PecuniaOlet

An die "geistlichen" Eliten

Judentum, Christentum und Islam sind allesamt theistische Religionen. Und zwar mit voller und dogmatischer Konsequenz. Im Gegensatz zum "Deismus", wo man glaubt, dass Gott die Welt geschaffen habe, und sie danach sich selbst überließ, geht der Theismus von einem persönlichen Gott aus, der sie nicht nur geschaffen hat, sondern auch lenkend in sie eingreift. Ebenso glaubt man einen ebenso gütigen wie allmächtigen Gott. Der daraus hervorgehende Widerspruch liegt in der Frage, weshalb dann Gott das Leid in der Welt zulässt. Entweder ist er gütig, dann ließe er es nicht zu, es sei denn er wäre nicht allmächtig, oder er ist allmächtig, dann wäre er aber nicht gütig.

Darauf wird häufig geantwortet, dass Gott die Menschen "prüfen" wolle, seine Wege unergründlich seien oder die angebliche Willensfreiheit des Menschen dies nicht zulasse. Soso. Das angebliche "Prüfen" ist die größte Zumutung an den Gläubigen. Denn wenn Gott gütig ist, könnte er doch wenigstens von solch brutalen Prüfungen wie Vergewaltigung und Missbrauch unschuldiger Kinder absehen, oder?

Wenn die "Wege unergründlich sind", ist es ein Gott, der vielleicht gar nichts mit den Menschen zu tun haben will, und es scheint eine unendliche Kluft zwischen Gott und den Menschen zu herrschen. Wie käme man dann aber darauf, Gott Eigenschaften wie Allmacht und Güte zuzuschreiben?

Und wenn Gott den sogenannten "freien Willen" nicht beeinträchtigen wollte (der ohnehin ein Problem für sich darstellt) und gleichzeitig gütig und allmächtig ist, weshalb schuf er den Menschen dann nicht so, das dieser Wille so frei ist, aufgrund seines Wollens Alter, Krankheit und Tod zu verhindern?

Ähnliches gilt aber auch für den Buddhismus: Es sträubt sich alles in mir, unendliches Leid, welches einem unschuldigen und liebenswürdigen Kind widerfährt, das so gar nichts Böses oder Negatives an sich hat, als Auswirkungen vergangenen Karmas zu betrachten. Wenn Kinder auf unvorstellbar grausame Weise misshandelt werden, bedeutet das ja quasi, dass sie selbst in einem vergangenen Leben unvorstellbar Grausames getan haben müssen, das jetzt auf sie zurückfällt. Das zu glauben, ist jedoch eine Zumutung! Viele Buddhisten erklären es anhand besonderer Begabungen (z.Bsp als Dreijähriger bereits ein Musikgenie zu sein), dass man nicht als "Tabula Rasa" auf die Welt kommt. So weit, so gut - das entspricht auch meiner Meinung. Aber wenn sich vergangenes Leben so auswirkt, dann müsste doch bei diesen unschuldigen Kindern noch eine Art "Begabung" oder Hang zum Bösen vorhanden sein. Das ist es aber meist nicht. Auch ältere Menschen, denen unvorstellbares Leid widerfährt, sind häufig die liebevollsten und ehrlichsten überhaupt, während Verbrecher und Psychopathen nicht selten ein Leben in Saus und Braus führen, das mit einem schnellen und sanften Tod endet.

Die Erklärungen der Religionen sind eine Zumutung für Verstand und Gefühl. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, aber ich glaube, dazu wäre keiner der heutigen geistigen Führer in der Lage. Es gibt keine Vorbilder und keine Vor-leber mehr. Man predigt Wasser und trinkt Wein.

Auch der "Bhagwan" „Rajneesh“ Chandra Mohan Jain verfügte zuletzt über eine Flotte von 93 Rolls Royce. Besitz und Reichtum der Kirchen lasse ich mal ganz beiseite.