestaetigen muesse. Als wir zum General kamen, fragte mich der Letztere, ob ich meine Aussagen bestaetige. Ich bejahte, weil mich der Dolmetscher unterwegs warnte, dass, wenn ich auf meiner Aussage nicht bestuende, ich noch Schlechteres zu gewaertigen haette als es das erste Mal bei der Gestapo der Fall gewesen sei. Aus Furcht vor Foltern antwortete ich, dass ich meine Aussagen bestaetigen werde. Dann befahl mir der Dolmetscher, den rechten Arm zu heben und sagte mir, dass ich eben einen Eid geleistet haette und heimgehen koenne."

Es ist festgestellt worden, dass die Deutschen es versucht haben, die ihnen erforderlichen Aussagen auch von anderen Personen zu erhalten und zwar vom ehemaligen

Helfer des Gefaengnisdirektors in Smolensk KAWERSNEW N.S., vom

Mitarbeiter im erwaehnten Gefaengnis KOWALEW W.G. u.a., indem die genannten Personen ueberredet, bedroht und misshandelt wurden. Da die Suche nach der erforderlichen Anzahl von „Zeugen missglueckte, verbreiteten die Deutschen in der Stadt Smolensk und in den naheliegenden Doerfern folgendes Flugblatt, wovon sich ein Exemplar im Original bei den Akten der Sonderkommission befindet:

Bekanntmachung an die Bevoelkerung.

Wer kann ueber die Massenerschliessungen, die die Bolschewiken im Jahre 1940 an den polnischen kriegsgefangenen Offizieren und den Priestern im Walde „Kosji Gory“ an der Chaussee Gnesdowo- Katyn durchgefuehrt haben, aussagen?

Wer hat die Autotransporte von Gnesdowo nach „Kosji Gory“ beobachtet? Wer hat von den Erschiessungen gehoert, oder ist Augenzeuge derselben gewesen? Wer kennt. die Einwohner, die darueber erzaehlen koennen? Jede gemachte Mitteilung darueber wird belohnt.

Alle Mitteilungen sind in Smolensk der deutschen Polizei, Museumsstrasse 6 und in Gnesdowo der Deutschen Polizei, Haus Nr. 105 (am Bahnhof) zuzusenden. Den 3. Mai 1943

FOSS Leutnant der Feldpolizei

Die gleiche Bekanntmachung wurde auch in der von den Deutschen in der Stadt Smolensk herausgegebenen ZeitungDer Neue Weg“ (Nr. 35 (157) vom 6. Mai 1943) veroeffentlicht.

Dass die Deutschen fuer die gemachten, ihnen erforderlichen Aussagen ueber die „Katyn-Angelegenheit“ eine Belohnung versprachen, erklaerten die durch die Sonderkommission vernommenen Zeugen und Einwohnetr der Stadt Smolensk:

SOKOLOWA O.E.,

PUSCHTSCHINA E.A.,

BYTSCHKOW J.J.,

BONDAREW G.T.,

USTINOW E.P. und viele andere.

Die Bearbeitung der Graeber von Katyn.

Gleichzeitig auf der Suche nach „Zeugen“ begannen die Deutschen eine entsprechende Vorbereitung der Graeber im Walde von Katyn. Sie begannen alle Dokumente, die spaeter als mjit April 1940 datiert waren, d.h. aus der Zeit stammten, in der laut der deutschen provokatorischen Geruechte die Polen von den Bolschewiken erschossen worden waren, aus der Kleidung der von ihnen erschossenen Polen zu entfernen, ebenso alle Beweisstuecke, die diese provokatorischen Geruechte widerlegen konnten.

Durch die Untersuchung der Sonderkomrnissim wurde festgestellt, dass die Deutschen etwa 500 russische Kriegsgefangene zu diesem Zweck verwendeten, die sie im Lager Nr. 126 ausgesucht hatten. Die Sonderkommission verfuegt in Bezug auf diese Frage ueber zahlreiche Zeugenaussagen.

Besondere Aufmerksamkeit verdiener, die Aussagen der Aerzte aus dem vorgenannten Lager; der

Arzt TSCHISHOW A. T., der im Lager Nr. 126 waehrend der Besetzung von Smolensk arbeitete, gab an:

„Anfangs Maerz 1943 wurden im Lager fuer Kriegsgefangene Nr. 126 in Smolensk einige Gruppen von insgesamt 500Mann der staerksten Kriegsgefangenen gewaehlt, um sie, wie gesagt wurde, an die Schanzarbeit zu schicken. Niemand von diesen Kriegsgefangenen kehrte jedoch ins Lager zurueck.

Der Arzt CHMYROW W.A., der auch waehrend der deutschen Okkupation in diesem Lager arbeitete, gab an:

„Es ist mir bekannt, dass ungefaehr in der zweiten Haelfte des Februar oder anfangs Maerz 1943 ungefaehr 500kriegsgefangene Rotarmisten aus unserem Lager in unbekannter Richtung befoerdert wurden. Diese Kriegsgefangenen seien an die Schanzarbeit geschickt worden und deshalb habe man koerperlich volltaugliche Maenner gewaohlt.“

Aehnliches haben die Krankenschwestern SENKOWSKAJA O.G.,

TIMOFEJEWA A.J., die

Zeuginnen ORLOVA P.M.,

DOBROSER-DOVA E.G. und der

Zeuge KOTSCHETKOW W.S. ausgesagt.

Wohin diese 500sowjetischen Kriegsgefangenen aus dem Lager Nr. 126in der Tat beordert wurden, geht aus ,den Aussagen der Zeugin MOSKOWSKAJA A.M. hervor.

MOSKOWSKAJA ALEKSANDRA MICHAILOWNA, die am Stadtrande von Smolensk wohnte und waehrend der Okkupation In der Kueche einer der deutschen Truppenteile arbeitete, hat am

5. Oktober 1943 in der Ausserordentlichen Kommission zur Untersuchung der Schandtaten der deutschen Eindringlinge eine Erklaerung abgegeben mit der Bitte, sie, zwecks Abgabe wichtiger Zeugenaussagen vorzuladen.

Sie erzaehlte der Sonderkommission, dass sie einmal, als sie irn Maerz 1943 vor der Arbeit in ihre Scheune kam, die im Hof am Dnjeprufer liegt, dort einen Unbekannten fand, der, wie es sich herausstellte, ein russischer Kriegsgefangener war.

Moskowskaja A.M. (Jahrgang 1922) galb an:

„Aus der Unterredung mit ihm erfuhr ich follgendes:

Sein Name war JEGOROW, Vorname Nikolai, er war aus Leningrad.

054-USSR

Seit Ende 1941befand ersich im deutschen Konzentrationslager fuer Kriegsgefangene in der Stadt Smolensk.

Anfangs Maerz 1943war er mit einer Kolonne Kriegsgefangener von 100Mann aus dem Lager in den Wald von Katyn befoerderd worden. Dort hat man ihnen allen - darunter auch Jegorow - befohlen, die Graeber, in denen Leichen in der Uniform polnischer Offiziere waren, auszuheben, diese Leichen aus den Graebern zn schleppen und aus ihren Taschen alle Dokumente, Bilder und andere Sachen zu entfernen. Es war streng befohlen worden, nichts in den Taschen zurueckzulassen. Zwei Kriegsgefangene wurden erschossen, weil der deutsche Offizier bei den Leichen noch irgendwelche Papiere fand, nachdem sie die Leichen schon untersucht hatten. Alle aus den Kleidern entfernten Sachen, Dokumente und Briefe wurden von den deutschen Offizieren durchgesehen. Dann wurden die Kriegsgefangenen gezwungen, einen Teil dieser Papiere wieder in die Taschen der Leichen zurueckzulegen, die uebrigen wurden auf den Haufen der entfernten Sachen und Dokumente geworfen und bald darauf niedergebrannt. Ausserdem wurden irgendwelche, aus den mitgebrachten Kisten und Koffern geholten Papiere, in die Taschen der Leichen der polnischen Offiziere gelegt. Alle Kriegs-gefangenen wohnten im Walde von Katyn in furchtbaren Verhaeltnissen unter freiem Himmel und wurden streng bewacht.

Anfangs April 1943wurden alle von den Deutschen vorgesehenen Arbeiten zu Ende gefuehrt, da man die Kriegsgefangenen fuer die Dauer von drei Tagen nicht zur Arbeit zwang.

In der Nacht weckte man alle auf und fuehrte sie irgendwohin. Die Wache wurde verstaerkt. Jegorow hatte Verdacht und beobachtete besonders aufmerksam alles was vor sich ging. Sie gingen 3bis 4 Stunden lang in unbekannter Richtung. Im Walde auf einer Wiese vor einer Grube blieben sie stehen. Jegorow sah, wie man eine Gruppe Kriegsgefangener von der ganzen Menschenmasse trennte, bis zur Grube verfolgte und dann auf sie schoss.

Die Kriegsgefangenen wurden aufgeregt, machten Laerm und es kam Bewegung in sie. Nicht weit von Jegorow stuerzten sich einige Kriegsgefangene auf die Wache, die anderen Wachtmeister rannten auf diese Stelle zu.

Jegotrow benutzte den Augenblick decr Verwirrung und lief in die Dunkelheit des Waldes, indem er hinter sichRufe und Schuesse hoerte.

Nach dieser furchtbaren Erzaehlung, diesich waehrend meines ganzen Lebens in meinem Gedaechtnis einpraegt, bedauerte ich Jegorow und lud ihn ein in mein Zimmer zu kommen, damit er sich erwaermte und sich verbergen koenne, bis er neue Kraefte gesammelt habe. Jegorow willigte aber nicht ein. Er sagte, dass er heute - in der Nacht unbedingt fortginge, um die Frontlinie zu passieren. Aber an diesem Abend ist er nicht fortgegangen. Am Morgen habe ich ihn wieder in der Scheune gefunden. Wie es sich herausstellte, hatte er in der Nacht versucht fortzugehen, nachdem er aber fuenfzig Schritte gmacht hatte, wurde er sehr schwach und war gezwungen, zurueckzukehren. Es war wahrscheinlich die Folge einer dauernden Unterernaehrung im Lager und des Hungerns waehrend der letzten Tage. Wir beschlossen, dass er noch ein der zwei Tage bei mir bleibt, um zu Kraeften zu kommen. Ich gab ihm Essen und ging an die Arbeit.

Als ich abends zurueckkehrte, halben mir meine Nachbarinnen

BARANOWA MARIA IWANOWNA und

KABANOWSKAJA KATHERINA VIKTOROWNA,

erzaehlt, dass die deutschen Polizisten waehrend der Streife in meiner Scheune einen kriegsgefangenen Rotarmisten entdeckten, den sie mitnahmen.“

Da man in der Scheune von Moskowskaja einen Kriegsgefangenen gefunden hatte, wurde sie zur Gestapo vorgeladen, wo man sie des Versteckens eines Kriegsgefangenen beschuldigte. Waehrend der Vernehmung in der Gestapo leugnete Moskowskaja ihre Beziehung zu diesem Kriegsgefangenen ab und behauptete, sie wisse ueber seinen Aufenthalt in ihrer Scheune nichts. Da Moskowskaja ihre Schuld nicht bekannt hatte und da der Kriegsgefangene Jegorow Moskowskaja nicht verriet, wurde sie von der Gestapo freigelassen.

