Polizeiwillkür im Fußballstadion: Tränengaseinsatz wegen Banner unverhältnismäßig

Polizeiwillkür im Fußballstadion: Tränengaseinsatz wegen Banner unverhältnismäßig

Beim gestrigen Champions League-QualifikationsspielzwischenSchalke 04undPAOK Saloniki kam es zu einem massiven Polizeieinsatz im Fanblock der Schalke-Fans. Hunderte Polizisten gingen in voller Kampfmontur und mit Helm, Schlagstock und Tränengasgeschossen auf die dort feiernden Fußballfans los [1] [2]. Grund war angeblich ein Banner eines mazedonischen Fußballvereins im Fanblock der Schalke-Fans, welches die griechischen Fans als Beleidigung auffassten. Die Piratenpartei Deutschland kritisiert den unverhältnismäßigen Übergriff der Polizei und fordert schnellstmöglich Aufklärung und Konsequenzen. 

»Wegen eines Banners mit Tränengas und Schlagstöcken auf Fußballfans loszugehen, zeigt auf erschreckende Art und Weise, dass die Polizei offensichtlich jedeVerhältnismäßigkeit verloren hat. Zudem hätte dieser überaus gewaltsame Einsatz in einem voll besetzten Block leicht zu einer Massenpanik führen können. Dass die Aktion weder mit der Vereinsführung von Schalke 04 abgestimmtwarnoch von dieser angefordert wurde, setzt demGanzen die Krone auf. Wir fordern eine offizielle Entschuldigung der Polizei gegenüber den FansvonSchalke04, dienstrechtliche Konsequenzen für die Verantwortlichenund Entschädigungszahlungenandie verletzten Fans. Die üblicherweise in solchenFällen gerne ausgesprochenen Stadionverbote für die Fans sind zu unterlassen«,erklärtBernd Schlömer, Bundesvorsitzender der Piratenpartei Deutschland.

Die Einsatzleitung der Polizei rechtfertigte ihr Vorgehen nun damit, Fußballfans hätten sich mit dem genannten Banner volksverhetzend geäußert [3][4]. 

»Bei dem kritisierten Banner handelt es sich um ein Banner des›Komiti Skopje‹, den Ultrasdes VereinsVardar Skopje,diewiederum mit Schalke 04eine Fanfreundschaft verbindet. Jetzt damit zu argumentieren, hier würde Volksverhetzung betrieben, entbehrt jeder Grundlage und zeigt vor allem, dass es gar keinen Grund für den Einsatz gab. Banner im Zusammenhang mit Fanfreundschaften sind bei Fans seit Jahren üblich,und die Flagge eines UN-Mitgliedsstaates ist ganz sicher keine Volksverhetzung«, ergänzt Konstanze Dobberke, Mitglied der PG Fanrechte innerhalb der Piratenpartei Deutschland.

Die Piratenpartei Deutschland setzt sich in ihrem Wahlprogramm für eine Stärkung der Rechte von Fußballfans ein. Hierzu gehört insbesondere die Kennzeichnungspflicht von Polizeibeamten, damit Fans die Möglichkeit offen steht, entsprechende rechtliche Mitteleinzulegen,und diejeweiligenBeamten in Gerichtsverfahreneindeutigidentifizierbar sind.

Quellen:

[1] Polizisten randalieren auf Schalke:http://hoechststrafe.dorkawings.de/2013/08/polizisten-randalieren-auf-schalke/

[2] Fanvideo zum Polizeieinsatz auf Schalke gestern:http://www.youtube.com/watch?v=FpgYgyXovk0

[3] Interview mit Polizeisprecherin:https://soundcloud.com/radio-emscher-lippe/tr-nengas-gegen-schalke-fans

[4] Mazedonische Botschafterin zeigt sich irritiert:http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/champions-league-mazedonien-irrtiert-ueber-schalker-polizeieinsatz-12542128.html