AfD-Chef von Niedersachsen erntet Kritik für seine Haltung zu Homosexuellen

Osnabrück/Köln. Niedersachsens AfD-Landeschef Paul Hampel bringt in einer Pressemitteilung die Lebensweisen von Schwulen, Lesben und Transsexuellen mit Pädophilie und Frühsexualisierung in Verbindung. Dies stösst innerparteilich auf harsche Kritik. So bezeichnet der Kölner Kommunalpolitiker und stellv. Sprecher der Bundesinteressengemeinschaft "Homosexuelle in der AfD" Torsten Ilg, Hampels Vergleich als "unsäglich und geschmacklos". Zwar hätte Hampel damit zum Ausdruck bringen möchten, dass streng gläubige Moslems sicher kein Verständnis für Homosexuelle mitbrächten, wenn sie im Zuge einer falschen Zuwanderungspolitik verstärkt nach Deutschland kommen würden. Doch vertrete Hampel eben gerade nicht die Positionen der Liberalen in der AfD, die neben den Werten der Aufklärung und der Gleichstellung von Mann und Frau, auch hinter der Forderung nach einer Gleichstellung von Ehepaaren und Eingetragenen Lebenspartnerschaften stehen. Dies sei liberal und konservativ zugleich, betont Ilg auf seiner Facebook-Seite. Außerdem hätten homosexuelle Lebensweisen nichts mit "Frühsexualisierung" zu tun. Die Homosexuellen in der AfD lehnen einige Punkte des grün-roten Bildungsplans von Baden-Württemberg als überzogen ab, stehen jedoch für Bestrebungen, die Behandlung des Themas in altersgerechter Form, auch im normalen Schulunterricht mit einfließen zu lassen.