Jegorow erzaehlte Moskowskaja auch, dass eine Gruppe von Kriegsgefangenen, die im Walde von Katyn arbeiteten, ausser der Ausgrabung von Leichen sich noch damit beschaeftigten, Leichen von anderen Stellen herzuschaffen. Die herangeschafften Leichen wurden zusammen mit den vorher ausgegrabenen Leichen in den Graebern angehaeuft.

Die Tatsache, dass eine grosse Anzahl von Leichen der von den Deutschen an anderen Stellen Erschossenen in die Graeber von Katyn befoerdert wurden, wird durch die Aussagen des Ingenieur- Mechanikers SUCHATSCHEW bestaetigt.

SUCHATSCHEW P.F. (Jahrgang 1912), Ingenieur-Mechaniker von „Rosglawchljeb", der bei den Deutschen als Maschinist in der Stadtmuehle von Smolensk arbeitete, machte am 8.10.43 eine Ein- gabe mit der Bitte, ihn vorzuladen.

Als er vorgeladen wurde, gab er an: „Einmal unterhielt ich mich in der zweiten Haelfte des Maerz 1943 in der Muehle mit einem deutschen Chauffeur, der ein wenig Russisch beherrschte. Nachdem es sich herausstellte, dass er Mehl fuer einen Truppenteil ins Dorf Sawenky faehrt und am naechsten Tag nach Smolensk zurueckkommt, bat ich ihn, mich mitzunehmen, um die Moeglichkeit zu haben, Fettwaren zu kaufen. Dabei beruecksichtigte ich, dass die Fahrt in einem deutschen Kraftwagen fuer mich das Risiko ausschliesst, auf der Passierstelle festgehalten zu werden.

Der deutsche Chauffeur willigte fuer einen Lohn ein. An demselben Tage, gegen 10.00 Uhr abends, fuhren wir auf der Chaussee Smolensk-Witebsk los.

Wir waren im Auto zwei: ich und der deutsche Chauffeur. Die Nacht war hell, der Mond schien, aber der Nebel verhinderte die Sicht. Ungefaehr 22-23km weit von Smolensk war an einer zerstoerten Bruecke eine Kurve mit einer ziemlich steilen Boeschung. Wir fuhren von der Chaussee die Boeschung herunter und da tauchte ploetzlich aus dem Nebel ein Lastauto auf. Entweder war die Bremse in unserem Auto nicht in Ordnung oder war der Chauffeur nicht sehr erfahren: wir konnten unser Lastauto nicht bremsen und da dieser Weg ziemlich schmal war, stiessen wir mit dem entgegenkommenden Auto zusammen. Der Zusammenstoss war nicht stark, da es dem Chauffeur des entgegenkommenden Autos gelang auszuweichen und infolgedessen streiften sich die beiden Seitenwaende der Lastwagen nur. Der entgegenkommende Lastwagen stuerzte jedoch seitwaerts die Boeschung hinab. Unser Wagen blieb stehen. Der Chauffeur und ich stiegen aus dem Fuehrersitz und gingen auf den hinabgestuerzten Lastwagen zu.

Ich empfand ploetzlich starken Leichengeruch, der wahrscheinlich von dem Lastwagen kam. Ich kam naeher und sah, dass der Wagen voll mit einer Last beladen war, mit Segeltuch bedeckt und mit Stricken zugeschnuert war. Die Stricke zerrissen vom Sturz und ein Teil der Last fiel heraus. Das war eine grausame Last.

Es waren Menschenleichen in militaerischer Uniform. An dem Lastwagen standen, wie ich mich erinnere, 6-7 Mann, darunter ein deutscher Chauffeur, zwei mit Maschinenpistolen bewaffnete Deutsche, die anderen aber waren russische Kriegsgefangene, da sie russisch sprachen und entsprechend gekleidet waren.

Die Deutschen begannen auf meinen Chauffeur zu schimpfen, dann versuchten sie, das Auto wieder auf die Raeder zu bringen. Nach zwei Minuten kamen zur Unglücksstelle noch zwei Lastwagen und hielten dort. Von diesen Lastwagen kam eine Gruppe von Deutschen und russischen Kriegsgefangenen - insgesamt etwa 10 Mann - auf uns zu. Mit vereinten Kraeften begannen wir, das Auto zu heben. Ich ergriff die Gelegenheit und fragte leise einen russischen Kriegsgefangenen: „Was ist das?“ Ebenso leise antwortete er mir: „Ich weiss nicht, die wievielte Nacht wir schon die Leichen in den Wald von Katyn transportieren.“

Der hinabgestuerzte Lastwagen war noch nicht aufgehoben, als zu mir und zu meinem Chauffeur ein deutscher Unteroffizier kam und befahl, sofort weiterzufahren.

Da unser Wagen keinen ernstlichen Schaden erlitten hatte, lenkte der Chauffeur ihn wieder auf die Chaussee und dann fuhren wir weiter.

Als ich an den zwei spaeter angekommenen, mit einem Verdeck ueberzogenen Wagen vorbeifuhr, empfand ich einen abschreckenden Leichengeruch.“

SUCHATSCHEW'S Aussagen werden durch die Aussagen von

Jegorow Wladimir Afanasjewitsch bestaetigt, der in der Okkupationszeit im Dienst der Polizei in der Eigenschaft als Polizist taetig war.

Jegorow sagte aus, dass er Ende Maerz und in den ersten Apriltagen 1943 seinem Dienst Folge leistend, die Bruecke an der Kreuzung der Dammstrassen Moskau-Minsk und Smolensk-Witebsk ueberwachte, wiederholt nachts beobachtet haette, wie in der Richtung Smolensk grosse mit Planen ueberzogene Lastwagen vorbeifuhren, von denen starker Leichengeruch ausging. In den Kabinen der Wagen und oben auf dem Verdeck sassen immer mehrere Personen, von welchen einige Waffen trugen und zweifelsohne Deutsche waren.

Ueber seine Beobachtungen berichtete Jegorow dem Chef der Polizeistelle im Dorf Archipowka, Golownew Kuzma Demjanowitsch, der ihm den Rat gab, darueber zu schweigen und hinzufuegte: „Das geht uns nichts an, wir brauchen uns nicht in die deutschen Angelegenheiten zu mischen.“

Darueber, dass die Deutschen die Leichen mit den Lastwagen in den Wald von Katyn transportierten, sagte auch

JAKOWLEW - SOKOLOW FLOR MAKSINOWITSCH, geboren 1896, der ehemalige Agent fuer Versorgung der Kantinen des Smolensker Trusts der Speisehallen und der Chef des Polizeibezirks Katyn waehrend der deutschen Okkupation aus.

Er berichtete, dass er anfangs April 1943 persoenlich beobachtet haette, wie von der Chaussee aus vier mit Planen ueberzogene Lastwagen auf denen mehrere mit Maschinenpistolen und mit Gewehren bewaffnete Leute sassen, in den Wald von Katyn einbogen. Von diesen Wagen war ein starker Leichengeruch zu spueren.

Aus allen angefuehrten Zeugenaussagen laesst sich schliessen, dass die Deutschen auch an anderen Stellen Polen erschossen haben. Indem sie deren Leichen im Wald von Katyn zusammentrugen, ver- folgten die Deutschen ein dreifaches Ziel: erstens, alle Spuren ihrer eigenen Missetaten zu verwischen, zweitens alle ihre Verbrechen der Sowjetmacht zuzuschieben und drittens, die Zahl der „bolsche- wistischen Opfer“ in den Graebern des Waldes von Katyn zu vermehren.

„Besichtigungen“ der Graeber von Katyn.

Im April 1943, nachdem die deutschen Eindringlinge alle Vorbereitungsmassnahmen an den Graebern im Walde von Kalyn getroffen hatten, gingen sie an die breite Agitation in der Presse und durch den Rundfunk, indem sie versuchten, die von ihnen selbst an den kriegsgefangenen Polen veruebten Greueltaten der Sowjetmacht zuzuschieben. Die eine dieser Methoden der provozierenden Agitation war der von den Deutschen veranstaltete Besuch der Graeber von Katyn seitens der Anwohner von Smolensk und ihrer Umgebung, ebenso der „Delegationen“ der von den deutschen Eindringlingen besetzten undzu ihnen in Lehensbedingungen stehenden Laender.

Die Sonderkommission verhörte eine Flut von Zeugen, die sich an den „Besichtigungen“ der Graeber von Katyn beteiligten.

Der Zeuge SUBKOW K.P., Patologe-Anatom, der in Smolensk in der Eigenschaft als gerichtsmedizinischer Sachverstaendiger arbeitete, sagte der Sonderkommission aus:

„…Die Kleidung der Leichen, besonders die Soldatenmaentel, Stiefel und Guertel, ist ziemlich gut erhalten geblieben. Die metallenen Stuecke der Kleidung, wie Riemenschnallen, Knoepfe, Haken, Stiefelnaegel u.a. waren nicht voellig verrostet und behielten stellenweise den metallenen Glanz.Die der Besichtigung zugaenglichen Gewebe der Leichen - das Gewebe des Gesichts, des Halses, der Haende - waren vorwiegend von graugruener Farbe, in einzelnen Faellen graubraun, aber es gab keine voellige Zersetzung der Gewebe, es gab keine Verwesung. In Einzelfaellen waren entbloesste Sehnen von weisslicher Farbe und eine Anzahl von Muskeln sichtbar. Waehrend meines Aufenthalts bei der Ausgrabung arbeiteten auf dem Boden einer tiefen Grube Leute, die [die Leichen auseinandernahmen und herausbdoerderten. Sie benuetzten dazu Spaten und anderes Geraet und sie ergriffen die Leichen mit den Haenden, schleppten sie bei den Armen, Fuessen und bei der Kleidung von einer Stelle zu der anderen. In keinem einzigen Fall konnte man beobachten, dass die Leichen auseinanderfielen oder dass sich einzelne Teile von ihnen loesten.

Mit Ruecksicht auf das oben Erwaehnte kam ich zur Schlussfolgerung, das die Verjaehrungsfrist des Aufenthaltes der Leichen in der Erde keine drei Jahre - wie die Deutschen behaupteten - sondern viel weniger betragen muesse. Da ich weiss, dass die Leichenvenvesung in den Massengraebern schneller vor sich geht als in den Einzelgraebern - besonders ohne Saerge-kam ich zu dem Schluss, dass die Massenerschiessungen der Polen vor etwa anderthalb Jahren durchgefuehrt worden sein musste und auf den Herbst 1941 oder auf das Fruehjahr 1942 zurueckzufuehren sei.

