Reisebericht

Osterinsel - Rapa Nui, der “große Stein”

280 Jahre nach der “Entdeckung” des Eilandes durch den Holländer Roggeveen (zu Ostern 1722, daher der Name “Osterinsel”) liegt Vieles noch im Dunkel.
Vor etwa 60 Jahren gab der Norweger Thor Heyerdahl nach seiner kühnen Floßfahrt mit Kon-Tiki den Spekulationen zur geheimnisvollen Geschichte der Osterinsel wieder neue Impulse.

4 Tage auf Rapa Nui, dem “großen Stein”

Wir wollten uns von den Geheimnissen dieser nur etwa 100 Quadratkilometer großen Insel im Südpazifik gefangen nehmen lassen. Einem Eiland, dessen 3000 Bewohner am weitesten entfernt leben von dernächsten menschlichen Ansiedlung als sonst irgendwer und irgendwo auf dieser Welt.
Etwa zweimal pro Woche landet, von Santiago de Chile kommend, ein Flieger nach fast 5 Stunden auf derPiste der Insel. Rund 4.000 km westlich von Chile.

Mit der warm-feuchten und nach Blumen duftenden Luft wehen Südseeklänge zu den Ankömmlingen, die
langsam über das Flugfeld zur Abfertigungshalle gehen. Einreiseformalitäten und Zollkontrollen sind bis aufein Minimum reduziert. Wichtiger sind die Blumenkränze für die Gäste. Und dann sind da natürlich noch dieHoteliers oder Taxis, welche sich um die Neuankömmlinge bemühen.

Irgendein hilfreicher Insulaner (wir werden ihn später “Pedro” nennen) packt unsere Sachen auf seinen Pickup und erklärt uns auf der wenige Minuten dauernden Fahrt zum Hotel sehr eindringlich, daß wireigentlich über ihn gebucht hätten. Dann wäre es nämlich für uns im Hotel billiger und auch er hätte so ein kleines Zubrot. Kein Problem! Nachdem wir dann über ihn noch für die beiden nächsten Tage ein winziges
Auto gemietet hatten -es stand wenige Minuten später vor der Hoteltür -, war unsere Freundschaft besiegelt.

Am folgenden Tag bestimmen eine Landkarte, unser Dumont-Reise-Führer und dieser oder jener vor uns
her fahrende Minibus Richtung und Route unserer Erkundungsfahrt auf der Insel.

Schon nach 3 km Fahrt machen wir einen ersten Stop und steigen aus: Wir sehen unseren ersten Moai. Einen von etwa 1000 auf der Insel.
Ein Moai ist jene typische 2, meist 4 bis 6, maximal 20 m hohe, flache Figur, die einen Kopf darstellt, gelegentlich mit einem Oberkörper bis zu den Hüften, hin und wieder auch mit eine Andeutung von Armen und Händen. Die Figuren wiegen bis zu 200 Tonnen. Sie sind aus schwarzem Vulkangestein gehauen.
Der Mund der Moai ist merkwürdig zusammengekniffen, die Ohren sind langgezogen, die Augen leere Höhlen. In früherer Zeit waren sie wohl mit weißen Muscheln markiert. Fast alle Moai haben eine markante Stirn und ein scharf geschnittenes Kinn.

Auf dem Kopf tragen die Figuren der Moai mitunter rundliche Hüte, immer von rotem Vulkangestein. Die Gestalten stehen (oder liegen) einzeln oder in Gruppen. Ihre Blickrichtung ist nahezu immer auf das
Inselinnere gerichtet. Nur in der Anakena-Bucht mit dem herrlichen Sandstrand schauen die Moai von ihrem Ahu, dem tempel- oder altarähnlichen Podest aus Steinen zum Meer hinaus......

Das Straßennetz der Insel ist einfach: die einzige Asphaltstraße ist etwa 15 km lang und durchquert die Osterinsel halbschräg von einer Seite zur anderen. Eine zweite Straße führt als Schotterpiste am Meer entlang um das ganze Eiland herum.
Die Hauptstadt der Insel heißt Hange Roa und verfügt über einige Straßen, eher recht bescheidene Häuser, mehrere Hotels bzw. Pensionen und einige Restaurants sowie Souvenirläden. Es gibt ein paar Bauernhöfe,
eine Schule und eine winzige Krankenstation. Im übrigen lebt man ausschließlich vom Tourismus.

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