Pirate-Bay-Mitgründer Peter Sunde festgenommen - Piraten fordern Freilassung

Pirate-Bay-Mitgründer Peter Sunde festgenommen - Piraten fordern Freilassung +++

Peter Sunde, Mitbegründer der Filesharing-Plattform The Pirate Bay, derzeit Kandidat für die Präsidentschaft der EU-Kommission [1] und kürzlich noch Spitzenkandidat der finnischen Piratenpartei zur Europawahl, wurde laut der schwedischen Zeitung „Expressen“ heute auf einer Farm in der Nähe der schwedischen Stadt Skåne Tonganoxie festgenommen [2]. Wie die schwedische Polizei mitteilt, basiert die Festnahme auf einem Gerichtsentscheidung aus dem Jahr 2009. Damals wurde Sunde für den Betrieb von Pirate Bay zu einem Jahr Gefängnis und einer Geldstrafe von 2.740.900 € verurteilt. Die Piratenpartei Deutschland ist entsetzt und fordert die sofortige Freilassung Sundes.

»Peter Sunde ist das Opfer eines Schauprozesses der Copyright-Lobby gegen die private Nutzung von Inhalten im Netz. Die Anklagepunkte gegen Sunde waren ähnlich absurd wie im Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Megaupload-Betreiber Kim Schmitz. The Pirate Bay ist eine Infrastruktur, die zu verschiedensten Zwecken genutzt wird. The Pirate Bay stellt lediglich Links zu Torrents, also zu besonders leistungsfähigen Protokollen zum schnellen Datenaustausch, zur Verfügung. Mit dem Urteil sollen schlicht Nutzer kriminalisiert und abgeschreckt werden«, erklärt Bruno Kramm, Urheberrechtsbeauftrager der Piratenpartei Deutschland.

Auch die EU-Abgeordnete der Piratenpartei, Julia Reda, stellt sich hinter Sunde.

»Ich bin solidarisch mit unserem Präsidentschaftskandidaten Peter Sunde. Mit der Gründung von The Pirate Bay hat Peter Sunde einen wichtigen Beitrag zum grenzenlosen Austausch von Wissen und Kultur geleistet. Die internationale Protestbewegung gegen die Verurteilung Peter Sundes hat offenbart, dass bei der Durchsetzung von Urheberrechtsansprüchen jedes Maß und jeder Bezug zur digitalen Kultur verloren ging. Anstatt eine ganze Generation zu kriminalisieren, müssen wir das Urheberrecht endlich europaweit reformieren und an die Realitäten des digitalen Zeitalters anpassen«, so Reda.

Bleibt die Politik untätig, drohen Sunde aktuell mindestens acht Monate Freiheitsentzug und eine Schadensersatzzahlung in Höhe von ca. 5,2 Millionen Euro.


Quellen:
[1] Vorstellung der PPEU-Spitzenkandidaten auf EuropeanTimes: https://europeanpirates.eu/couple-pirates-helm-european-union
[2] Artikel über Festnahme: http://kurier.at/politik/weltchronik/pirate-bay-gruender-peter-sunde-verhaftet/68.267.397