Infolge des Besuches der Ausgrabungen ueberzeugte ich mich fest davon, dass die veruebte riesenhafte Greueltat die Tat der Deutschen war.“

Die Aussagen darueber, ,dass die Kleidung der Leichen, die Metallteile. das Schuhwerk und die Leichen selbst gut erhalten geblieben sind, wurden von den von der Sonderkommission verhoerten Zeugen gemacht, die sich an den „Besichtigungen“ der Graeber von Katyn beteiligt hatten, und zwar von: dem Vorsteher des Smolensker Wasserleitungsnetzes KUZEW J.S.,

der Lehrerin der Schule von Katyn, WETROVA EN.,

der Telephonistin der Smolensker Verkehrsstelle SCHTSCHEDROVA N.G.,

dem Einwohner des Donfes Borok, ALEZEJEW M.A.,

dem Einwohner des Dorfes Nowye Bateki, KLRIWOSERZEW N.G.,

dem Diensttuenden der Station Gnesdavo, SAWWATEJEW J.W.,

der Stadtbuergerin von Smolenck, PUSCHTSCHINA E.A.,

dem Arzt des 2. Smolensker Krankenhauses SIDORUK T.A.,

dem Arzt desselben Krankenhauses, KESSAREW P.M.u.a.

Die Versuche der Deutschen, die Spuren ihrer Greueltaten zu verwischen.

Die von den Deutschen organisierten „Besichtigungen erreichten nicht ihr Ziel. Alle an den Graebern Gewesenen ueberzeugten sich davon, dass sie Zeugen der groben und offenbaren Provokation der deutschen Faschisten waren.

Deshalb wurden seitens der deutschen Behoerden Massnahmen ergriffen, um die Zweifelnden zum Schweigen zu zwingen.

Die Sonderkomission verfuegt über eine Anzahl von Zeugen, die berichtet haben, wie die Deubchen die Personen verfolgten, die an der Provokation zweifelten oder an sie nicht glasubten. Sie wupden vom Dienst entlasseq verhaftet und mit Erschiessung bedroht. Die Kommission stellte zwei Faelle der Erschiessung dafuer fest, dass man „das Maul nicht halten konnte". Solch ein Gewaltakt wurde am ehemaligen deutschen Polizisten SAGAINOW veruebt und an JEGOROW A. M., der bei den Ausgrabungen der Graeber im Walde von Katyn mitarbeitete.

Aussagen ueber die Verfolgung derjenigen Personen durch die Deutschen, die ihrem Zweifel nach dem Besuch der Graeber im Walde von Katyn Ausdruck gaben, machten:

die Aufwaerterin der Apotheke Nr. 1von Smolensk SUBAREWA M.S.,

die Gehilfin des Arztes fuer Hygiene der Abteilung fuer Gesundheitswesen des Stalnischen Bezirkes von Smolensk KOSLOWA W.F. u.a.

Der fruehere Chef des Polizeirevieres Katyn JAKOWLEW-SOKOEOW F.M. sagte aus:

„Es entstand eine Situation, die ernste Unruhe bei der deutschen Kommandantur hervorrief und es wurden den oertlichen Polizeistellen dringende Weisungen erteilt, unbedingt alle schaedlichen Gespraeche zu unterbinden und alle diejenigen Personen zu verhaften, die der „Angelegenheit Katyn" gegenueber Misstrauen äusserten.

Mir persoenlich als dem Chef des Polizeirevieres wurden solche Weisungen seitens folgender Personen erteilt: Ende Mai 1943von Seiten des deutschen Kommandanten des Dorfes Katyn, Oberleutnant BRAUNG und Anfang Juni von Seiten des

Chefs des Polizeirevieres Smolensk, KAMENEZKII.

Ich gab den Polizisten meines Bezirkes Instruktionen, in welchen ich verlangte, alle Misstrauen Aeussernden und die an der Wahrhaftigkeit der deutschen Mitteilungen ueber die Erschiessung der polnischen Kriegsgefangenen seitens der Bolschewiken Zweifelnden festzunehmen und in die Polizei zu befoerdern.

Indem ich diesen Weisungen der deutschen Behoerden Folge leistete, heuchelte ich offenbar, da ich selbst ueberzeugt war, dass die „Angelegenheit Katyn" deutsche Provokation ist. Vollstaendig ueberzeugte ich mich davon, nachdem ich persoenlich an der „Exkursion" in den Wald von Katyn teilgenommen hatte."

Nachdem die deutschen Okkupatioasbehoerden bemerkt hatten, dass die „Exkursionen" der oertlichen Bevoelkerung zu den Graebern von Katyn das Ziel nicht erreichten, erteilten sie im Sommer 1943den Befehl, diese Graeber einzuschaufeln.

Vor ihrem Rueckzug aus Smolensk begannen die Deutschen eiligst die Spuren ihrer Greueltaten zu verwischen. Das Landhaus, das vom „Stab des 537.Baubataillons" belegt war, wurde voellig verbrannt. Die Deutschen suchten nach den

drei Maedchen Aleksejewa, Michailowa und Konachowskaja im Dorfe Borok, um sie mitzunehmen oder aber zu vernichten. Sie suchten auch ihren „Hauptzeugen" Kisselew P.G., dem es aber gelang, sich mit seiner Familie zu verstecken. Die Deutschen verbrannten sein Haus.

Sie versuchten auch andere „Zeugen“ zu verhaften: den ehemaligen Vorsteher der Station Gnesdowo, IWANOW S.W.,

den ehemaligen Diensttuenden dieser Station SAWWATEJEW J.W. und den frueheren Wagenkuppler der Station Smolensk SACHAROW M.D.

An den allerletzten Tagen vor dem Rueckzug aus Smolensk suchten die deutschfaschistischen Okkupanten nach den Professoren Basilewski und Jefimow. Den beiden gelang es nur, der Entfuehrung oder dem Tod zu entgehen, weil sie sich rechtzeitig verborgen hatten.

Aber es gelang den deutsch-faschistischen Eindringlingen doch nicht, ihre Spuren zu verwischen und ihre Verbrechen zu verbergen.

Die durchgefuehrte gerichts-medizinische Untersuchung der exhumierten Leichen beweist unwiderruflich klar, dass die Erschiessung der kriegsgefangenen Polen von den Deutschen selbst vorgenommen wurde.

Weiter fuehren wir die Akte der gerichts-medizinischen Sachverstaendigenkomission:

Die Akte der gerichtsmedizinischen Sachverst,aendigenkommission.

Nach der Weisung der Sonderkomissian zur Feststellung und Untersuchung der Umstaende der Erschiessung der kriegsgefangenen polnischen Offiziere durch die deutschifaschistischen Eindringlinge im Walde von Katyn (in der Naehe der Stadt Smolensk) fuehrte die gerichts-medizinische Untersuchungskommission, bestehend aus:

dem Obersten gerichtsmedizinischen Sachverstaendigen des Volkskommissariats fuer Gesundiheitswesen der UdSSR, Direktor des Staatlichen WissenschaftIichen Forschungsinstituts fuer Gerichtsmedizin des Volkskommissariats fuer Gesundheitsulesen der UdSSR, W. J. PROZOROWSKY,

Professor fuer Gerichtsmedizin des 2. Moskauer Staatlichen Medizinischen Instituts, Dr. med. W.M. SMOLJANINOW,

Professor der Patologischen Anatomie, Dr. med. D.N. WYROBAJEW,

dem Aeltesten Wissenschaftlichen Sachbearbeiter der tanatologischen Abteilung des Staatlichen wissenschaftlichen Forschungs-instituts fuer Gerichtsmedizin des Volkskommissariats fuer Gesundheitswesen der UdSSR. Dr. P.S. SEMENOlWSKY,

dem Aeltesten Wissenschaftlichen Sachbearbeiter der gerichts-medizinischen Abteilung des Staatlichen Wissenschaftlichen Forschungsinstituts fuer Gerichtsmedizin des Volkskommisariats fuer

Gesundheitswesen der UdSSR., Dozent M.D. SCWAIKOWA,

unter der Beteiligung von: dem gerichtsmedizinischen Hauptsachverstaendigen der Westfront, dem Major des medizinischen Dienstes NIKOLSKI,

dem gerichtsmedizinischen Sachverstaendigen der Armee N., dem Hauptmann des medizinischen Dienstes BUSSOEDOW,

dem Chef des Patologisch-anatomischen Laboratoriums 92, dem Major des medizinischen Dienstes SUBBOTIN,

dem Major des medizinischen Dienstes OGLOBLIN, dem Arzt, Oberleutnant der Medizin SADYKOW,

dem Oberleutnant der Medizin PUSCHKARJOWA,

in der Periode vom 16. bis zum 23.Januar 1944 das Exhumieren und die gerichtsmedizinische Untersuchung der Leicher, der polnischen Kriegsgefangenen auf dem Gelaende von „Kosji Gory“ im Walde von Katyn - 15 km von der Stadt Smolensk entfernt - durch. Die Leichen der polnischen Kriegsgefangenen waren in einem gemeinsamen Grab in der Groesse von 60 X 60 X 3 Metern begraben. Ausserdem noch in einem besonderen Grab in der Groesse von 7 X 6 X 3,5 Metern. Aus den Graebern wurden 925 Leichen exhumiert und untersucht. Die Exhumierung und die gerichtsmedizinische Untersuchung der Leichen wurden durchgefuehrt, um folgendes festzustellen:

a) die Persoenlichkeit der Toten,

b) die Todesursachen,

c)die Zeitdauer der Begrabung. Die Umstaende dieser Angelegenheit:

(Siehe Dokumente der Sonderkommission);

Objektive Angaben: (Siehe Protokolle der gerichtsmedizinischen Untersuchung der Leichen).

