Funny? Dieser Auszug aus Sri Aurobindos "Zyklus der menschlichen Entwicklung" ist nicht "funny",

sondern die Erkenntnis eines indischen Philosophen, Politikers, Weisheitslehrers und Nationalisten, dem ich viele "synthetische" Einsichten zu verdanken habe. Wir hier sind als "jüdisch-christliches" Abendland die großen Analysten und "Zerstückler", die gerade dabei sind, sich selbst aufzulösen. Deutschland liegt im Sterben. Das ist nicht "funny". Aber leider unumkehrbar - und muss akzeptiert werden. Die Welt wird dadurch jedenfalls nicht reicher.

"...es ist notwendig, wenn das subjektive Zeitalter der Menschheit seine besten Früchte hervorbringen soll, dass die Nationen nicht nur ihrer eigenen Seele sondern auch der Seele der anderen bewusst werden und lernen, einander zu respektieren und zu helfen und voneinander zu profitieren, nicht nur ökonomisch und intellektuell sondern auch subjektiv und spirituell. Die große entscheidende Kraft lag in dem Beispiel und der Aggression Deutschlands; Beispiel, weil keine andere Nation so selbstbewusst, so methodisch, so intelligent und vom oberflächlichen Standpunkt aus gesehen so erfolgreich versucht hat, die Kraft seines eigenen Wesens zu finden, zu dynamisieren, zum Besten zu nutzen und sich selbst zu leben; Aggression, weil die eigentliche Natur des Angriffs sowie die ausgegebenen Parolen dazu geführt haben, in den Überfallenen ein defensives Selbstbewusstsein zu erzeugen; gleichzeitig hat es sie gezwungen zu erkennen, was die Quelle dieser ungeheuren Stärke war und ebenfalls zu erkennen, dass sie selbst bewusst eine entsprechende Stärke in denselben tieferen Quellen suchen müssen.

Deutschland war in der Gegenwart das bemerkenswerteste Beispiel eines Volkes, das die subjektive Stufe vorbereitete, denn es hatte zunächst einmal eine Art Vision unglücklicherweise jedoch intellektuell statt erleuchtet - und es hatte den Mut, ihr zu folgen unglücklicherweise jedoch wiederum mit einer vitalen und intellektuellen statt einer spirituellen Kühnheit - und zweitens war es als Herr seiner Geschicke in der Lage, sein Leben so zu ordnen, dass es seine Selbst-Vision ausdrücken konnte. Wir dürfen uns nicht von den Erscheinungsformen zu der Annahme verleiten lassen, die Stärke Deutschlands sei von Bismarck erschaffen oder von Kaiser Wilhelm II. geleitet worden. Das Erscheinen Bismarcks war in mancherlei Hinsicht sogar ein Unglück für die wachsende Nation, weil seine harte, machtvolle Hand ihre Subjektivität in einem zu frühen Stadium zu Form und Aktion drängte; eine längere Inkubationszeit hätte möglicherweise weniger verheerende Folgen für sie selbst gezeitigt und sie wären für die Menschheit weniger gewalttätig ausgefallen. Die wahre Quelle dieser großen subjektiven, in ihrem objektiven Handeln so sehr entstellten Kraft lag nicht in Deutschlands Staatsmännern und Soldaten - zumeist waren sie als Menschentypen armselig genug - sondern sie kam von seinen großen Philosophen, Kant, Hegel, Fichte, Nietzsche, von seinem großen Dichter und Denker Goethe, von seinen großen Musikern, Beethoven und Wagner, und von all dem in der deutschen Seele und im deutschen Charakter, was diese repräsentierten. Eine Nation, deren Haupterrungenschaften fast ausschließlich auf den beiden Gebieten der Philosophie und der Musik lagen, ist eindeutig dazu prädestiniert, die Führung in der Wende zum Subjektivismus zu übernehmen und am Beginn des subjektiven Zeitalters ein tiefgreifendes Ergebnis zu zeitigen, zum Guten wie zum Bösen.