Hinweis zu http://www.mmnews.de/index.php/etc/18645-die-heilige-schrift-wort-gottes

Wer behauptet, „Der Text, den wir heute als „Bibel“ kennen, hat mit den originalen historischen Vorlagen nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun.“ - kennt den gegenwärtigen Forschungsstand nicht oder schmollt aus einer sehr extremen Ecke.

Noch Jahrhunderte nach Christus vermerkten Nachfolger der Abschreiber (Sopherim) als Massoreten die Änderungen, die Sopherim früher am Rand oder am Ende des hebräischen Textes vorgenommen hatten. Diese Randbemerkungen nannte man „Massora“. Manzählte man jeden Buchstaben nach, um die Texte korrekt zu bewahren - und dokumentierte die von früheren Sopherim vorgenommenen Textänderungen in der Massora. Schriftrollen mit Abschreibefehlern mussten vernichtet werden - koste es was es wolle.

Das Evangelium nach Markus soll um 70 n. Chr. entstanden sein, das Evangelium nach Matthäus um 85 n. Chr.? Man sollte folgendes kennen:
- Die älteste Evangelien-Handschrift? Das Markus-Fragment von Qumran und die Anfänge der schriftlichen Überlieferung des Neuen Testaments. R. Brockhaus, Wuppertal, 4. Auflage 1994, ISBN 3-417-20502-6
- Der Jesus-Papyrus. Die Entdeckung einer Evangelien-Handschrift aus der Zeit der Augenzeugen (mit Matthew D’Ancona). Luchterhand, München 1996, ISBN 3-630-87983-7 von Carsten Peter Thiede.

Die Sichtweise Rudolf Bultmanns wirkt in diesem Artikel wie der letzte Schrei - ist aber nicht das letzte Wort zum Thema.
Seinen 1921 bis 1951 entstandenen Sichtweisen hätte man z.B. Aussagen aus Arnold Fruchtenbaums Buch „Das Leben des Messias“ entgegenstellen sollen.
Ein Text wie „Für ein „messianisches Sendungs-Bewußtsein“ Jesu gibt es im Neuen Testament weder Hinweise noch Belege – im Gegenteil“ ist naive Propaganda.

Der Autor behauptet: „Die in den biblischen Kanon aufgenommenen Urtexte ...– also die Vorlagen zur sogenannten „Bibel“ –, waren rein geisteswissenschaftliche, nämlich philosophische und spirituelle Abhandlungen und entsprachen in Aussage, Bedeutung und Sinn den noch früheren indischen Veden und der späteren jüdischen Qabbalah (die auf den ägyptischen und babylonischen Mysterien-Schulen beruht). Sie waren – wie alle heiligen Texte – in einer verschlüsselten, esoterischen Fachsprache niedergeschrieben... 
Die Bedeutung ihrer Formeln, Metaphern und Symbole war nur besonders ausgebildeten Gelehrten, also spirituell Eingeweihten oder Esoterikern, bekannt.
Solche Texte bedürfen einer Entschlüsselung und Interpretation, um ihre eigentliche, wahre Bedeutung zu verstehen. „

Dazu sagte Jesus - laut der 'Volxbibel': „Danke, dass du den Leuten, die meinen, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, nicht erzählt hast, was wirklich abgeht.
Aber denen, die das Gefühl haben, dass sie dumm sind und nichts begreifen, denen hast diese Sachen gezeigt.“ (Matthäus 11:25, Lukas 10:21)