BESCHLUSS

Die gerichtsrnedizinische Sachverstaendigenkommission kommt auf Grund von Ergebnissen der gerichtsmedizinkchen Untersuchung der Leichen zu folgendem Beschluss:

Nach dem Ausheben der Graeber und der Freilegung der Leichen wurde festgestellt:

a) unter der grossen Anzahl von Leichen der polnischen Kriegsgefangenen befinden sich Leichen in Zivilkleidung, deren Anzahl im Verhaeltnis zu der gesamten Anzahl der untersuchten Leichen

(2:925 der ausgegrabenen Leichen) gering ist; die Leichen hatten Militaerschuhwerk an;

b) Die Kleidung der toten Kriegsgefangenen zeugt von der Zugehoerigkeit zu den Offizieren und Mannschaften der polnischen Armee;

c)die bei der Untersuchung der Kleidungsstuecke entdeckten Einschnitte an den umgestuelpten Taschen sowie an den Stiefeln weisen in der Regel Spuren einer vorgenommenen Untersuchung der Kleidungsstuecke (Militaermaentel, Hosen u.a.) der Leichen auf;

d) In einigen Faellen waren die Taschen der Kleidungsstuecke nicht zerschnitten. In diesen sowie auch in den zerschnittenen und zerrissenen Taschen, unter dem Jackenfutter, in den Hosenguerteln, in den Fusslappen und Socken wurden Zeitungsstuecke, Broschueren, Gebetbuecher, Postmarken, aufgebrochene und geschlossene Briefe, Quittungen, Aufzeichnungen und andere Dokumente sowie auch Wertgegenstaende (1 Goldstueck, goldene Dollars), Tabakpfeifen, Federmesser, Zigarettenpapier, Taschentuecher und Sonstiges gefunden;

e) ein Teil von Dokumenten, (der keiner besonderen Untersuchung unterlag) weist Daten auf, die sich auf die Periode vom 12. November 1940 bis 20. 6.1941 beziehen;

f) der Stoff der Bekleidung, insbesondere der Militaermaentel, Jacken, Hosen und Oberhemden hat sich gut erhalten und ist nur mit Muehe mit der Hand zu zerreissen;

g) einem kleinen Teil von Leichen (20:925 der ausgegrabenen Leichen) waren die Haende mit weissen geflochtenen Schnueren auf den Ruecken gebunden;

h) der Zustand der Bekleidung der Leichen und zwar die Tatsache, dass die Jacken, Hemden, Militaerriemen, Hosen und Unter- hosen zugeknoepft, Stiefel oder Schuhe zugeschnuert, Halstuecher und Krawlatten um den Hals gebunden, die Hosentraeger angeknoepft und die Hemden in die Hosen hineingesteckt waren, zeugt davon, dass die aeussere Untersuchung des Rumpfes und der Gliedmassen nicht vorgenommen wurde.

Die Tatsache des erhalten gebliebenen Hautgewebes am Kopfe und das Nichtvorhandensein irgendwelcher Einschnitte daran sowie auch am Mautgewebe der Brust und des Bauches (ausser 3:925 Faellen) und anderer Merkmale von Expertentaetigkeit zeigt, dass die Leichen einer gerichtsmedizinischen Untersuchung nicht unterzogen waren, was man auch aus den durch die gerichtsmedizinische Sachverstaendigenkommissionexhumierten Leichen schliesst.

Die aeussere und innere Untersuchung der 925 Leichen berechtigt uns zu der Behauptung, dass die Leichen am Kopf und am Hals Schussverletzungen haben. In vier Faellen sind diese mit Knochenbeschaedigungen des Schaedels durch einen harten, schweren Gegenstand verbunden. Ausserdem wurden einige Faelle von Bauchbeschaedigung zusammen mit einer Kopfverletzung festgestellt. In der Regel gibt es ein Einschussloch, seltener aber zwei, die sich im hinteren Teil des Kopfes beim Nackenknochen an der groesen Nackenhoehle oder an deren Rand befinden. In manchen Faellen sind die Einschussloecher am hinteren Teil des Halses in der Hoehe des l., 2. oder dritten Halswirbels. Am haeufigsten sind die Einschussloecher an der Stirnflaeche, seltener jedoch an der Schlaefe und am Scheitel, sowie auch im Gesicht und am Hals. In 27 Faellen waren die Schussverletzungen Steckschuesse (ohne Ausgangsloecher) und am Ende des Einschusskanals unter dem Weichgewebe des Schaedels und in dessen Knochen, in der Gehirnhaut und im Gehirnstoff wurden deformierte, schwach deformierte und ganz undeforrnierte Huellenkugeln, die als Schussmunition fuer die Maschinenpistolen, meistens fuer die Kaliber 7,65 mm, verwendet werden, vorgefunden. Die Ausmasse der Einschussloecher am Nackenknochen berechtigen uns zur Schlussfolgerung, dass waehrend der Erschiessungen die Schusswaffen zweier verschiedener Kaliber verwendet wurden: in den weitaus meisten Faellen unter 8 mm,

d.h. 7,65 mm und kleiner, in wenigen Faellen ueber 8 mm, d.h. 9 mm.

Die Beschaffenheit der Brueche der Schaedelknochen und die in manchen Faellen entdeckten Pulverabsaetze am Ausgangsloch zeugen davon, dass die Schuesse aus der naechsten Naehe oder unmittelbar aus der Gewehrlaenge abgefeuert wurden. Das Gegenueberliegen der Ein- und Ausgangsloecher zeigt, dass die Schuesse von hinten abgefeuert worden sein mussten, wobei der Kopf vorgebeugt wurde. Der Einschusskanal ging durch lebenswichtige Teile des Gehirns oder unmittelbar an diesen vorbei sodass die Zerstoerung des Gehirngewebes den Tod zur Folge haben musste.

Die an den Knochen der Schaedeldecke vorgefundenen Beschaedigungen, die mit einem stumpfen, harten und schweren Gegenstand zur gleichen Zeit mit den Schussverletzungen des Kopfes ausgefuehrt wurden, konnten an und fuer sich als Todesursache nicht in Frage kommen. Die gerichtsmedizinischen Untersuchungen, die in der Periode vom 16. bis zum 23.1.1941 durchgefuehrt wurden, zeugen davon, dass die 925 Leichen sich weder im Verwesungs- noch im Zerfallzustand befanden, sondern vollkomnen erhalten geblieben waren, d.h. sie befanden sich im Anfangsstadium des Verlustes an Feuchtigkeit (was besonders oft und stark in der Brust und Bauchegend, manchmal auch an den Gliedmassen erkennbar war; die Fett-und Wachsabsonderung war besonders bei den Leichen festzustellen, die unmittelbar auf dem Grund gelegen haben); d.h. es waren Wasserverlust des Gewebes der Leichen und die Fett- und Wachsabsonderung festzustellen. Es muss der Umstand besonders beachtet werden, dass die Muskeln des Rumpfes und der Gliedmassen ihre makroskopische Beschaffenheit vollkommen und ihre ehemalige Farbe fast behalten haben; die inneren Organe der Brust- und Bauchhoehle sind ebenfalls in Bezug auf ihre Konfiguration erhalten geblieben und der Herzmuskel hatte an seinen Einschnitten den klar zu erkennenden Aufbau und die uebliche Faerbung. Das Gehirn stellte charakteristische Aufbaubesonderheiten mit einer klar ausgepraegten Grenze zwischen dem weissen und dem grauen Stoff dar.

Ausser der makroskopischen Untersuchung des Gewebes und Leichenorgane entnahm die gerichtsmedizinische Sachverstaendigenkommission Material fuer die nachfolgenden mikroskopischen und chemischen Untersuchungen im Laboratorium. Eine gewisse Rolle fuer das Erhaltenbleiben der Gewelbe und Leichenorgane spielte die Bodenbeschaffenheit an der Stelle der Ausgrabungen.

Nach der Aushebung der Graeber und der Freilegung der Leichen wurden die letzteren, nachdem sie eine Zeitlang an der Luft gelegen haben, im Fruehjahr und Sommer des Jahres 1943 durch die Waerme und Feuchtigkeit beeinflusst. Das konnte den Verwesungsprozess der Leichen stark foerdern. Aber der Grad des Verlustes an Feuchtigkeit und der Fett- und Wachsabsoaderung der Leichen, ein besonders gutes Erhaltenbleiben der Muskeln und der inneren Organe, sowie auch der Bekleidungsstuecke berechtigen uns zu der Behauptung, dass die Leichen erst kurze Zeit begraben waren. Wenn man den Zustand der Leichen in den Graebern bei „Kosji Gory“ mit dem der Leichen in anderen Bestattungsstaetten der Stadt Smolensk und deren naechster Umgebung - GEDEONOWKA, MAGALENSCHTSCHINA, READOWKA, im Lager 126 in KRASNYI BOR usw. - (Siehe das Gutachten der gerichtsmedizinischen Sachverstaendigenkommission vom 22. Oktober 1943) vergleicht, muss man zugeben, dass die Bestattung der Leichen der polnischen Kriegsgefangenen in der Gegend „Kosji Golry“ etwa vor 2 Jahren erfolgte. Es wird auch durch das Auffinden von Dokumenten in den Klei- dungsstuecken bestaetigt, dass ein frueherer Zeitpunkt der Begrabung nicht in Frage kommen kann (Siehe Punkt e), Seite 48 und das Dokumentenverzeichnis).

Auf Grund der Angaben und der Untersuchungsergebnisse hat die gerichtsmedizinische Sachverstaendigenkommission festgestellt,

1) class die Toletung der kriegsgefangenen Offiziere und Mannschaften der polnische11 Armee durch Erschiessung erfolgte;

2) dass die Erschiessungen in der Periode vor etwa 2 Jahren d.h. in den Monaten September/Dezember 1941 stattfanden;

3) dass die durch die gerichtsmedizinische Sachverstandigenkommission in den Kleidungsstuecken der Leichen aufgefundenen Wertgegenstaende und Dokumente, die aus dem Jahre 1941 datieren, ein Beweis dafuer sind, dass die deutsch-faschistischen Behoerden im Fruehjahr und Sotmmer 1943 die Leichenuntersuchungen nicht sorgfaeltig durchgefuehrt haben; die aufgefundenen Dokumente zeugen davon, dass die Erschiessung nach dem Monat Juni 1941 stattgefunden hat;

4) dass die Deutschen im Jahre 1943 eine aeusserst geringe Anzahl von Leichen polnischer Kriegsgefangener seziert haben;

5)dass die Art und Weise der Erschiessung der polnischen Kriegsgefangenen mit der Erschiessung der friedlichen Sowjetbuerger und der Sowjetkriegsgefangenen identisch ist. Diese Art der Erschiessrung haben die deutsch-faschistischen Behoerden in den zeitweilig besetzten Gelbieten der UdSSR - darunter auch in den Staedten Smolensk, Orel, Charkow, Krasnodar und Woronesch - in breitem Masse angewendet.

Der Oberste gerichtsmedizinische Sachverstaendige des Volkskommissariats fuer Gesundheitswesen der UdSSR, Direktor des Staatlichen, Wissenschaftlichen Forschungsinstituts fuer Gerichtsmedizin des Volkskommissariats fuer Gesundheitswesen der UdSSR W. J. PROZOROWSKY,

Professor fuer Gerichtsmedizin des 2. Moskauer Staatlichen Medizinischen Instituts Dr med. W.M. SMOLJANINOW,

Professor der Patologischen Anatomie Dr. med. D.N. WYRO-PAEW,

der Aelteste Wissenschaftliche Sachbearbeiter der Tanatologischen Abteilung des Staatlichen Wissenschaftlichen Forschungsinstituts fuer Gerichtsmedizin des Volkskommissariats fuer Gesundheitswesen cler UdSSR Dr. P.S. SEMENOWSKY,

der Aelteste Wissenschaftliche Sachbearbeiter der gerichtsmedi- zinischen Abteilung des Staatlichen Wissenschaftlichen Forschungsinstituts fuer Gerichtsmedizin des Volkskommissariats fuer Gesundheitswesen der UdSSR, Dozent M. D. SCHWAIKOWA.

Smolensk, den 24. Januar 1944.

Dokumente, die man bei den Leichen gefunden hat.

