PecuniaOlet

Schuld und Sühne

Ich habe mich seit frühester ("ausschweifender") Jugend oft gefragt, was die Religionen meinen, wenn sie von einer grundsätzlichen "Schuld"des Menschen sprechen und warum auch in frühen schamanistischen Religionen bereits das "Opfer" eine zentrale Bedeutung einnimmt.. Unabhängig von der "Erbsünde", die meiner Meinung nach etwas mit dem Erwachen des menschlichen Geistes und der "Abspaltung" von seiner "Urnatur" zu tun hat, stehen wir tatsächlich alle in einer Schuld.

Kein Leben besteht, ohne dass anderes Leben dafür "geopfert" werden muss.

Sie es - ganz banal - bezüglich der Ernährung, die fast immer aus anderem pflanzlichen oder tierischen Leben besteht, oder sei es in der Aufopferung unserer Eltern und anderer Menschen, die Zeit und Energie in uns investierten.

Dies bezieht sich jedoch nicht nur auf die Gegenwart und auf Personen, denen wir nahe stehen, sondern auf die gesamte Geschichte der Menschheit und aller jemals Geborenen einschließlich der Zukunft.

Die einen geben in geistiger, seelischer oder materieller Hinsicht mehr, als sie genommen haben, bei anderen ist es umgekehrt oder ausgeglichen. Vielleicht hat das auch etwas mit dem "Karma-Begriff" zu tun.

Keine Leistung besteht ausschließlich in eigener Anstrengung. Maschinen konnten nicht ohne die vorhergehende Erfindung der Infinitesimalrechnung erfunden, Bücher nicht ohne andere Bücher und die Erfindung der Schrift geschrieben werden. Mit der Liebe ist es anders, aber die entspricht auch keiner Leistung, und ist ein Geheimnis, das vielleicht das gnadenlose Gesetz eines eventuellen Karma durchbricht. Ein Hauptmerkmal des (echten) Christentums.

Gerechtigkeit ist nicht nur ein Wort, aber der Ausgleich erfolgt wohl in den seltensten Fällen innerhalb eines kurzen Menschenlebens.

"Mea est ultio" - "Die Rache ist mein; ich will vergelten. Zu seiner Zeit soll ihr Fuß gleiten; denn die Zeit ihres Unglücks ist nahe, und was über sie kommen soll, eilt herzu." 5.Mose 32:35

Keiner - wirklich keiner - bekommt wirklich etwas geschenkt. Vielleicht die Liebenden.