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Riesen-Party in Valencia

Die „Fallas“ – Spaniens feurigste Fiesta! - Mit Höllenlärm und Riesen-Figuren in den Frühling. Ab Mitte März startet die Riesen-Party in Valencia. Unser Tipp: fahren Sie hin, feiern Sie mit...

Auch Sie können dieses herrliche Spektakel erleben: Mit ohrenbetäubendem Lärm und Hunderten von kunstvoll gestalteten Riesenfiguren verabschiedet die Stadt Valencia im März den Winter.

An ungestörten Schlaf ist tagelang nicht zu denken, doch das nehmen die Valencianos gerne in Kauf. Schließlich sind die „Fallas“ ein ausgelassenes Fest für jedermann, das die ganze Stadt für mehrere Tage in den Ausnahmezustand versetzt. Ein Entrinnen gibt es nicht, und vermutlich würde es auch nur ganz wenigen in den Sinn kommen, eines der prächtigsten Feste Spaniens bewusst zu verpassen. Wenn Sie dieses Fest mitfeiern wollen, stimmen wir Sie hier schon einmal ein – und sagen Ihnen, wie Sie nach
Valencia kommen.

Die Morgenstunden beginnen an diesen Tagen mit dem Aufmarsch blaswütiger Musikkapellen, denen man zutraut, sie könnten selbst Schwerhörige aus dem Bett holen. Mehrere Dutzend Orchester, die das ganze Jahr für diesen Auftritt geübt haben, geben bei ihren Umzügen durch die gesperrten Straßen der quirligen Metropole alles. Und wenn das Gewitter aus Trommeln und Posaunen verstummt, dauert es nicht lange, bis die Menschen, wie von unsichtbaren Schnüren gezogen, auf den weitläufigen Platz vor dem monumentalen Rathaus strömen. Zu sehen gibt es da erstaunlich wenig, aber das spielt nur eine untergeordnete Rolle. Dafür gibt es ordentlich was auf die Ohren. Denn was jetzt folgt, ist die „mascletá“, ein pyrotechnisches Feuerwerk-Spektakel, das Minuten lang andauert und den Rathausplatz in eine dichte Rauchwolke hüllt. Jeden Tag zur spanischen Mittagszeit (14 Uhr) stellt einer der zahllosen Hersteller von Böllern und Feuerwerkskörpern, die in Valencia mit dem Lärm ihr Geld verdienen, sein Können unter Beweis. Die Valencianos danken es ihnen mit tosendem Applaus.

Im Mittelpunkt der „Fallas“ stehen aber zweifellos die „ninots“, jene bis zu 20 Meter hohen Figuren aus Pappmaché, die ab 16. März Plätze und Straßen der ganzen Stadt bevölkern. Gut und gerne 700 dieser gigantischen Gestalten, deren Ähnlichkeit mit Politikern und Berühmtheiten des öffentlichen Lebens oftmals alles andere als zufällig ist, verlassen Jahr für Jahr die Werkstätten der Fallas-Künstler. Doch nur eine Handvoll überlebt die „cremà“, das feierliche Abfackeln, das das Ende der Fallas markiert. Der Rest fällt den Flammen zum Opfer, übrig bleibt nicht mehr als ein bescheidenes Häufchen dampfender Asche. Dem Feuertod entgehen lediglich die kleineren „ninots“, die von der Jury als Beste ihrer Kategorie gewählt werden. Sie dürfen im Fallas-Museum den für Sie reservierten Platz einnehmen.

Wie entstand dieser eigentümliche und feurige Brauch, zu dem sich jedes Jahr Zehntausende von Touristen aus aller Welt einfinden? Als Urheber der Feierlichkeiten gelten die Schreiner, die gegen Ende des lichtarmen Winters, am Tag ihres Schutzheiligen San José, ihre Werkstattlampen, die so genannten „parots“, vor die Tür stellten und abfackelten. Es dauerte nicht lange, da machte sich der erste Handwerker einen Spaß daraus, auf diese Weise sich auch ihrer alten Kleider zu entledigen. Man schrieb das Jahr 1497 und die „Fallas“ schickten sich an, sich zu einem der populärsten Feste Spaniens zu mausern. „Noch im 18. Jahrhundert war das Fest ein einfacher Volksbrauch zu Ehren des San José“, schreibt der Lokalhistoriker Antonio Ariño in einem Essay. „Strohfiguren wurden über Straßen gehängt, darunter errichteten die Einwohner kleine Scheiterhaufen aus brennbarem Abfall.“

Die wichtigsten Festtage in diesem Jahr sind die vom 15. bis 19. März. In der Nacht vom 19. auf den 20. steht die Stadt in Flammen – bis auf die wenigen Gewinner-„ninots“ werden sämtliche Figuren verbrannt, die letzte um 1 Uhr auf dem Rathausplatz.

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