Ausser den Angaben, die in den Dokumenten des gerichtsmedizinischen Gutachtens festgelegt wurden, wird die Zeit der Erschiessungen der kriegsgefangenen polnischen Offiziere durch die Deutschen (Herbst 1941, nicht Fruehjahr 1940 - wie die Deutschen behaupten) auch durch die bei der Aushebung der Graeber entdeckten Dokumente, die nicht nur die zweite Haelfte 1940, sondern auch das Fruehjahr und den Sommer (Maerz-Juni 1941) betreffen, festgestellt.

Aus den von den gerichtsmedizinischen Sachverstaendigen entdeckten Dokumenten verdienen folgende besondere Aufmerksamkeit:

1)bei der Leiche 92: Ein aus Warschau an das Rote Kreuz ins Zentralbuero fuer Kriegsgefangene, Moskau, Kuibuschew-Str. Nr. 12, gerichteter Brief; in russischer Sprache geschrieben. In diesem Brief bat Sophie Sigon, den Aufenthaltsort ihres Mannes, Thomas Sigon, mitzuteilen. Der Brief datiert vom 12.9.1940. Auf dem Umschlag war ein deutscher Poststempel „Warschau IX-40“ und ein Stempel „Moskau Postamt 9 Expodition 28/1X-40“ sowie eine mit roter Tinte in russischer Sprache geschriebene Anordnung „Das Lager feststellen und einhaendigen - 15xXI-40“ (Unterschrift nicht lesbar).

2) bei der Leiche 4: Eine eingeschriebene Postkarte Nr. 0112 aus Tarnopol mit dem Stempel „Tarnopol 121x1-40“. Der Manuskripttext und die Adresse sind verblasst.

3)bei der Leichel 101: Quittung Nr. 10293 vom 19.XII.1939; ausgestellt im Lager Koüelsk ueber die Annahme einer goldenen Uhr bei LEWANDOWSKY EDUARD ADAMOWITSCH. Auf der Rueckseite dieser Quittung war eine Aufzeichnung vom 14. Maerz 1941, in der es hiess, dass diese Uhr an „Juwelirtorg“ verkauft war.

4) bei der Leiche 46: Eine im Lager Starobelskyi am 16.XII.1939 ausgestellte Quittung ueber die Annahme einer goldenen Uhr bei ARASCHKEWITSCH WLADIMIR RUDOLPHOWITSCH. Auf der Rueckseite dieser Quittung war eine Au£zeichung, vom

25. Maerz 1941, in der es hiess, %dassdiese Uhr an „Juwelirtorg“ verkauft wurde.

5) bei der Leiche 71: Ein Heiligenbild aus Papier mit dem Bild von Jesus, das zwischen den Seiten 144 und 145 eines katholischen Gebetbuches entdeckt wurde. Auf der Rueckseite dieses Heiligenbildes war eine Aufzeichnung mit der Unterschrift „Jadvinja“ und dem Datum „4.April 1941" lesbar.

6) bei der Leiche 46: Eine im Lager Nr. 1-ON am 5.Mai 1941 ausgestellte Quittung ueber die Annahme einer Geldsumme in Hoehe von 225 Rubel von ARASCHKEWITSCH.

7) bei derselben Leiche (46): eine im Lager Nr.1-ON am 6.April 1941 ausgestellte Quittung ueber die Annahme einer Geldsumme in Hoehe von 102 Rubel von ARASCHKEWITSCH.

8) bei der Leiche 101: Eineim Lager Nr.1-ON am 18. Mai 1941 ausgestellte Quittung ueber die Annahme einer Geldsumme in der Hoehe von 175 Rubel von LEWANDOWSKY.

9) Bei der Leiche 53:

Eine nicht bdoerderte Postkarte in polnischer Sprache mit der Adresse:

Warschau, Bagatelja 15, Wohnung 47

Irene Kutschinskaja- Datum: 20. Juni 1941.

Albsender: Stanislav Kutschinskij.

Aus dem Gesamtmaterial, das der Sonderkomrnission zur Verfuegung steht, und zwar - die Aussagen der 100, von der Kommission befragten Zeugen, der von den gerichtsmedizinischen Sachverstaendigen ueberpruefte Tatbestand, die aus den Graebern im Walde von Katyn entnommenen Dokumente und Sachbeweisstuecke - sind mit unumstoesslicher Klarheit folgende Schluesse zu ziehen:


1. Die kriegsgefangenen Polen, welche sich in drei Lagern westlich von Smolensk befanden und bis Kriegsanfang mit Strassenbauarbeiten beschaeftigt waren, blieben dort auch nach dem Einmarsch der deutschen Eroberer in Smolensk bis einschliesslich September 1943;


2. Im Herbst 1941 wurden von der deutschen Besatzungsmacht im Walde von Katyn Massenerschiessungen von polnischen Kriegsgefangenen aus den obengenannten Lagern vorgenommen;


3. Die Massenerschiessungen der polnischen Kriegsgefangenen im Walde von Katyn fuehrte die deutsche Wehrmacht unter dem Decknahmen „Stab 537 des Strassenbau-Bataillons", unter Fuehrung von Oberleutnant Arnes und seinen Mitarbeitern Oberleutnant Reckst, sowie Leutnant Hott durch.

4. Infolge der Verschlechterung der allgemeinen kriegspolitischen Lage fuer Deutschland Anfang 1943, hat die deutsche Besatzungsmacht in herausfordernder Weise Massnahmen getroffen, um die eigenen Verbrechen der Sovietmacht zu unterschieben, in der Absicht Feindschaft zwischen Russen und Polen zu entfachen;

5)Zu diesem Zweck versuchten

a) die deutsch-faschistischen Eindringlinge auf dem Wege der Ueberredung, der Bedrohung sowie der barbarischen Folterungen unter den Sowjetbuergern „Zeugen“ zu finden, denen sie Luegenaussagen erpressten, dass die kriegsgefangenen Polen von den Sowjetbehoerden im Fruehjahr 1940 erschossen worden waeren;

b) die deutschen Okkupationsbehoerden haben im Fruehjahr 1943 aus anderen Orten die Leichen der von ihnen erschos- senen kriegsgefangenen Polen hergebracht und legten sie in die ausgehobenen Graeber des Waldes von Katyn um die Spuren ihrer eigenen Bestialitaeten zu verwischen und die Zahl der „Opfer der bolschewistischen Bestialitaeten" im Walde von Katyn zu vergroessern;

c) Waehrend die deutschen Okkupationsbehoerden die Provokation verbreiteten, benutzten sie etwa 500 russische Kriegsgefangene fuer die Arbeiten an der Aushebung der Graeber in Katyn zur Entfernung der sie blosstellenden Dokumente und Beweisstuecke. Die russischen Kriegsgefangenen wurden gleich nach Beendigung dieser Arbeiten erschossen.

6)Durch die Angaben der gerichtsmedizinischen Sachverstaendigenkommission wird zweifellos festgestellt:

a) die Zeit der Erschiessung - der Herbst 1941;

b) die deutschen Henker haben bei der Erschiessung der polnischen Kriegsgefangenen dieselbe Methode (Pistolenschuss ins Genick) angewendet, wie bei den Massenermordungen der Solwjetbuerger in anderen Staedten, insbesondere in Orel, Woronesch, Krasnodar und Smolensk.

7) Die Schlussfolgerungen, die aus den Zeugenaussagen und aus dem gerichtsmedizinischen Gutachten ueber die Erschiessungen der kriegsgefangenen Polen durch die Deutschen im Herbst 1941 gezogen wurden, werden durch die in den Graebern von Katyn aufgefundenen Beweisstuecke und Dokumente vollstaendig bestaetigt.

8) Indem die deutsch-faschistischen Eindringlinge die polnischen Kriegsgefangenen im Wald von Katyn erschossen hatten, fuehrten sie konsequent ihre Politik der physischen Ausrottung der slawischen Voelker durch.

Vorsitzender der Soaderkommission, Mitglied der Ausserordentlichen Staatlichen Kolmmission, Akademiker BURDENKO;

Mitglieder: Mitglied der Ausserordentlichen Staatskommission Akademiker ALEKSEJ TOLSTOJ;

Mitglied der Ausserordentlichen Staatskommission, Mytropolitos NIKOLAI;

Vorsitzender des Allslawischen Komitees, Generalleutnant A.S. GUNDOROW

Vorsitzender des Exekutivkomitees des Gesellschaftsverbandes des Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes S. A. POLESNIKOW;

der Volkskommissar fuer Aufklaerung der RSF'SR. Akademiker W.P. POTEMKIN;

Chef des militaer-medizinischen Hauptamtes der Roten Armee, General-Oberst E.J. SMIRNOW;

Vorsitzender des Exekutivkomitees vom Gebiet Smolensk R.E. MELNIKOW,

Smolensk, den 24.Januar 1944.

http://forum.axishistory.com/viewtopic.php?t=56993
David Thompson wrote:

On 1 Jul 1946, Reinhard von Eichborn testified at the IMT proceedings in regard to Soviet allegations that the Germans had committed the massacre of Polish POWs at Katyn Forest. His testimony can be found in volume 17 of the IMT proceedings, available on-line at the Avalon Project of the Yale University School of Law, at:

http://www.yale.edu/lawweb/avalon/imt/proc/v17menu.htm

DR. STAHMER: Then, as another witness, I should like to call Lieutenant Reinhard von Eichborn.

THE PRESIDENT: Yes.

[The witness Von Eichborn took the stand.]

Will you state your full name please.

REINHARD VON EICHBORN (witness): Reinhard von Eichborn.

THE PRESIDENT: Will you repeat this oath after me: I swear by God-the Almighty and Omniscient-that I win speak the pure truth-and will withhold and add nothing.

[The witness repeated the oath.]

THE PRESIDENT: You may sit down.

DR. STAHMER: Witness, what is your occupation?

VON EICHBORN: Assistant judge.

DR. STAHMER: Were you called up for service in the German Armed Forces during this war?

VON EICHBORN: Yes, in August 1939.

DR. STAHMER: And what was your unit?

VON EICHBORN: Army Group Signal Regiment 537.

DR. STAHMER: And what was your rank?

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VON EICHBORN: At the outbreak of the war, platoon leader and lieutenant.

DR. STAHMER: And at the end?

VON EICHBORN: First lieutenant.

DR. STAHMER: Were you on the Eastern Front during the war?

VON EICHBORN: Yes, from the beginning.

DR. STAHMER: With your regiment?

VON EICHBORN: No, from 1940 onward, on the staff of Army Group Center.

DR. STAHMER: Apart from this Regiment 537, was there an Engineer Battalion 537?

VON EICHBORN: In the sphere of the Army Group Center there was no Engineer
Battalion 537.

DR. STAHMER: When did you arrive with your unit in the vicinity of Katyn?

VON EICHBORN: About 20 September the staff of Army Group Center transferred its
headquarters to Smolensk, that is to say in the Smolensk region.

DR. STAHMER: Where had you been stationed before?

VON EICHBORN: How am I to understand this question?

DR. STAHMER: Where did you come from?

VON EICHBORN: We came from Borisov.

