Links, rechts und Mitte - vereint in libertärer Menschenfeindlichkeit

Warum reden immer alle nur von einem Kampf gegen rechts, aber niemand von einem Kampf gegen die Menschen- und Verfassungsfeindlichkeit einer amoklaufenden neoliberalen Mitte? Ignacio Silone hatte Unrecht. Der Faschismus tritt heute nicht als Antifaschismus auf, sondern als radikalindividualistischer Marktradikalismus. Man träumt in universitären Zirkeln inzwischen offen davon, eine Unkultur zu etablieren, die alle ethischen Werte aufhebt und den Menschen zu einem Tier erniedrigt. Und daran beteiligt sind sowohl Liberale, als auch Rechte und Linke (was sich heute so Linke nennt, sind oft nur antideutsche Pestbeulen):

Aus http://www.wissenbloggt.de/?p=14986

Libertär-anarchistische Anhänger der „Hayek“-Gesellschaft verpönen Grundgesetz

Publiziert am 29. Januar 2013 von Dennis Riehle

Bisher hatte kaum jemand etwas von ihnen mitbekommen, nun hat sich ein neues Sammelbecken für enttäuschte Parteianhänger gebildet: Die gerade in Universitätsstädten angesiedelten Clubs der „Friedrich August von Hayek“-Gesellschaft haben in den vergangenen Monaten ihren Wirkungskreis ausgebaut. Letzens kam Konstanz als neuer Standort hinzu. Mit einem Diskussionsabend sollten gerade junge Menschen von der Idee eines konsequenten Liberalismus überzeugt werden, der sich offen von grundgesetzlichen Vorgaben distanziert.

In Gesprächen mit dem anwesenden Sekretär und Vorstandsvorsitzenden der Gesellschaft, Habermann, debattierten ehemalige und noch aktive Mitglieder unterschiedlicher politische Gruppierungen – unter anderem der „Piratenpartei“ und der streng wirtschaftsliberalen Strömungen der FDP. Gleichermaßen waren aber auch zur Beschämung vieler Beobachter bekennende linke Anhänger gekommen, die den anarchistischen Überlegungen des Clubs huldigten. Und nicht zuletzt auch ein burschenschaftliches Klima war dafür verantwortlich, dass insgesamt viele extreme Meinungen zusammenkamen, die sich insbesondere gegen jede Form von Sozialstaatsdenken richteten.

Gerade das mittlerweile überstrapazierte Wort der „Freiheit“ schien die wesentliche Faszination auszulösen. Direkte Demokratie wurde als Form der freiheitlichen Selbstverantwortung verkauft, während kurze Zeit später die demokratische Grundordnung als ersetzbar abgetan wurde. Geringverdiener, denen man die Griechenland-Hilfen nicht verkaufen könnte, fanden wenige Minuten darauf schon keine Erwähnung mehr – denn für Arme und sozial Schwache ist im libertären Gedankenkonstrukt der „Hayek“-Clubs scheinbar kein Platz.

Die Freiheit, für sich selbst zu sorgen, kennt bei dieser Gesellschaft offenbar keine Grenzen: Wer nicht für sich einstehen kann, geht verloren. Tiere müssen alleine klarkommen – als könne das der Mensch auch, so die Devise. Und nicht zuletzt sei ein von den Fesseln des Staates befreites Individuum ein glücklicheres. Ein Miteinander, in der kein Gemeinwohl mehr zählt, sondern sich jeder um sein Privatleben kümmert – ohne Rücksicht und Mitmenschlichkeit, das ist das Ideal der „Hayek“-Ideologie.

Was nicht nur gefühlskalt, egoistisch und zutiefst inhuman klingt, ist überdies eine handfeste Kampfansage gegen unsere Verfassung: Offen sprachen sich auch bei der Eröffnung des Konstanzer Clubs einige anwesende Studenten dafür aus, für eine Unterwanderung von Presse und eine Abschaffung des öffentlichen Systems einzutreten. Einige konnten sich noch für den Erhalt von Sicherheitsbehörden, Feuerwehr oder Rettungswesen erwärmen – andere sahen selbst das noch als zu viel Barmherzigkeit für die „Sozialschmarotzer“.

Dass unser Grundgesetz dieser Tage von vielen Seiten bedroht wird, das ist spätestens durch NSU-Terror oder salafistische Drohungen deutlich geworden. Mittlerweile scheinen Feinde unserer demokratischen Ordnung aber auch aus der „bürgerlichen Mitte“ zu kommen, gepaart mit merkwürdigen Querdenkern, die in ein horizontales Politikspektrum nicht mehr einzuordnen sind. Da werden Dutzende Verfassungsschützer für die Überwachung von linken Bundestagsabgeordneten und Funktionären eingesetzt, während sich im stillen Kämmerlin von Konstanz und andernorts Gruppierungen bilden, die die „Freiheit“ missbrauchen – um in eine Steinzeit zurückzukehren, in der jeder nur an sein eigenes Überleben denkt.

Wer hier von Entfaltung spricht, die jedem durch fehlende öffentliche Zwänge zuteilwird, oder gar von direkter Mitsprache, dem bleibt wohl verborgen, dass die „Hayek“-Clubs ein Chaos anstreben, in dem gemäß des Libertären nur der Stärkste obsiegen kann. Man mag sich als Elite fühlen, solch einer Perversion von Freiheitsstreben folgen zu dürfen. Letztlich ist die Existenz solcher Clubs und Weltanschauungen aber besonders den sozialen Ungerechtigkeiten der globalisierten Welt geschuldet. Wo Menschen ohne Nöte zu sein scheinen, wirkt Solidarität nur als lästiges Übel.

Gerade deshalb braucht es den gesamtgesellschaftlichen Druck, eine Grundordnung der Fürsorge zu verteidigen. Wo NPD und religionsfanatische Gewalt keinen Platz finden, muss auch für diejenigen eine Grenze gezogen werden, denen ihre Nächsten egal sind. Meinungsfreiheit endet dort, wo unverkennbare Ankündigungen eines „dezentralen Wirkens“, wie es Habermann in Konstanz in Aussicht stellte, den Verfassungsstaat bedrohen. Verleumder eines Sozialstaates muss Einhalt geboten werden – am Bodensee und (laut „Hayek“-Gesellschaft“) in mindestens 35 anderen Städten Deutschlands…