"Human-on-a-Chip": Mini-Cyborg simuliert Organe

"Human-on-a-Chip": Mini-Cyborg simuliert Organe 

Reale Nachahmung menschlicher Physiologie, um Medikamente zu testen 
"Human-on-a-Chip": simuliert Physiologie des Menschen (Foto: cn-bio.com)

Hertfordshire/Berlin (pte015/11.07.2016/12:30) - Forscher von CN Bio Innovations http://cn-bio.com haben einen "Human-on-a-Chip" entwickelt, in den sieben Organe des Menschen in Miniaturausführung integriert sind. Mittels echtem Organgewebe ahmt das Modell die Physiologie eines Menschen nach. Diese Innovation trägt zur Entwicklung sichererer sowie effektiverer Medikamente bei und soll Tierversuchen allmählich ein Ende bereiten. Bei diesem Verfahren kommen verschiedene menschliche Zellen zum Einsatz.

Grenzen beachten

"Selbst Medikamente, die sich bei diesem System als ungefährlich erweisen, können bei Menschen zu unerwarteten, gefährlichen Nebenwirkungen führen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich die Physiologie jedes Menschen individuell unterscheidet", erklärt Allgemeinmediziner Willi Heepe http://praxis-willi-heepe.de gegenüber pressetext. Hier sei das Erfahrungsspektrum bei Tieren nach wie vor wesentlich größer. "Dass nicht alle Menschen gleich sind, stellt uns vor eine Grenze, die wir akzeptieren müssen", warnt Heepe.

Das Modell ist kürzlich auf dem World Congress 2016 in Boston http://bit.ly/1pr0RLA vorgestellt worden. Der Chip hat einen Wert von 26 Mio. Dollar (rund 24 Mio. Euro) und ist in etwa so groß wie ein Memory-Stick. Er besteht aus flexiblem Polymer, das über mikroskopisch kleine Kanäle verfügt, die das Gefäßsystem des Menschen nachahmt. Poröse, flexible Membranen befinden sich in einem der Kanäle. Menschliche Zellen aus den Atemwegen werden darauf gezüchtet. Auf der anderen Seite werden Zellen der menschlichen Kapillargefäße eingepflanzt.

Flüssigkeit simuliert Blut

Eine nährstoffreiche Flüssigkeit, die Sauerstoff transportiert, simuliert das Blut. Auf der gleichen Seite, auf der sich die Blutgefäßzellen befinden, wird sie durch einen Kanal geleitet. Die Zellen aus den Atemwegen bleiben an der Luft. So wird die Lunge nachgeahmt, in der Sauerstoff durch eine Membran aufgenommen wird, welche die Lunge auskleidet. Die gesamte Struktur kann sich - wie die menschliche Lunge beim Atmen - ausdehnen und entspannen.