THE PRESIDENT: One moment. The witness said 20 September. That does not identify the year.

DR. STAHMER: In what year was this 20 September?

VON EICHBORN: 20 September 1941.

DR. STAHMER: Was Regiment 537 already there at that time?

VON EICHBORN: The staff of Regiment 537 was transferred at about the same time together with the staff of the army group to the place where the headquarters of the army group was. Advance units had already been stationed there previously, in order to set up communication facilities.

DR. STAHMER: And where was this staff accommodated?

VON EICHBORN: The staff of Army Group Signal Regiment 537 was accommodated in the so-called Dnieper Castle.

DR. STAHMER: Where was the advance unit?

VON EICHBORN: The advance unit may have occupied this building, too-or at least a part of this advance unit did-to safeguard this building for the regimental staff.

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DR. STAHMER: Do you know who was in command of this advance unit?

VON EICHBORN: Lieutenant Hodt was in command of this advance unit.

DR. STAHMER: When did this advance unit come to Katyn?

VON EICHBORN: Smolensk fell on about 17 July 1941. The army group had planned to put up its headquarters in the immediate vicinity of Smolensk, and, after this group had selected its quarters, this region was seized immediately after the fall of the city. The advance unit arrived at the same time as this area was seized, and that was probably in the second half of July of 1941.

DR. STAHMER: Therefore the advance unit was there from July of 1941 until 20 September 1941?

VON EICHBORN: Yes.

DR. STAHMER: And the entire staff was there from 20 September 1941?

VON EICHBORN: Yes. It may be that part of the staff arrived somewhat later, but the majority of the staff arrived on 20 September.

THE PRESIDENT: Are you speaking of the staff of the army group or the staff of the signal regiment?

VON EICHBORN: I am speaking of both staffs, because the moving of large staffs such as that of an army group could not be undertaken in 1 day; usually 2 to 3 days were needed for that. The operations of the signal corps had to be assured, and therefore the regiment had to leave some of the staff behind until the entire staff had been moved.

DR. STAHMER: Where was the advance unit accommodated?

VON EICHBORN: At least part of the advance unit was accommodated in the Dnieper Castle. Some of the others were in the neighborhood of those places where later on the companies were billeted. The reason for that was to keep the billets ready for this regiment until the bulk of it had been moved.

DR. STAHMER: How about the Regimental Staff 537?

VON EICHBORN: That was in the Dnieper Castle.

DR. STAHMER: Can you give us the names of the officers who belonged to the regimental staff?
VON EICHBORN: At that time there was Lieutenant Colonel Bedenck, the commanding officer; Lieutenant Rex, adjutant; Lieutenant Hodt, orderly officer; and a Captain Schafer, who was a

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telephone expert. It may be that one or two others were there as well, but I can no longer remember their names.

DR. STAHMER: The preceding witness has already told us about the tasks of the regimental staff. How were the activities of the regimental staff controlled?

VON EICHBORN: The regiment, which consisted of 10 to 12 companies, had to give an exact report each evening as to what work had been allotted to the various companies. This was necessary as we had to know what forces were available in case of emergency, for undertaking any new tasks.

DR. STAHMER: How far away from the Dnieper Castle were you billeted?

VON EICHBORN: Approximately 4 to 5 kilometers. I cannot give you the exact distance as I always made it by car, but it would be about 4 to 5 kilometers.

DR. STAHMER: Did you frequently go to Dnieper Castle?

VON EICHBORN: Very frequently when I was off duty, as I had belonged to this regiment and knew most of the officers, with whom I was on friendly terms.

DR. STAHMER: Can you tell us about the kind and extent of the traffic to the Dnieper Castle?

VON EICHBORN: In order to judge this you have to differentiate between persons and things. So far as people were concerned, the traffic was very lively because the regiment had to be very centrally organized in order to be equal to its tasks. Therefore, many couriers came and commanders of the various companies frequently came to visit the regimental staff.

On the other hand there was a heavy traffic of trucks and passenger cars, because the regiment tried to improve its billets there; and since we remained there for some time all sorts of building alterations were carried out in the house.

DR. STAHMER: Did you hear anything about there being three Russian camps with captured Polish officers, 25 to 45 kilometers west of Smolensk, which had allegedly fallen into German hands?

VON EICHBORN I never heard anything about any kind of Polish officers' camps or Polish prisoner-of-war camps.

DR. STAHMER: Did your army group receive reports about the capture of such Polish officers?

VON EICHBORN: No. I would have noticed that, since the number of' prisoners, and especially the number of officers, was always submitted to me in the evening reports of the armies which

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took these prisoners. It was our responsibility to receive these signal reports and we therefore saw them every evening.

DR. STAHMER: You did not receive a report to that effect?

VON EICHBORN: I neither saw such a report from an army, which would have issued it, nor did I ever receive a report from an army group which would have had to transmit this report in their evening bulletin to the High Command of the Army (OKH).

DR. STAHMER: Could a report like that have been handed in from another source or been sent to another office?

VON EICHBORN The official channel in the Army was very stringent, and the staffs saw to it that official channels were strictly adhered to. In any case the armies were always required to make the detailed reports, following the lines stipulated in the form sheets and this applied especially to the figures concerning prisoners. Therefore, it is quite out of the question that if such a number of officers had fallen into the hands of an army, it would not have reported the matter through the appropriate channel.

DR. STAHMER: You said, just a little while ago, that you were in particularly close relationship with the officers of this regiment. Did you ever hear that Polish prisoners of war, officers, were shot at some time or other in the Katyn forest at the instigation of Regiment 537 under Colonel Bedenck or under Colonel Ahrens?

VON EICHBORN: I knew nearly all the officers of the regiment, as I myself had been over a year with the regiment, and I was on such familiar terms with most of the officers that they told me everything that took place, even anything of an unofficial nature. Therefore, it is quite out of the question that such an important matter should not have come to my knowledge. From the nature of the whole character moulding in the regiment, it is quite impossible that there should not have been at least one who would have come to tell me about it immediately.

DR. STAHMER: Were all the operational orders for Regiment 537 officially known to you?

VON EICHBORN: The operational orders for this army group signal regiment were twofold:
The orders which concerned only the wireless company and those which applied to the nine telephone companies. Since I was a telephone expert, it was quite natural for me to draft these orders and submit them to my superior, General Oberhauser. Therefore, each order which was issued had either been drafted by me or I had seen it beforehand.

DR. STAHMER: Was there ever at any time an order given out by your office to shoot Polish prisoners of war?

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VON EICHBORN: Such an order was neither given to the regiment by our office nor by any other office. Neither did we receive a report to this effect, nor did we hear about things like that through any other channel.

DR. STAHMER: If an order like that came through official channels, it could come only through you?

VON EICHBORN: This order would have necessitated a great many members of the regiment being taken away from their own duties, which were to safeguard the system of communications. As we were very short of signallers, we had to know what almost every man in the regiment was doing. It would have been quite out of the question for any member of the regiment to have been taken away from such a duty without our knowledge.

DR. STAHMER: I have no further questions, Mr. President.

THE PRESIDENT: Dr. Kranzbuhler, whom are you appearing on behalf of?

FLOTTENRICHTER KRANZBUHLER: For Grossadmiral Doenitz, Mr. President.

THE PRESIDENT: There is no charge made against Grossadmiral Doenitz in connection with this offense at all.

FLOTTENRICHTER KRANZBUHLER: Mr. President, the exhumations and the propaganda connected . with them occurred during the period when Grossadmiral Doenitz was Commander-in-Chief of the Navy. The Prosecution alleges that at that time Grossadmiral Doenitz was a member of the Cabinet and had participated in all acts taken by the Government. Therefore, I must consider him as being implicated in all the problems arising out of the Katyn case.

THE PRESIDENT: That would mean that we should have to hear examination from everybody who was connected with the Government. And the Tribunal has already pointed out, with reference to Admiral Raeder, that his case was not connected with this matter. It is only when a case is directly connected with the matter that counsel for the individual defendants are allowed to cross examine, in addition to the defendant's counsel who calls the witness. If there is any suggestion that you want to make to the counsel who is calling the witness, you can make it to him, but you are not entitled...

FLOTTENRICHTER KRANZBUHLER: But I am asking your permission to put two or three questions to this witness.

THE PRESIDENT: If you have any special questions to put, you may suggest them to Dr. Stahmer, and Dr. Stahmer will put

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them. Dr. Kranzbuhler, if you want to put any questions, you may put them to Dr. Stahmer, and he will put them to the witness.

FLOTTENRICHTER KRANZBUHLER: Mr. President, I did not quite understand. Shall I propose to Dr. Stahmer to put the questions or...

THE PRESIDENT: If you cannot do it verbally, you may do it in writing; and you may do it later on. But I really do not think there can be any questions which are so difficult to suggest to Dr. Stahmer as all that.

FLOTTENRICHTER KRANZBUHLER: They can also be put through Dr. Stahmer. I was only thinking that I would save some time by putting the questions myself.

THE PRESIDENT: I told you if you wish to ask any questions, you must ask them through Dr. Stahmer.

FLOTTENRICHTER KRANZBUHLER: Thank you, Mr. President.

THE PRESIDENT: In the meantime, the Tribunal will go on with the cross-examination, and any questions which you wish to put can be put in re-examination.

Does the Prosecution wish to cross-examine?

MR. COUNSELLOR SMIRNOV: Witness, I am interested to know your exact function in the army. Were you in charge of teleprinter communications at the headquarters of Army Group Center or were you a wireless expert?

VON EICHBORN: No, Mr. Prosecutor, you are wrong. I was the telephone expert of Army Group Center, not the wireless expert. ~

MR. COUNSELLOR SMIRNOV: That is exactly what I am asking you. The translation was evidently incorrect. So you were in charge of telephone communications, were you not?

VON EICHBORN: Yes; you are right.

MR. COUNSELLOR SMIRNOV: Ordinary telegrams, or ciphered telegrams?

VON EICHBORN: The task of a telephone expert connected with an army group consisted in keeping the telephone lines intact . . .

MR. COUNSELLOR SMIRNOV: No, I am not interested in the tasks in a general way. I would like to know whether these were secret ciphered telegrams or the ordinary army mail, army communications which were not secret.

VON EICHBORN: There were two kinds of telegrams, open and secret.

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MR. COUNSELLOR SMIRNOV: Were secret telegrams transmitted by you, too?

VON EICHBORN: Both came through me.

MR. COUNSELLOR SMIRNOV: Consequently, all communications between the Wehrmacht, between Army units and the highest police authorities also passed through you; is that correct?

VON EICHBORN: The most important telegrams, and especially the secret ones were submitted to the telephone expert.

MR. COUNSELLOR SMIRNOV: Yes. Consequently, the correspondence between the police authorities and the Armed Forces units passed through you; is that correct? I am asking you this question for a second time.

VON EICHBORN: I must answer with the reservation that the messages did not pass through the telephone expert, but only the most important secret teletype matters were submitted to him- not the whole correspondence, because that went also through the mail as well as by courier service.

