Die neoliberale Agenda der Giordano-Bruno-Stiftung

Wenn Libertäre zuviel quatschen, verraten sie ihre wahren Ziele:

Der Blick in die Vereinigten Staaten oder nach Frankreich zeigt: Auch wenn diese Länder ihren Verfassungen nach den Religionen gegenüber neutraler sind als das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, ist der religiöse Glaube damit nicht aus der Öffentlichkeit verbannt. Der Politikwissenschaftler Olivier Roy meint, dass dort die Gefahr sogar größer ist, dass die Religion politisiert wird. Hat er nicht recht?

Richtig ist, dass die Trennung von Staat und Kirche zwar eine notwendige, aber keine hinreichende Voraussetzung für eine moderne, aufgeklärte Gesellschaft ist. Tatsächlich können Religionen, die sich auf einem freien Weltanschauungsmarkt geschickt positionieren, sogar größere politische Durchschlagskraft entfalten. Als libertär denkender Mensch plädiere ich hier für größtmögliche Freiheit. Allerdings sollten wir verhindern, dass die Religionsfreiheit zum Freibrief wird, um Rechtsnormen zu brechen. Denn dies würde die universellen Menschenrechte aushebeln und all die kulturellen Errungenschaften aufs Spiel setzen, die in den letzten Jahrhunderten so mühsam erkämpft worden sind.

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Schmidt-Salomon von der Giordano-Bruno-Stiftung weiß also genau, welche destruktiven Folgen es hätte, wenn es keine Amtskirchen mehr geben würde, sondern die Religion, wie in den USA, ganz und gar den Gesetzen des freien Marktes unterworfen wäre. Aber das ist ihm egal. Religiöser Pluralismus ist ihm wichtiger, als daß keine Menschen geistlichem und finanziellem Mißbrauch durch Sekten aller Art zum Opfer fallen können. Er räumt zwar ein, daß dadurch die Menschenrechte gefährdet sind, will aber im Grunde das Risiko eingehen, weil ihm der freie Markt dann doch wichtiger ist.

Der GBS ging es nie um Religionsfreiheit. Es ging ihr immer nur darum, mit den Amtskirchen zwei wichtige Säulen des deutschen Staates zu demontieren, die der schrankenlosen Ausbreitung der libertären bzw. neoliberalen Ideologie im kulturellen Bereich in unserem Land noch im Wege stehen.