Monetative-Infobrief September 2015

Liebe Geldreform-Interessierte,

während in der Schweiz gerade mit großem Engagement die letzten Unterschriften für eine Volksabstimmung zum Thema Vollgeld gesammelt werden, hier einige wichtige Neuigkeiten aus der deutschen Geldreform-Debatte:

Klärung der juristischen Geld-Definition durch Klage von Norbert Häring

Der Wirtschaftsjournalist Norbert Häring und der Beitragsservice von ARD ZDF Deutschlandradio treffen sich jetzt vor Gericht und lassen klären, ob es rechtmäßig ist, die Zahlung von Rundfunkbeiträgen ausschließlich in Giralgeld einzufordern. Ein Gerichtsurteil, das eindeutig klarstellt, dass die Annahme des einzigen unbeschränkten gesetzlichen europäischen Zahlungsmittels (=Bargeld) nicht einfach so von öffentlichen Behörden verweigert werden kann, wäre ein großer Fortschritt bei der Klärung der schwammigen juristischen Definition von Geld. Lesen Sie mehr über die vom Prometheus-Institut unterstützte Klage hier

Staatsverschuldung und Vollgeld

Bei einer Umstellung auf das Vollgeldsystem bietet sich die einmalige Chance, die drückende Staatsverschuldung in Europa um insgesamt 5 Billionen € zu reduzieren. Aber wie überhaupt ist die hohe Staatsverschuldung entstanden, und welcher Zusammenhang besteht mit der derzeitigen Technik der Geldschöpfung? Wie würde das in einem Vollgeldsystem aussehen, und wie wäre hier eine Entschuldung möglich? In einemMonetative-Workshop am 3.10. in Berlin werden wir diese Fragen intensiv diskutieren, mit kurzen Impulsreferaten zu folgenden Themen: Kann ein Staat überhaupt pleite gehen (Dirk Ehnts), Verschuldung des Bundes (Joseph Huber), Verschuldung der Bundesländer (Andreas G.Barke), Verschuldung der Kommunen (Klaus Karwat). . Wir werden die Ergebnisse des workshops dann auch auf unserer Webseite dokumentieren.

Deutsche-Bank-Chef Fitschen versteht nicht, wie Geld in die Welt kommt

Jürgen Fitschen, der Chef der Deutschen Bank, tut so, als würden Banken die bestehenden Einlagen an Geld nur weiterverleihen. Das ist noch erstaunlicher als das Nichtwissen unserer Finanzministers Schäuble. Lesen sie mehr dazu hier

Monetative-Vereinsaktivitäten

Gegenwärtig gründet sich die erste Monetative-Lokalgruppe in München. Wer Interesse hat, kann sich an Markus Becher wenden, seine Adresse: markus.becher@monetative.de. Außerdem haben wir neue Flyer verfügbar. Gerne senden wir Ihnen diese auch zu und freuen uns, wenn Sie diese bei geeigneten Veranstaltungen auslegen oder verteilen.


Unser Verein verwendet seit ein paar Wochen die online-Arbeitsplattform Basecamp, um gemeinsam an Projekten zu arbeiten, Mitglieder über neue Entwicklungen und Veranstaltungen zu informieren und sich generell konstruktiv auszutauschen. Alle Mitglieder sind herzlich zur Mitarbeit eingeladen: Wer noch Hilfe beim Einstieg oder eine Einladung dazu möchte, kann sich an lino.zeddies@gmail.com wenden.

Monetative-Jahrestagung am Samstag, 14.11 in Frankfurt/Main

Wir werden am 14.11. erstmals eine Jahrestagung nicht wie bisher üblich in Berlin, sondern in Frankfurt durchführen. Wir bedanken uns sehr herzlich bei der GLS-Bank Frankfurt, die uns Ihre neuen Räume für unsere Tagung zur Verfügung stellt. Themen werden sein die "Quantitative-Easing"-Politik der EZB sowie Beteiligungsmöglichkeiten an der Vollgeld-Bewegung. Auch unsere englische Schwesterorganisation "positive money", die die Zusammenarbeit der europäischen Geldreformbewegungen im IMMR koordiniert, ist diesmal mit dabei. Es gibt aber auch genügend Freiräume zum gegenseitigen Kennenlernen. Das Programm und die Anfahrt finden Sie hier. Anmeldung ab sofort unter finanzen@monetative.de. Melden Sie sich bitte so früh wie möglich an, da die Platzzahl beschränkt ist, der Teilnahmebeitrag ist zudem bei Voranmeldung um 5 € ermäßigt.

Presse / Bücher / Fernsehen

In unserem Pressespiegel finden Sie neu:
-eine Replik von Lino Zeddies auf eine Vollgeld-Kritik in der Zeitschrift Wirtschaftsdienst,
-einen Artikel im online-Magazin-N21 zum Thema "Geldsystem und Nachhaltigkeit" von Klaus Karwat,
-einen Artikel mit dem Titel "Geld aus dem Nichts" bei heise-online von Reinhold Mannsberger und Rudolf Sommer über die verschiedenen Theorien der Geldschöpfung (in Anlehnung an die wissenschaftliche Arbeit von Prof. Richard Werner)

In unserem monetativeblog finden Sie eine Rezension zum neuen Buch von Christoph Pfluger: "Das nächste Geld

Die zehn Fallgruben des Geldsystems und wie wir sie überwinden".


Auf ARTE sind zwei interessante Filme über das Geldsystem gesendet worden:
-die Doku “Mammon - Per Anhalter durch das Geldsystem”, in der das Geldsystem untersucht und die Grundmechanismen und einige Probleme sehr klar und korrekt dargestellt werden.

-ein Beitrag mit dem Titel “Staatsschulden: System außer Kontrolle?”, der wie gemacht ist als Einführung für unseren workshop am 3.10. und auf Min.18 - 22 auch auf das Problem der Geldschöpfung eingeht.

Wir wünschen einen schönen Herbst und hoffen, dass wir uns auf einer der angekündigten Veranstaltungen sehen werden.