MR. COUNSELLOR SMIRNOV: That is clear. Do you know in this case that in September and October 1941 there were special detachments in Smolensk whose duty, in close co-operation with the Army, was to carry out the so-called purge of the prisoner-of-war camps and the extermination of prisoners of war?

DR. LATERNSER: Mr. President, I must decisively object to this questioning of the witness. This questioning can have only the purpose of determining the relations between the General Staff and the OKW and any commands of the Security Service. Therefore, they are accusing the General Staff and the OKW; and if I, Mr. President, as defense counsel for the General Staff and the OKW am not permitted to put questions, then on the basis of equal treatment, the same rules must apply to the Prosecution as well.

MR. COUNSELLOR SMIRNOV: May I, Mr. President, make a short statement?

THE PRESIDENT: Colonel Smirnov, the question is competent.

MR. COUNSELLOR SMIRNOV: I beg your pardon.

THE PRESIDENT: I said the question was competent. You may ask the question.

MR. COUNSELLOR SMIRNOV: I would like to ask you the following question, Witness. Since all secret teletypes passed through you, did you ever encounter among. these telegrams any from the so-called 1st Einsatzgruppe "B"-that was the so-called first command-or from the Special Command "Moscow" which at

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that time was located at Smolensk and kept in reserve in anticipation of better times? The latter had the order to perpetrate mass murders in Moscow. Both commands were located at Smolensk at that time.

VON EICHBORN: No such reports came into my hands. I can fully explain this to you, Mr. Prosecutor. When any detachments of this sort had been established in the area of Army Group Center, these detachments had their own wireless stations. It was only later on in the course of the Russian campaign that these posts had teletype facilities as well; then they used the army group network.

However, that only happened later.

MR. COUNSELLOR SMIRNOV: Consequently, the telegrams of those special units which, by order of high police authorities, were assigned to carry out special actions in co-operation with military units, did not pass through your hands in September and October of 1941?

VON EICHBORN: That is correct. At that time, there were no teletype facilities and offices for such special units, even if they were in that area at all.

MR. COUNSELLOR SMIRNOV: Mr. President, this document was already presented to the Court together with the Extraordinary State Commission Report, Document Number USSR-3. If the High Tribunal will permit it, I should like to present to the Tribunal and to the Defense photostatic copies of one of the documents which was attached to the report of the Extraordinary State Commission. If the Tribunal will look at Page 2 of this document, it will see that the Special Command "Moscow" and the Einsatzgruppe "B" were both located in Smolensk. It says on the first page that these detachments together with units of the Armed Forces, were assigned to carry out mass killings in the camps. If the Tribunal will permit me, I shall submit this document now...

THE PRESIDENT: Colonel Smirnov, that is a matter of argument. We shall take judicial notice of it, of course, of everything which is in the Soviet Government's publication. And I understand you to say that this document is a part of the Soviet Government communication or Soviet Government report.

MR. COUNSELLOR SMIRNOV: Yes, Mr. President; but I would like to ask permission to present an original German document, a secret document, which states that in the Smolensk area there were two large special commands whose duties were to carry out mass murders in the camps, and that these actions had to be carried out together with the Armed Forces units which had to co-operate with them.

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THE PRESIDENT: Colonel Smirnov, is this document which you have just handed up to us a part of the report USSR-3?

MR. COUNSELLOR SMIRNOV: Yes, Mr. President, it is a part of the report, Document USSR-3, called "Special Directives of the Hitler Government Concerning the Annihilation of Prisoners of War." I would like to ask the Tribunal to allow me to present one of the original documents even if the report, USSR-3, has been already submitted in full. It says there that these special units were located in Smolensk and were assigned together with the Armed Forces units to carry out mass killings in the camps.

THE PRESIDENT: Yes, Colonel Smirnov. This' document is already in evidence, if the Tribunal understands correctly.

MR. COUNSELLOR SMIRNOV: Thank you, Mr. President.

[Turning to the witness.] Consequently, we may consider it as an established fact that the correspondence, the telegraphic messages of these special detachments did not pass through your hands; is that correct?

THE PRESIDENT: He has said that twice already.

MR. COUNSELLOR SMIRNOV: Excuse me, Mr. President.

[Turning to the witness.] Why did you assert with such certainty that there were no reports about the killing of the Poles? You know that the killing of the Polish prisoners of war was a special action, and any report about this action would have to pass through your hands? Is that correct?

VON EICHBORN: I answered the prosecutor-rather, I answered Dr. Stahmer - that if in the area of Army Group Signal Regiment 537 killings of that sort had taken place, I would undoubtedly have known about them. I did not state what the prosecutor is now trying to ascribe to me.

THE PRESIDENT: Colonel Smirnov, the Tribunal think you had better read this passage from this document, which is in the German language, to the Tribunal so that it will go into the record.

MR. COUNSELLOR SMIRNOV: In this document, Mr. President, it is stated...

THE PRESIDENT: Go on, Colonel Smirnov.

MR. COUNSELLOR SMIRNOV: Thank you, Mr. President. This document is dated "Berlin, 29 October 1941." It is headed, "The Chief of the Security Police and of the Security Service." It has a classification, "Top Secret; Urgent letter; Operational Order Number-14." Reference is made to decrees of 17 July and 12 September 1941. I shall now read a few short sentences, and I shall begin with the first sentence:

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"In the appendix, I am sending directions for the evacuation of Soviet civilian prisoners and prisoners of war out of permanent prisoner-of-war camps and transit camps in the rear of the Army...

"These directives have been worked out in collaboration with the Army High Command. The Army High Command-has notified the commanders of the armies in the rear as well as the local commanders of the prisoner-of-war camps and of the transit camps.

"The task force groups, depending on the size of the camp in their territory, are setting up special commands in sufficient strength under the leadership of an SS leader. The commands are instructed immediately to start work in the camps."

I break off here, and will continue reading the last paragraph:

"I emphasize especially that Operational Orders Number 8 and 14 as well as the appendix are to be destroyed immediately in the case of immediate danger."

I shall finish my reading and now I shall only mention the distribution list. On Page 2 I quote the part concerning Smolensk. It says here that in Smolensk the Einsatzgruppe "B" was located, consisting of Special Commands 7a, 7b, 8, and 9; and in addition to this, there was already located in Smolensk a special command, which had been rather prematurely named "Moscow" by its organizers.

These are the contents of the document, Mr. President.

THE PRESIDENT: The Tribunal directs that the whole document shall be translated.

We will now recess until 5 minutes past 2 o'clock.

[The Tribunal recessed until 1405 hours.]

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Afternoon Session

MR. COUNSELLOR SMIRNOV: Mr. President, I have no more questions to put to this witness.

THE PRESIDENT: Dr. Stahmer.

DR. STAHMER: Witness, do you know who owned that little castle near the Dnieper before the occupation by German troops? Who owned it, who lived there?

VON EICHBORN: I cannot say that for certain. We noticed that the little castle was astonishingly well furnished. It was very well laid out. It had two bathrooms, a rifle range, and a cinema. We drew certain conclusions therefrom, when the facts became known, but I do not know anything about the previous owner.

DR. STAHMER: The Russian Prosecutor submitted to you a document dated 29 October 1941, "Directives to the Chief of the Sipo for the Detachments in the Stalags." With reference to that document, I want to ask you whether you had an opportunity personally to ascertain the attitude of Field Marshal Kluge, your commander of Army Group Center, regarding the shooting of prisoners of war?

VON EICHBORN: By chance I became the ear-witness of a conversation between the Commanders Bock and Kluge. That conversation took place about 3 or 4 weeks before the beginning of the Russian campaign. I cannot tell you the exact time.

At the time Field Marshal Von Bock was the commander of Army Group Center, and Field Marshal Von Kluge was commander of the 4th Army. The army group was in Posen and the 4th Army at Warsaw. One day I was called by the aide-de-camp of Field Marshal Von Bock, who was Lieutenant Colonel Count Hardenberg. He gave me the order...

THE PRESIDENT: These details are entirely irrelevant, aren't they. All you want to ask him is: What was the attitude of Von Kluge? That is all.

DR. STAHMER: The answer did not come through. I did not understand what you said, Mr. President.

THE PRESIDENT: What I said was that all these details about the particular place where Von Kluge met some other army group commander are utterly irrelevant. All you are trying to ask him is: What was Von Kluge's attitude toward the murder of war prisoners? Isn't that all?

DR. STAHMER: Yes.

[Turning to the witness.] Will you answer the question briefly, Witness. Please just tell us what Von Kluge said.

VON EICHBORN: Von Kluge told Von Bock, during a telephone conversation, that the order for the shooting of certain prisoners of

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war was an impossibility and could not be carried out, with regard to the discipline of the troops. Von Bock shared this point of view and both these gentlemen talked for half an hour about the measures which they wanted to adopt against this order.

DR. STAHMER: According to the allegations of the Prosecution, the shooting of these 11,000 Polish officers is supposed to have been carried out sometime in September 1941. The question now is: Do you consider it possible, in view of local conditions, that such mass shootings and burials could have been carried out next door to the regimental headquarters without you yourself having heard about it?

VON EICHBORN: We were very busy in preparation for the move of the army group to Smolensk. We had assigned a great number of signal troops for setting up perfect installations. On the entire site there was a constant going and coming of troops laying cables and telephone lines. It is out of the question that anything of this kind could have occurred in that particular area without the regiment and I getting knowledge of it.

DR. STAHMER: I have no further questions to put to the witness, Mr. President.

THE PRESIDENT: The witness can retire.

DR. STAHMER: Mr. President, before calling my third witness, Lieutenant General Oberhauser, may I ask your permission to make the following remarks?

The Prosecution has up to now only alleged that Regiment Number 537 was the one which had carried out these shootings and that under Colonel Ahrens' command. Today again, Colonel Ahrens has been named by the Prosecution as being the perpetrator. Apparently this allegation has been dropped and it has been said that if it was not Ahrens then it must have been his predecessor, Colonel Bedenck; and if Colonel Bedenck did not do it, then apparently - and this seems to be the third version - it was done by the SD. The Defense had taken the position solely that Colonel Ahrens was accused as the perpetrator and it has refuted that allegation. Considering the changed situation and the attitude adopted by the Prosecution, I shall have to name a fourth witness in addition. That is First Lieutenant Hodt, who has been mentioned today as the perpetrator and who was with the regimental staff right from the beginning and who was, as we have told, the senior of the advance party which arrived at the Dnieper Castle in July. I got the address of First Lieutenant Hodt by chance yesterday. He is at Glucksburg near Flensburg; and I, therefore, ask to be allowed to name as a witness First Lieutenant Hodt, who will give evidence that during the time between July and September such shootings did not occur.

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THE PRESIDENT: Dr. Stahmer, the Tribunal will consider your application, when they adjourn at half past 3, with reference to this extra witness.

The Trial of German Major War Criminals

Sitting at Nuremberg, Germany
20th June to 1st July 1946

One Hundred and Sixty-Eighth Day: Monday, 1st July, 1946
(Part 1 of 10)

[Page 326]

THE PRESIDENT: I have an announcement to make.

