Die Armen in Deutschland – dem Tod so nah

Ein bewegender Artikel von Markus Klöckner bei Telepolis:

*”Die Armen in Deutschland – dem Tod so nah

Über den Umgang mit den Besitzlosen in unserer Gesellschaft

Politik und Gesellschaft begegnen den Gestrauchelten oft voller Abscheu. Jeden Tag frisst sich die Armut ein Stück weiter und tiefer in die Armen und Ärmsten, bis von ihrem Menschsein nur noch ein Stück Elend übrig ist (Selber schuld: Arm, kränker und früher Tod). Und an diesem Stück Elend ergötzen sich dann Teile der Gesellschaft. Sie schütteln und rütteln die Armen und setzen sie einer symbolischen Gewalt aus, die in ihrer Brutalität der Gewalt des Straßenschlägers, der seinem wehrlosen Opfer noch an den Kopf tritt, kaum nachsteht. Seit vielen Jahren findet eine geradezu schizophrene Politik Anwendung, die, bei Lichte betrachtet, Armut zu bekämpfen versucht, indem sie Armut noch weiter verstärkt.”*

http://www.heise.de/tp/artikel/48/48022/1.html

Wir sollten nicht vergessen, welche Rolle die Medien auch im Zusammenhang mit Armut in Deutschland gespielt haben und spielen.
Vieles (z:b. Hartz IV, Rentenkürzungen) wäre nicht möglich gewesen, hätten die Medien nicht dafür das Feld bereitet: durch Diffamierung von Arbeitslosen, durch die verbreitung des Mythos’, dass es jeder bei uns schaffen kann, wenn er nur will, durch das Ausspielen von angeblich reichen Rentnern gegen junge Menschen oder durch die Implementierung des Bildes von “bildungsfernen Milieus”.

Selbst gutmeinende Menschen sind teilweise vollkommen durchdrungen von dieser Propaganda – die letztlich nur ein Ziel hatte: für die Durchsetzung der Ziele der “Eliten” musste das Zusammengehörigkeitsgefühl von Menschen zerstört und damit Solidarität unmöglich gemacht werden.