The Tribunal orders that any of the evidence taken on commission which the defence counsel or the prosecution wish to use shall be offered in evidence by them. This evidence will then become a part of the record, subject to any objections.

Counsel for the organizations should begin to make up their document books as soon as possible and put in their requests for translations.

That is all.

Dr. Stahmer.

DR. STAHMER (counsel for the defendant Goering): With reference to the events at Katyn, the Indictment contains only the remark: In September, 1941, 11,000 Polish officers, prisoners of war, were killed in the Katyn woods near Smolensk. The Soviet prosecution submitted the details only at the session of 14th February, 1946. Document USSR 54 was then submitted to the Tribunal. This document is an official report by the Extraordinary State Commission which was officially authorized to investigate the Katyn case. This Commission, after questioning the witnesses -

THE PRESIDENT: Dr. Stahmer, the Tribunal are aware of the document, and they only want you to call your evidence; that is all.

DR. STAHMER: I only wanted to add, Mr. President, that according to this document, there are two accusations: one, that the period of the shooting of the Polish prisoners of war was the autumn of 1941, and the second assertion is, that the killing was carried out by some German military authority, camouflaged under the name of "Staff of the Engineer Battalion 537."

THE PRESIDENT: That is all in the document, is it not? I have just told you we know the document. We only want you to call your evidence.

DR. STAHMER: Then, as my first witness for the defence, I shall call Colonel Friedrich Ahrens to the witness stand.

DR. SIEMERS (counsel for the defendant Raeder): Mr. President, I have a request to make before the evidence is heard in the Katyn case. The Tribunal decided that three witnesses should be heard, and it hinted that in the interests of equality, the prosecution could also only produce three witnesses, either by means of direct examination or by means of an affidavit. In the interests of that same principle of equality, I should be grateful if the Soviet Delegation, in the same way as the defence, would state the names of their witnesses before the hearing of the evidence. The defence notified the names of their witnesses weeks ago. Unfortunately, up to now, I note that in the interests of equality and the organization of the defence and the prosecution, the Soviet Delegation has so far not given the names of the witnesses.

THE PRESIDENT: General Rudenko, were you going to give me the names of the witnesses?

GENERAL RUDENKO: Yes, Mr. President. Today we notified the General Secretary of the Tribunal that the Soviet prosecution intends to call three witnesses to the stand: Professor Prosorovsky, who is the Chief of the Medico- Forensic Experts Commission; the Bulgarian subject, Markov, Professor of Forensic

[Page 327]

Medicine at Sofia University, who, at the same time, was a member of the so-called International Commission created by the Germans; and Professor Bazilevsky, who was the deputy mayor of Smolensk during the time of the German occupation.

FRIEDRICH AHRENS, a witness, took the stand and testified as follows:

BY THE PRESIDENT:

Q. Will you state your full name?

A. Friedrich Ahrens.

Q. Will you repeat this oath after me:

I swear by God, the Almighty and Omniscient, that I will speak the pure truth and will withhold and add nothing.

(The witness repeated the oath.)

THE PRESIDENT: You may sit down.

DIRECT EXAMINATION

BY DR. STAHMER:

Witness, did you, as a professional officer in the German armed forces, participate in the Second World War?

A. Yes, of course; as a professional officer I participated in the Second World War.

Q. What rank did you hold finally?

A. That of colonel.

Q. Were you stationed in the eastern theatre of war?

A. Yes.

Q. In what capacity?

A. I was the commanding officer of a signal regiment of an army group.

Q. What were the tasks of your regiment?

A. The signal regiment of an army group had the task of setting up and maintaining communications between the army group and the neighbouring units and subordinate units, as well as preparing the necessary communications for new operations.

Q. Did your regiment have any special tasks apart from that?

A. No, with the exception of the duty of taking all measures to hinder a surprise attack, and of holding themselves in readiness to defend themselves with the forces at their disposal, so as to prevent the capture of the regimental battle headquarters.

This was particularly important for an army group signal regiment and its battle headquarters because we had to keep a lot of highly secret material at our staff headquarters.

Q. Your regiment was the Signal Regiment 537. Was there also an engineering battalion 537?

A. During the time when I was in that army group, I heard of no unit with the same number, nor do I believe that there was such a unit.

Q. And to whom were you subordinated?

A. I was directly subordinated to the Army Group Centre, and that was the case during the entire period when I was with the army group. My superior was General Oberhauser.

From the point of view of defence, the signal staff of the regiment with its first section, which was in close touch with the regimental staff, was at times subordinated to the Commander of Smolensk; all orders which I received from that last-named command came via General Oberhauser, who either approved or refused to allow the regiment to be employed for a particular purpose.

In other words, I received my orders exclusively from General Oberhauser.

Q. Where was your staff headquarters accommodated?

A. I prepared a sketch of the position of the staff headquarters west of Smolensk.

Q. I am having the sketch shown to you. Please tell us whether that is your sketch.

[Page 328]

A. That sketch was drawn by me from memory.

Q. I am now going to have a second sketch shown to you. Will you please have a look at that one also, and will you tell me whether it presents a correct picture of the situation?

A. May I briefly explain this sketch to you? At the right- hand margin, that large red spot is the town of Smolensk. West of Smolensk, and on either side of the road to Vitebsk, the staff of the army group was situated together with the air force corps, that is south of Krassny-Bor. On my sketch, I have marked the actual area occupied by the Central Army Group.

That part of my sketch which has a dark line around it was very densely occupied by troops who came directly under the army group; there was hardly a house empty in that area.

The regimental staff of my regiment were in the so-called little Katyn wood. That is the white spot which is indicated on the sketch, it measures about one square kilometre of the large forest and is a part of the entire forest around Katyn. On the southern edge of this small wood there was the so-called Dnieper Castle, which was the regimental staff headquarters.

Two and a half kilometres to the east of the staff headquarters of the regiment there was the number one company of the regiment, which was the operating company, which did teleprinting and telephone work for the army group. About three kilometres away from the regimental staff headquarters there was the wireless company. There were no buildings within the radius of about one kilometre of the regimental staff headquarters.

This house was a large two-story building with about fourteen to fifteen rooms, several bath installations, a cinema, a rifle range, garages, Sauna (steam-baths) and so on, and was most suitable for accommodating the regimental staff. Our regiment continuously retained this battle headquarters.

Q. Were there also any other high-ranking staff headquarters near by?

A. Higher staff headquarters, yes. There was the army group, which I have already mentioned, then a corps staff from the Air Force, and several section staffs. Then there was the Army Group Railway Deputy, who was at Gnesdowo in a special train.

Q. It has been stated in this trial that certain events which took place in your neighbourhood were most secret and suspicious. Will you please, therefore, answer the following questions with particular care?

How many Germans were there among the staff personnel, and what positions did they fill?

A. I had three officers on my staff to begin with, and then two, and approximately eighteen to twenty non-commissioned officers and men; that is to say, as few as I could have on my regimental staff, and every man of the staff was fully occupied.

Q. Did you have any Russian personnel?

A. Yes, we had four auxiliary volunteers and some female personnel living in the immediate vicinity of the regimental staff quarters. The auxiliary volunteers remained permanently with the regimental staff, whereas the female personnel changed from time to time. Some of these women also came from Smolensk, and they lived in a separate building near the regimental staff.

Q. Did this Russian personnel receive special instructions from you about their conduct?

A. I issued general instructions on conduct for the regimental headquarters, which did not solely apply to the Russian personnel.

I have already mentioned the importance of secrecy with reference to this regimental headquarters, which not only kept the records of the position of the army group, but also that of its neighbouring units, and from which the intentions of the army group were clearly recognizable. Therefore, it was my duty to keep this material particularly secret. Consequently, I had the rooms containing this material barred to ordinary access. Only those persons were admitted

[Page 329]

particularly with reference to officers - who had been passed by me, and also a few non-commissioned officers and other ranks who were put under special oath.

Q. To which rooms did this "no admission" order refer?

A. In the first place, it referred to the telephone experts' room, it also referred to my own room and partly, although to a smaller degree, to the adjutant's room. All remaining rooms in the house and on the site were free -

THE PRESIDENT: Dr. Stahmer, how is this evidence about the actual conditions in these staff headquarters relevant to this question?

DR. STAHMER: Mr. President, in the Russian document the allegation is contained that events of a particularly secret nature had taken place in this staff building, and that a ban of silence had been imposed on the Russian personnel by Colonel Ahrens, that the rooms had been locked, and that one was only permitted to enter the rooms when accompanied by guards. I have put these questions in this connection in order to clear up the question and to prove that these events have a perfectly natural explanation on account of the tasks entrusted to the regiment, and which necessitated, quite obviously, a certain amount of secrecy.

For that reason, I have put these questions. May I be permitted -

THE PRESIDENT: Very well.

DR. STAHMER: I have almost finished with these questions.

BY DR. STAHMER:

Q. Was the Katyn wood cordoned off, and especially strictly guarded by soldiers?

DR. STAHMER: Mr. President, may I remark with reference to this question that here, also, it had been alleged that this cordon had only been introduced by the regiment. Previously, there had been free access to the woods, and from this conclusions are drawn which are detrimental to the regiment.

THE WITNESS: In order to secure anti-aircraft cover for the regimental staff headquarters, I stopped the cutting of wood for fuel in the immediate vicinity of the regimental staff headquarters. During this winter, the situation was such that the units cut wood wherever they could get it.

On 22nd January, there was a fairly heavy air attack on my position during which half a house was torn away. It was quite impossible to find any other accommodation because of the overcrowding of the area, and I therefore took additional precautions to make sure that this fairly thin wood would be preserved so as to serve as cover. As I was averse to the putting up of no-admission signs, I asked the other troop units to leave us our trees as anti-aircraft cover. The wood was not closed off at all, particularly as the road had to be kept open for heavy traffic, and I only sent sentries now and then into the woods to see whether our trees were left intact.

Q. The prosecution -

THE PRESIDENT: Dr. Stahmer, at a time that is convenient to you, you will, of course, draw our attention to the necessary dates, the date at which this unit took over its headquarters and the date at which it left.

DR. STAHMER: Very well.

BY DR. STAHMER:

Q. When did your unit, your regiment move into this Dnieper Castle?

A. As far as I know, this house was taken over immediately after the combat troops had left that area in August, 1941, and it was requisitioned together with the other army group accommodation, and was occupied by advance parties. It was then permanently occupied as long as I was there up to August, 1943, by the regimental headquarters.

Q. So if I understand you correctly, it was first of all in August, 1941, that an advance party took over?

A. Yes, as far as I know.

[Page 330]

Q. When did the staff actually arrive?

A. A few weeks later.

Q. Who was the regimental commander at that time?

A. My predecessor was Colonel Bedenck.

http://www.nizkor.org/hweb/imt/tgmwc/tgmwc-17/tgmwc-17-168-01.shtml

http://katyn.ru/forums/viewtopic.php?id=50

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